
Die Gemeinde La Oliva im Norden von Fuerteventura plant die Einführung einer Touristengebühr. Am 18.03.2026 wurde bekannt, dass die Abgabe im April 2026 dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt werden soll. Vorgesehen ist eine Gebühr von 0,54 Euro pro Person und Nacht.
Sollte die Maßnahme beschlossen werden, wäre La Oliva die zweite Gemeinde auf den Kanarischen Inseln nach Mogán auf Gran Canaria, die eine solche Gebühr einführt, und gleichzeitig die erste Gemeinde auf Fuerteventura.
Einnahmen von rund sechs Millionen Euro jährlich
Nach Angaben der Gemeinde könnten durch die Touristengebühr jährlich rund sechs Millionen Euro in die Kasse der Gemeinde gespült werden. Grundlage für diese Schätzung sind die Übernachtungszahlen des Jahres 2025. Die Einnahmen sind bereits im Haushalt der Gemeinde für das Jahr 2026 eingeplant.
Der Gemeinderat für Wirtschaft und Finanzen von La Oliva, Juan José Rodríguez, erklärte in einem Interview bei Radio Sintonía Fuerteventura, dass diese Einnahmen die zweitwichtigste direkte Einnahmequelle der Gemeinde darstellen würden, direkt nach der Grundsteuer, Impuesto sobre Bienes Inmuebles, IBI. Die Mittel aus der Touristengebühr sollen ausschließlich in öffentliche Dienstleistungen fließen und nicht für Investitionen verwendet werden.
Rechtliche Unsicherheiten bestehen weiterhin
Die Einführung der Touristengebühr ist rechtlich nicht unumstritten. Laut Juan José Rodríguez gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob es sich tatsächlich um eine Gebühr, spanisch tasa, handelt, die von Gemeinden beschlossen werden kann, oder ob sie als Steuer, spanisch impuesto, einzustufen ist, was nicht in die Zuständigkeit der Gemeinden fallen würde.
Ein rechtliches Gutachten der Gemeindeverwaltung steht noch aus. Zudem ist die bereits in Mogán eingeführte Regelung weiterhin Gegenstand gerichtlicher Prüfungen.
Diskussion über Tourismusentwicklung auf Fuerteventura
Mit der geplanten Einführung einer Touristengebühr positioniert sich die Gemeinde La Oliva auch in der aktuellen Debatte über die zukünftige touristische Entwicklung auf Fuerteventura.
Bereits mehrfach hatte die Gemeinde eine spezifische Tourismusmoratorium, moratoria turística, für Fuerteventura gefordert. Ziel sei es nicht, die Zahl der Besucher weiter zu erhöhen, sondern stärker auf Qualität zu setzen.
Der Bürgermeister der Gemeinde La Oliva, Isaí Blanco, erklärte Anfang März 2026 auf der Tourismusmesse ITB in Berlin, dass Fuerteventura „nicht mehr Touristen, sondern qualitativ hochwertigere Besucher“ benötige.
Belastung von Infrastruktur und Wohnraum
Auch der Gemeinderat für Tourismus in La Oliva, David Fajardo, unterstützte diese Forderung. Nach seiner Einschätzung hat Fuerteventura bereits eine kritische Belastungsgrenze erreicht.
Er verwies auf Probleme wie den steigenden Druck auf das Gebiet, Schwierigkeiten beim Zugang zu Wohnraum, eine zunehmende Belastung der grundlegenden Dienstleistungen sowie den Verlust von Landschaft und Identität.
Bedeutung für Fuerteventura
Die geplante Touristengebühr könnte weitreichende Auswirkungen auf Fuerteventura haben. Einerseits eröffnet sie neue Einnahmequellen für die Gemeinden, andererseits ist sie Teil einer grundlegenden Diskussion über die zukünftige Ausrichtung des Tourismus auf der Insel.
Sollte die Maßnahme umgesetzt werden, könnte sie auch für andere Gemeinden auf Fuerteventura als Vorbild dienen und die Entwicklung des Tourismusmodells langfristig beeinflussen.
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