
Die Abteilung für Neurologie des Allgemeinen Krankenhauses von Fuerteventura ist mit dem Preis „Angels Oro [Gold]“ der Europäischen Schlaganfallorganisation („Organización Europea del Ictus“), ausgezeichnet worden. Die Ehrung würdigt die Leistung des Teams bei der Versorgung von Patienten mit dieser Erkrankung im letzten Quartal 2025.
Die internationale Auszeichnung erhalten Krankenhäuser, die eine dauerhaft exzellente Schlaganfallversorgung nachweisen. Bewertet werden unter anderem die Schnelligkeit des Handelns, die korrekte Anwendung von Reperfusionsbehandlungen sowie die systematische Erfassung klinischer Daten.
Im bewerteten Zeitraum wurden 36 Aktivierungen des Schlaganfallprotokolls („Código Ictus“) verzeichnet. Zentren, die den Angels Oro erhalten, erfüllen festgelegte Qualitätskriterien in der Patientenversorgung und belegen ihr Engagement für kontinuierliche Verbesserungen und eine koordinierte medizinische Betreuung. Sie müssen im bewerteten Quartal mindestens 30 Fälle bearbeitet und gemeldet haben.
Die „goldene“ Auszeichnung ist die niedrigste Stufe. Darüber gibt es noch „Platin“ und „Diamant“.
Mehr als 200 Schlaganfallpatienten auf im Jahr 2025
Im gesamten Jahr 2025 behandelte die Neurologie des „Hospital General de Fuerteventura“ mehr als 200 Schlaganfallpatienten, die stationär aufgenommen werden mussten.
Rund 140 von ihnen wurden nach Aktivierung des „Código Ictus“ aufgenommen. Dieses Protokoll koordiniert das Vorgehen verschiedener Fachrichtungen, sowohl außerhalb als auch innerhalb des Krankenhauses, und ermöglicht ein Eingreifen, wenn seit Beginn der Symptome weniger als 24 Stunden vergangen sind.
Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 registrierten Fälle waren ischämische Schlaganfälle, verursacht durch den Verschluss einer Hirnarterie durch ein Blutgerinnsel, wodurch die Blutversorgung eines Gehirnbereichs unterbrochen wird. Treffen Patienten in den ersten Stunden nach Auftreten der Symptom ein, können Reperfusionsbehandlungen durchgeführt werden, um die Durchblutung wiederherzustellen.
Die übrigen 20 Prozent waren hämorrhagische Schlaganfälle, ausgelöst durch das Reißen eines Blutgefäßes im Gehirn und eine daraus resultierende Hirnblutung. Die Behandlung konzentriert sich in diesen Fällen auf die Kontrolle der Blutung und des Blutdrucks, die Aufhebung von gerinnungshemmenden Therapien, sofern erforderlich, sowie die Vorbeugung von Komplikationen durch erhöhten Hirndruck.
Schnelle Reaktion durch „Código Ictus“
Der auf den Kanaren eingeführte „Código Ictus“ ermöglicht eine schnelle medizinische Reaktion ab dem ersten Notruf. Bei Verdacht auf Schlaganfall sollte umgehend die Notrufnummer 112 kontaktiert werden. Dadurch wird das Protokoll für den Transport in das geeignetste Krankenhaus aktiviert und das Notfallteam sowie, sofern vorhanden, die Schlaganfalleinheit vorbereitet. Auf Fuerteventura gibt es allerdings noch keine sogenannte „Stroke Unit“.
Nach der Ankunft im Krankenhaus erhält der Patient sofort spezialisierte Betreuung durch die Neurologie, was schnelle Entscheidungen über Diagnose und Behandlung erleichtert. Im Durchschnitt registriert der Neurologiedienst des Krankenhauses von Fuerteventura zwischen 30 und 40 Aktivierungen des Schlaganfall-Protokolls pro Quartal.
Die Bewertung der Qualität der Behandlung von Schlaganfällen auf Fuerteventura hängt natürlich nicht nur vom Krankenhaus, sondern auch von der Schnelligkeit der gesamten Rettungskette ab. Hierbei ist es grundsätzlich problematisch, dass die Wege auf Fuerteventura von und zum Krankenhaus sehr lang sein können. Außerdem ist die Zahl von Notarztwagen naturgemäß limitiert, und wenn man Pech hat, sind alle Notarztwagen gerade im Einsatz.
Solange auf Fuerteventura kein Rettungshubschrauber fest stationiert ist, dauert auch eine Abholung in entlegenen Regionen mindestens 40 Minuten, denn das Fluggerät muss von Gran Canaria anrücken. Dazu kommt die Zeit, die für den Transport des Patienten ins Krankenhaus.
Anzeichen für einen Schlaganfall
Zu den möglichen Warnzeichen eines Schlaganfalls gehören ein plötzlich auftretender Verlust von Kraft oder Gefühl auf einer Körperseite, besonders im Gesicht oder in den Gliedmaßen, Schwierigkeiten beim Sprechen oder beim Verstehen einfacher Aussagen, plötzliche Sehstörungen wie Doppelbilder oder Sehverlust sowie starke Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache, Schwindel, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsprobleme.
Eine schnelle Reaktion bei diesen Symptomen ist entscheidend, da eine frühzeitige Behandlung die Folgen eines Schlaganfalls deutlich verringern und Leben retten kann.
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