Kommt die Mönchsrobbe wieder nach Fuerteventura?

Möchsrobbe

Einst war die Mittelmeer-Möchsrobbe auf Fuerteventura heimisch. Die Insel „Lobos“ im Norden Fuerteventuras ist nach ihnen benannt. Auf Spanisch heißen die nämlich Robben „lobos marinos“, was wörtlich übersetzt „Meerwölfe“ bedeutet.

Die Fischer sahen in ihr früher einen Konkurrenten, denn eine Robbe braucht bis zu 40kg Fisch pro Tag. Und so wurde sie kurzerhand ausgerottet.

Die Mittelmeer-Möchsrobbe (Monachus monachus) ist mit nur noch 350-450 Exemplaren eines der seltensten Säugetiere Europas. In Spanien ist die Art bereits ausgestorben. Im Mittelmeer gibt es noch kleine Bestände u.a. in Marokko, Tunesien, Libyen und in der Ägais. Im Atlantik leben einige wenige Tiere nur noch bei Madeira und der weltgrößte Bestand vor Mauretanien auf der Halbinsel Ras Nouadhibou.

Schon in 2019 könnte die Mönchsrobbe wieder nach Fuerteventura zurückkehren

Das spanische Ministerium für Ökologischen Wandel (Minsterio de Transición Ecológica) steht kurz vor dem Abschluss des Verfahrens, das die Wiederansiedlung der Mönchsrobbe in Spanien ermöglichen soll.

Die Verantwortlichen dieses Projekts haben Mitte September 2018 Vertretern des Cabildo (Inselverwaltung) von Fuerteventura und der Kanarischen Regierung eine Machbarkeitsstudie präsentiert. Im nächsten Schritt müsste die Kanarische Regierung das endgültige Projekt erarbeiten. Dieses muss dann von zwei staatlichen Umweltbehörden genehmigt werden.

Fuerteventura ist ein idealer Ort für einen Versuch

Fuerteventura ist laut der Studie ein idealer Ort für den Versuch, einige Exemplare aus Mauretanien umzusiedeln. Dort lebt die zurzeit größte Population der Welt.
Bereits 2015 hatten das spanische Ministerium mit dem Mauretanischen Umweltministerium eine Absichtserklärung für die Wiederansiedlung ausgestorbener Tierarten unterzeichnet. Neben der Möchsrobbe umfasst diese Erklärung auch vier Antilopenarten.

Die Machbarkeitsstudie hat verschiedene Gebiete in Spanien untersucht. Die östlichen Kanareninseln Fuerteventura und Lanzarote könnten demnach einen wichtigen strategischen Charakter für die Erhaltung der Art haben.

Fuerteventura als genetische Brücke zwischen Mauretanien und Madeira

Die Lage zwischen Mauretanien und Madeira könnte dabei als „genetische Brücke“ dienen. Dadurch wäre das Risiko einer genetischen Isolation der verschiedenen Bestände reduziert.

Die Experten halten den Naturpark von Jandia im Süden von Fuerteventura für einen idealen Standort für die Wiederansiedlung: Es gibt genug Nahrung und die Bedrohungen sind minimal. Es gibt in der Zone nur wenig Fischerei und einige schädliche Fangmethoden sind vollständig verboten.

Die Strände von Jandia sind sehr abgelegen und isoliert. Das Gebiet ist nur dünn besiedelt und der Tourismus moderat. Damit wäre Jandia der ideale Kandidat für das Projekt.

Auf Hawaii wurde bereits ein erfolgreiches Projekt zur Umsiedleung einer anderen Mönchsrobbenart durchgeführt. Dieses kann für den Versuch auf den Kanaren als Modell dienen.

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