Busfahrer von ALSA auf Fuerteventura kündigen unbefristeten Streik im Gelegenheitsverkehr an

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Die Belegschaft des Busunternehmens ALSA auf Fuerteventura hat einen unbefristeten Streik ab dem 02.03.2026 angekündigt. Zugleich bezeichneten die Beschäftigten die Arbeitsbedingungen im Betriebshof Zurita bei Puerto del Rosario als „moderne Sklaverei“ mit langen Arbeitstagen, ständigem Druck und Bedingungen, die nach ihrer Darstellung die Sicherheit beeinträchtigen.

In einer an Medien übermittelten Mitteilung erklärten die Arbeitnehmer, sie hätten angesichts einer riskanten Unternehmensführung eine Grenze erreicht. Diese Unternehmensführung gefährde aus ihrer Sicht die Sicherheit sowohl der Beschäftigten als auch der Passagiere, darunter Schüler in Schulbussen sowie ältere Menschen.

Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung würden Fahrzeuge mit noch nicht behobenen Defekten eingesetzt. Zudem seien fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme deaktiviert, in einzelnen Fällen sei sogar die technische Fahrzeugprüfung ITV abgelaufen. Diese Umstände seien bereits bei der Arbeitsinspektion angezeigt worden.

Die Fahrer betonen, sie trügen die unmittelbare Verantwortung, wenn sie mit solchen Fahrzeugen unterwegs seien. Gleichzeitig fürchteten sie Disziplinarstrafen, falls sie den Dienst verweigern. Dadurch sähen sie sich vor die Wahl gestellt, entweder ihren Arbeitsplatz oder ihre eigene Sicherheit sowie die der Fahrgäste zu riskieren.

Gefahren für Schüler und ältere Menschen

In der Mitteilung wird hervorgehoben, dass ein wesentlicher Teil des Angebots den Schultransport mit täglicher Beförderung Minderjähriger umfasst. Hinzu komme der Transport älterer Menschen und weiterer als vulnerabel geltender Nutzergruppen, weshalb Sicherheitsmängel nach Ansicht der Belegschaft besonders schwer wiegen.

Lange Arbeitszeiten und fehlende Planbarkeit

Die Beschäftigten beklagen außerdem Arbeitszeiten, die sie als endlos bezeichnen. Überstunden würden ihren Angaben zufolge nicht immer oder nur unzureichend bezahlt. Auch zusätzliche Tätigkeiten wie das Handling von Gepäck erfolgten ohne besondere Vergütung.

Zudem kritisieren sie die Dienstplanung. Diese zwinge viele Fahrer dazu, jeden Abend den Einsatzplan für den folgenden Tag zu prüfen, was nach ihrer Einschätzung eine Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie ausreichende Erholung unmöglich mache. Die übliche Dynamik beschreiben sie mit den Worten „arbeiten, schlafen und wieder von vorn beginnen“.

Die Belegschaft verglich ihre Situation mit der von Kollegen auf Gran Canaria, deren ähnliche Forderungen nach der Ankündigung eines Streiks berücksichtigt worden seien.

Auf Fuerteventura stelle man infrage, warum innerhalb derselben Unternehmensgruppe unterschiedliche Lohn und Arbeitsbedingungen für dieselbe Berufsgruppe gelten.

Vorwürfe von Druck auf Arbeitnehmervertreter

Neben den arbeitsrechtlichen und sicherheitsbezogenen Forderungen erhebt die Arbeitnehmervertretung auch Vorwürfe wegen angeblichen Drucks auf Gewerkschaftsmitglieder und Vertreter der gesetzlichen Arbeitnehmervertretung.

Dieser äußere sich laut Darstellung in kurzfristigen Schichtwechseln und Änderungen der Arbeitszeiten, die ein Klima der Angst erzeugten.

Nach Angaben der Belegschaft gebe es mehrere Anzeigen im Zusammenhang mit diesen Praktiken. Man fordere Lösungen, bevor es zu „einem Unglück“ komme, da das Problem über den rein arbeitsrechtlichen Bereich hinausgehe.

Die Beschäftigten halten an der unbefristeten Streikankündigung ab dem 02.03.2026 fest und verlangen Maßnahmen, die sowohl die Sicherheit des Transportdienstes als auch aus ihrer Sicht angemessene Arbeitsbedingungen gewährleisten sollen.

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