
Fuerteventura könnte an der Costa Calma in der Zukunft über ein neues Bildungsangebot verfügen. Die Gemeinde Pájara hat ihre Bereitschaft erklärt, der kanarischen Regierung geeignete kommunale Flächen für den Bau eines Centro de Enseñanza Obligatoria (weiterführende Schule), kurz CEO, zur Verfügung zu stellen. Ziel sei es, die schulische Infrastruktur im Süden der Insel zu stärken und langfristig bessere Bildungsbedingungen für Kinder und Jugendliche im Gemeindegebiet zu schaffen.
Besuch im CEIP Costa Calma
Im Rahmen eines Besuchs im CEIP Costa Calma informierte die Gemeinde Pájara die Schulleitung über dieses Vorhaben. Anwesend waren der Bürgermeister Alejandro Jorge sowie der erste stellvertretende Bürgermeister und Stadtrat für Bau und Stadtplanung Alexis Alonso. Begleitet wurden sie von der Präsidentin des Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung), Lola García.
Technisches Treffen mit dem Bildungsministerium geplant
Der stellvertretende Bürgermeister Alexis Alonso kündigte an, dass die Gemeinde eine technische Besprechung mit der Consejería de Educación (Schulrat) der kanarischen Regierung beantragen wird. In diesem Gespräch soll geprüft werden, welche der verfügbaren Grundstücke sich tatsächlich für den Bau eines neuen Schulzentrums eignen und wie die nächsten Schritte zur Umsetzung des Projekts aussehen könnten. Ziel sei es, die Machbarkeit konkret zu klären und das Projekt gemeinsam mit der Regionalregierung voranzubringen.
Zukunft des IES La Lajita bleibt im Fokus
Parallel dazu betonte Alexis Alonso, dass sich die Gemeinde weiterhin mit der Situation des IES La Lajita befassen werde. Es gehe darum, zu vermeiden, dass Schülerinnen und Schüler aus Pájara für ihre weiterführende Ausbildung dauerhaft in andere Gemeinden pendeln müssen. Auch Bürgermeister Alejandro Jorge machte deutlich, dass die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur ein zentrales Anliegen der aktuellen Gemeinderegierung sei.
Zwei Bildungsprojekte sollen sich ergänzen
Alejandro Jorge erklärte, dass sich die Gemeinde bereits seit mehreren Wochen intensiv mit der Möglichkeit eines CEO in Costa Calma befasse. Gleichzeitig werde aber keinesfalls auf das geplante IES in La Lajita verzichtet. Beide Projekte könnten sich aus Sicht der Gemeindeverwaltung sinnvoll ergänzen und gemeinsam zur Entlastung des bestehenden Schulnetzes beitragen. Die Bereitstellung geeigneter Flächen für das CEO sei daher ein Thema, das innerhalb der Verwaltung schon seit geraumer Zeit bearbeitet werde.
Mit diesem Schritt bekräftigt das Ayuntamiento de Pájara seinen Anspruch, gemeinsam mit der kanarischen Regierung nachhaltige Lösungen für die schulische Entwicklung im Süden von Fuerteventura zu finden. Ob und wann der Bau eines Centro de Enseñanza Obligatoria in Costa Calma realisiert werden kann, hänge nun maßgeblich von den Ergebnissen der angekündigten technischen Gespräche ab.
Schule auf Fuerteventura
Auf den Kanaren und damit auch auf Fuerteventura ist das Schulsystem in mehrere Bildungsstufen gegliedert. Zunächst gibt es die sogenannte Educación Infantil, die in zwei Etappen unterteilt ist. Die erste Phase reicht von der Geburt bis zum dritten Lebensjahr. Ab einem Alter von drei Jahren können Kinder freiwillig und kostenlos die Vorschule besuchen.
Ab dem sechsten Lebensjahr gilt die Schulpflicht. Sie beginnt mit der ersten Klasse der Grundschule, die in der Regel am sogenannten CEIP, Centro de Educación Infantil y Primaria, angeboten wird. Das derzeit in Costa Calma bestehende Bildungszentrum ist ein Beispiel für eine solche Vor- und Grundschule. Dort werden Vorschulklassen für Kinder von drei bis fünf Jahren sowie die Klassen eins bis sechs der Grundschule unterrichtet. Nach Abschluss der sechsten Klasse müssen die Schüler auf eine weiterführende Schule wechseln.
Auch wenn es in Morro Jable ein weiterführendes Bildungszentrum gibt, müssen die Schüler aus Costa Calma, La Pared, La Lajita, Cardón und weiteren kleineren Ortschaften bis nach Gran Tarajal fahren. Dort besuchen sie in der Regel das IES Vigán, ein Instituto de Enseñanza Secundaria. An dieser Schule wird die Educación Secundaria Obligatoria, kurz ESO, in den Klassen eins bis vier angeboten. Diese vier Klassen vervollständigen die obligatorische Schulausbildung, die mit dem Cuarto de la ESO endet, was in etwa der zehnten Klasse im deutschen Schulsystem entspricht.
Am IES Vigán besteht zudem die Möglichkeit, die freiwillige weiterführende Schulausbildung zum Bachillerato zu absolvieren, dem spanischen Pendant zum deutschen Abitur. Dafür müssen die Schüler zwei weitere Schuljahre erfolgreich abschließen. Um anschließend die Zulassung zu einem Studium an einer spanischen Universität zu erhalten, ist zusätzlich eine mehrtägige Abschlussprüfung erforderlich. Die dabei erzielte Durchschnittsnote setzt sich aus den Leistungen der letzten beiden Schuljahre und den Ergebnissen dieser Prüfungen zusammen.
Ein CEO, Centro de Enseñanza Obligatoria, würde die weiterführenden Klassen der ESO abdecken, also etwa die Klassen sieben bis zehn. Für das Bachillerato müssten die Jugendlichen anschließend weiterhin auf eine andere Schule wechseln.
Wie lange müssen die Schüler noch bis nach Gran Tarajal pendeln?
Wie lange Schüler sowie deren Familien im Süden der Insel noch auf eine weiterführende Schule warten müssen, ist derzeit offen. Die Diskussion um den Bau einer weiterführenden Schule in La Lajita ist bereits seit rund 20 Jahren im Gange. In einem Interview im Oktober 2025 bestätigte Yurena Pérez, Bildungsdirektorin der Inselregierung von Fuerteventura, dass das geplante IES La Lajita nicht im schulischen Infrastrukturplan 2025 bis 2035 der kanarischen Regierung enthalten ist.
Ob es mit einem CEO in Costa Calma schneller vorangehen könnte, bleibt abzuwarten. Die Hoffnung stirbt jedoch bekanntlich zuletzt. Klar ist auch, dass Verbesserungen nur dann möglich sind, wenn man irgendwann damit beginnt.
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