Haftstrafe für deutschen Verursacher des Waldbrands auf La Palma

Waldbrand

Das Provinzgericht von Santa Cruz de Tenerife hat den 27-jährigen Deutschen Scott Verdine Stumpf wegen grob fahrlässiger Brandstiftung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Das Urteil wurde am 05.05.2017 bekannt gegeben.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Stumpf „unter Vernachlässigung jeglicher Sorgfalt“ Anfang August 2016 den verheerenden Waldbrand auf La Palma grob fahrlässig versucht hatte, indem er sein Toilettenpapier in einer improvisierten Latrine neben dem verlassenen Haus, in dem er wohnte, verbrannte. Das umliegende Gestrüpp fing sofort Feuer.

Mit seiner Fahrlässigkeit hatte der junge Mann ein Inferno ausgelöst, gegen das die Brandbekämpfer bis zum 13. Oktober, also über zwei Monate lang, ankämpfen mussten. Fast 5.000 Hektar Pinienwald in den Gemeinden Mazo, Fuencaliente, El Paso und Los Llanos de Aridane fielen den Flammen zum Opfer. Über 3.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Als wäre all das nicht schon schlimm genug, verlor auch noch der Umweltbeamte Francisco José Santana bei den komplizierten Löscharbeiten sein Leben.

Stumpf wurde an einer Straßensperre festgenommen worden, die die Guardia Civil kurz nach dem Ausbrechen des Waldbrandes in der Nähe des Brandherdes errichtet hatte. Er saß seit dem 06.08.2016 in Untersuchungshaft.

Neben der Haftstrafe hat das Gericht Stumpf auch zur Wiedergutmachung des verursachten Schadens verurteilt. Allein die Kosten der Inselverwaltung für die dringendsten Reparaturen an öffentlicher Infrastruktur sowie für die Wiederaufforstung und Beseitigung der sonstigen Umweltschäden werden mit 1,8 Mio. Euro beziffert.

Weitere Entschädigungen für die Eigentümer der betroffenen Grundstücke und für die Witwe und Kinder des verstorbenen Umweltbeamten werden in den entsprechenden Zivilverfahren festzulegen sein. Allerdings hat das Gericht bereits festgestellt, das bei Stumpf nichts zu holen ist. Der Mann ist völlig mittellos und obdachlos.

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