La Terracita: Moderne Tapas-Bar in Costa Calma

La Terracita w

Dunkle Eichenmöbel, schummriges Kellerlicht und Serrano-Schinken, die von der Decke baumeln und im besten Fall einen nussigen, manchmal aber auch eher modrigen Geruch verbreiten. Dies ist das klassische Bild der rustikalen Tapas-Bar.  Doch in der Gastronomie Fuerteventuras zeichnet sich immer mehr ein Trend zu einer Neuinterpretation des Themas „Tapas“ an: leicht, luftig, hell und modern.

Genau diesen Weg geht auch die neue Tapas-Bar „La Terracita“, die Mitte April 2018 in Costa Calma eröffnet hat. Wie der Name schon andeutet, ist der Mittelpunkt der Tapas-Bar eine ringsherum abgeschlossene Terrasse. Die Mauern bilden einen „patio“. Dadurch hat man beim Essen zwar keine schöne Aussicht, aber dafür den in Costa Calma vor allem im Sommer nötigen Windschutz. Weiße Sonnensegel, die über dem Innenhof aufgespannt sind, schaffen schattige Stellen.

Die Einrichtung und Deko sind hell, freundlich und modern. Das typisch rustikale Tapas-Gedöns fehlt dagegen völlig.

Die Bedienung ist freundlich und zuvorkommend, was bereits bei der Begrüßung sehr positiv auffällt.

Die Karte ist relativ kurz, bietet aber dennoch genügend Auswahl. Die typischen Fuerteventura-Touristen-Tapas wie „Krabben in Knoblauchöl“, Runzelkartoffeln mit Mojosauce oder Fuerteventura-Ziegenkäse sind auf der Karte nicht vertreten. Der Küchenchef hat seine kulinarische Messlatte offenbar etwas höher gelegt, was auch an den – für Costa Calma – ambitionierten Preisen erkennbar ist. Der Kellner versichert uns jedoch, dass die Speisen alle frisch zubereitet werden, was die Preise nachvollziehbar macht.

Bei unserem Testbesuch wählen wir die „Patatas Bravas“, das „Tumbet Mallorquín“ und das „Baba Ganoush“

Die „Patatas Bravas“ sind kleine, knusprig frittierte Kartoffelwürfel mit einer würzig-scharfen Sauce. Die Kartoffeln kommen goldgelb und wirklich cross-knusprig auf den Tisch. Die Sauce trifft genau meinen Geschmack, dürfte aber manchem Gast vielleicht schon etwas zu scharf sein. Jedenfalls hat die Sauce nichts mit dem vielerorts üblichen „Mayo & Ketchup“ zu tun.
Mit 3€ sind die „Patats Bravas“ das günstigste Gericht auf der Karte und eine ideale Ergänzung zu fast allen anderen Tapas.

Das „Tumbet Mallorquín“ ist ein kleiner Turm aus gestapeltem, gebratenem Gemüse: Aubergine, rote Paprika, Zucchini und Kartoffeln. Auch wenn das Gericht an sich sehr einfach ist, schafft der Küchenchef es, alle Gemüsesorten auf den Punkt zu garen, gekrönt mit knusprigen Kartoffelscheiben als oberste Schicht. Auf den ersten Blick erscheint ein Preis von 5 Euro teuer für die recht überschaubare Menge an Gemüse. Doch der mutmaßlich erforderliche Aufwand für die Zubereitung rückt den Eindruck wieder gerade.

Das „Baba Ganoush“ hat seinen Ursprung eigentlich in der orientalischen Küche. Es ist ein Püree aus gebratenen Auberginen und Sesam. Es wird als Brotaufstrich verwendet. Im „La Terracita“ wird es mit Pitabrot serviert, zum Preis von 5€.

Zum Nachtisch wählen wir das Tiramisú und die Erdbeertorte für jeweils 3,50€ . Für unseren Geschmack ist das Tiramisú eine Spur zu süß und lässt die herbe Kaffeenote und den Amaretto vermissen. Die Erdbeertorte dagegen trifft genau unseren bevorzugten Süßegrad.

Die Tapas sind durchweg sehr schmackhaft. Zum Sattwerden sollte man pro Person schon mindestens zwei Tapas einplanen, aber das ist beim Tapas-Essen ja normal. Für die gebotene Qualität sind die Preise letztlich nicht unangemessen, zumal es vorab auf Kosten des Hauses eine Schinkenkrokette und ein frisch gebackenes Brötchen dazu gibt.

Gut versteckt in Costa Calma

Das „La Terracita“ ist gut versteckt. Rein zufällig wird sich kaum ein Gast hierher verirren. Es befindet sich im Centro Comercial Cañada del Rio, an der Plaza Happag Lloyd in Cañada del Rio/ Costa Calma. Manchem Fuerteventura-Insider mag es noch als „PMP-Center“ bekannt sein.

Geöffnet ist von 12-23Uhr. Montag ist Ruhetag.

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