Die perfekte Siesta

Besonders in den heißen Mittelmeerländern legt man noch Wert auf ein kurzes Nickerchen während der stressigen Mittagszeit, doch auch in Ländern wie Deutschland ist ein Mittagsschläfchen oft fester Bestandteil eines geregelten Tagesablaufs. „Siesta“ nennen die Spanier ihren traditionellen Mittagsschlaf, der üblicherweise nach dem Mittagessen abgehalten wird und auch heutzutage noch von weiten Teilen der Bevölkerung abgehalten wird. Viele kleinere Geschäfte haben während der Mittagszeit geschlossen, um mit neuen Kräften in die zweite Tageshälfte zu starten. Experten weltweit sind sich einig, dass ein kurzes Schläfchen am Tag wahre Wunder bewirken kann.

Doch wie sieht die perfekte Siesta eigentlich aus? Die Ärztin Teresa Lluch vom Zentrum für Schlafmedizin des Krankenhauses „Quirón Murcia“ weiß, wie die Mittagsruhe aussehen sollte, um Körper und Geist quasi als eine Art Naturarznei neue Kräfte zu verleihen.

Wichtig sei, dass der Mittagsschlaf nicht zu lange dauert. Zwischen 20 und 30 Minuten sollte die Siesta dauern, sodass der Körper in dieser Zeit zwar die nötige Entspannung erreicht, aber nicht in ein zu tiefes Schlafstadium verfällt. Schläft man nämlich zu lange und wacht abrupt wieder auf, so bringt dies nämlich genau die entgegengesetzte Wirkung mit sich. Man fühlt sich gerädert und unwohl, die Müdigkeit scheint noch größer zu sein als vor dem Einschlafen. Daher verfehlen viele Menschen, die sich mittags hinlegen, um neue Kräfte zu schöpfen, genau ihr eigentliches Ziel der schnellen Entspannung. Außerdem rät die Expertin möglichst auf eine lärmfreie und dunkle Umgebung mit angenehmer Zimmertemperatur zu achten, um die Schlafqualität zu fördern und entspannt wieder aufzuwachen. Hält man sich an diese wenigen Regeln, steht den positiven Auswirkungen der Siesta nichts mehr im Wege. Ein kurzes Schläfchen mindert den Stresspegel und hilft dabei geistige Anspannung abzubauen. Dieser schnelle Abbau von Stresshormonen führt daher auch zu der Annahme, dass ein Mittagsschlaf das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um knapp 40 Prozent zurückgehen lässt, da Stress das Gefäßsystem belastet und übermäßig sogar zu Herzinfarkten führen kann. Außerdem wird die Konzentrationsfähigkeit um 34 Prozent erhöht und somit die Aufmerksamkeitsspanne deutlich verlängert. Dass die Siesta in den meisten Fällen nach dem Mittagessen abgehalten wird, hat ebenfalls seine Gründe. Die Entspannung der Muskulatur, die während der Ruhephase eintritt, wirkt sich vorteilhaft auf die Verdauung aus.

Besonders Kinder und ältere Menschen profitieren von einem kurzen Nickerchen. Kinder, weil die Ruhephase für ihre körperliche und neurologische Entwicklung von Nutzen ist, und ältere Menschen, weil sie dadurch neue Energie erlangen und ihre Lebensqualität auch im hohen Alter erhöhen können.

Die Ärztin Teresa Lluch weist darauf hin, wie wichtig Ruhephasen für die tägliche Leistungsfähigkeit sind – ganz egal ob im Alltag oder bei der Arbeit. Daher rät sie Schlafstörungen, wie z. B. Probleme beim Einschlafen oder Veränderungen in der Schlafdauer, unbedingt bei Experten behandeln zu lassen. Viele Einrichtungen, so wie auch das „Hospital Quirón Murcia“, sind auf Schlafstörungen spezialisiert und verfügen über die neueste Technik, um neurophysiologische Untersuchungen bei den Patienten durchzuführen und solche Probleme zu behandeln. Besonders jetzt im Sommer, wenn hohe Temperaturen herrschen, wird der menschliche Körper stark belastet. Vielmehr noch, weil die Tage während den Sommermonaten länger ausfallen, ist es wichtig die nötige Entspannung nicht nur auf den Nachtschlaf zu vertrösten. Wer sich also am Tag ein kleines Päuschen gönnt, für den kann die Siesta zum wahren Lebenselixier werden.

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