
Das Cabildo von Fuerteventura (Inselregierung) hat neue Informationsschilder installiert, um das historische und archäologische Erbe der Insel besser zu schützen. Die Maßnahme wurde über den Bereich Kulturerbe, Consejería de Patrimonio Cultural, umgesetzt und soll Besucher auf die besondere Schutzwürdigkeit vieler Orte aufmerksam machen.
Mit der Initiative verfolgt das Cabildo das Ziel, das Bewusstsein für den Wert des historischen Erbes von Fuerteventura zu stärken. Gleichzeitig soll daran erinnert werden, dass dieses Erbe besonders empfindlich ist und sein Schutz eine gemeinsame Verantwortung der gesamten Bevölkerung darstellt.
Im Rahmen dieser Strategie wurden Informationstafeln an verschiedenen archäologischen Fundstellen und historischen Orten der Insel aufgestellt. Die Beschilderung dient als vorbeugende Maßnahme zum Schutz dieser Orte, die stark von Besuchern frequentiert werden oder in der Vergangenheit wiederholt Schäden oder Verstöße verzeichnet haben.
Neue Beschilderung an mehreren Fundstellen
Die neuen Hinweisschilder wurden bereits an mehreren archäologischen Stätten auf Fuerteventura installiert. Dazu gehören unter anderem die Fundstellen Casas de Pozo Negro I, El Cardón, die Cueva de Esquinzo sowie die Montaña del Sombrero.
Weitere Tafeln wurden im Naturdenkmal Montaña de Tindaya, Monumento Natural Montaña de Tindaya, sowie im Umfeld der historischen Casa de los Coroneles angebracht, einem der bedeutendsten historischen Bauwerke auf Fuerteventura.
Die Schilder informieren Besucher darüber, dass sie sich in einem geschützten archäologischen Bereich befinden. Gleichzeitig weisen sie darauf hin, dass der Ort respektiert werden muss und dass es untersagt ist, Gegenstände aus der Umgebung zu entfernen, den Boden aufzuwühlen oder andere Veränderungen vorzunehmen.
Schäden am Kulturerbe können Straftaten sein
Die Consejería de Patrimonio Cultural erinnert außerdem daran, dass jede Beschädigung oder Veränderung archäologischer Stätten strafbar sein kann. Nach Artikel 323 des spanischen Strafgesetzbuches (Código Penal) kann eine Beschädigung des historischen Erbes als Straftat verfolgt werden.
Darüber hinaus sieht das kanarische Gesetz zum Kulturerbe (Ley de Patrimonio Cultural de Canarias) auch administrative Sanktionen vor. Bei besonders schweren Verstößen können Geldstrafen von bis zu 600.000 Euro verhängt werden.
Archäologisches Erbe vor allem aus der Zeit der Ureinwohner
Der Regierungsrat im Cabildo von Fuerteventura für Kulturerbe, Rayco León, erklärte, dass das archäologische Erbe von Fuerteventura vor allem aus Spuren der Ureinwohner der Insel besteht. Viele dieser Fundstellen seien bereits erforscht, während andere erst in Zukunft untersucht werden könnten.
Ein zentrales Ziel der neuen Beschilderung sei es, Schäden zu vermeiden, die häufig aus Unkenntnis entstehen. Manche Besucher seien sich nicht bewusst, dass sie sich in einem geschützten archäologischen Gebiet bewegen. In anderen Fällen komme es jedoch auch zu absichtlichen Beschädigungen, etwa durch das Entfernen von Materialien oder durch Graffiti und eingeritzte Inschriften an Felsen und Mauern.
Cabildo bittet Bevölkerung um Mithilfe
Das Cabildo de Fuerteventura dankte außerdem der Bevölkerung für ihre Unterstützung beim Schutz des historischen Erbes der Insel. Hinweise von Bürgern hätten bereits mehrfach dazu beigetragen, Verstöße gegen den Schutz archäologischer Stätten zu entdecken.
Wer Beschädigungen oder andere Eingriffe in archäologische Bereiche beobachtet, soll die zuständigen Behörden informieren. Hinweise können per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter der Nummer 928 862 300 gemeldet werden.
Nach Angaben des Cabildo sei der Schutz des historischen Erbes von Fuerteventura ein zentraler Bestandteil der Kulturpolitik der Insel. Das Cabildo betont, dass der Erhalt dieser Orte nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung ist, sondern auch eine Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen.
Die archäologischen Stätten sind nicht nur wichtige Zeugnisse der Geschichte, sondern auch ein bedeutender Teil der kulturellen Identität von Fuerteventura.
Kritische Stimmen zur Wirkung der Beschilderung
Ob Informationsschilder allein tatsächlich zu einem besseren Schutz archäologischer Stätten führen, wird unter Fachleuten unterschiedlich bewertet. Aus anderen Regionen Spaniens sowie aus Naturschutzgebieten in Europa gibt es Erfahrungen, dass neue Beschilderungen und Hinweise auf besondere Orte gelegentlich auch den gegenteiligen Effekt haben können.
Wenn ein bislang wenig bekannter Ort durch neue Tafeln oder Hinweise stärker sichtbar wird, kann dies zusätzliches Interesse wecken und zusätzliche Besucher anziehen. Gerade in sensiblen archäologischen Landschaften kann eine steigende Besucherzahl wiederum neue Belastungen für das Gelände bedeuten, etwa durch Trittschäden, das Betreten empfindlicher Bereiche oder durch unachtsames Verhalten.
Experten im Bereich Kulturerbeschutz weisen daher häufig darauf hin, dass Informationskampagnen idealerweise mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden sollten. Dazu gehören beispielsweise klar gekennzeichnete Wege, verstärkte Kontrollen, eine bessere Besucherlenkung oder gezielte Aufklärungsarbeit über den Wert der archäologischen Stätten.
Fuerteventura ist UNESCO-Biosphärenreservats
Die Schutzmaßnahmen stehen auch im Zusammenhang mit dem besonderen internationalen Status der Insel. Fuerteventura wurde am 26.05.2009 von der UNESCO im Rahmen des Programms „Man and the Biosphere“ als Biosphärenreservat „Reserva de la Biosfera de Fuerteventura“ anerkannt. Damit verpflichtet sich die Insel, Natur, Landschaft und kulturelles Erbe besonders zu schützen und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Zu diesem kulturellen Erbe gehören auch die zahlreichen archäologischen Fundstellen der Ureinwohner von Fuerteventura. Nach Empfehlungen der UNESCO sollen solche sensiblen Orte nicht nur geschützt, sondern auch verständlich erklärt werden. Informationsschilder gelten dabei als wichtiges Instrument, um Besucher über den Wert historischer Stätten aufzuklären und respektvolles Verhalten zu fördern.
Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass Beschilderung allein nicht ausreicht. Internationale Leitlinien für Biosphärenreservate empfehlen zusätzlich Maßnahmen wie Besucherlenkung, klare Wegeführung, Monitoring und Kontrollen. Ziel ist es, empfindliche Orte sichtbar zu machen, ohne sie durch zunehmenden Besucherdruck stärker zu gefährden.
Auch auf Fuerteventura wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen, wie sich die neue Beschilderung auf das Verhalten der Besucher auswirkt. Beobachter gehen davon aus, dass der langfristige Erfolg der Maßnahme auch davon abhängen wird, ob Information, Besucherlenkung und Kontrollen sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Klar ist jedoch, dass die archäologischen Fundstellen der Insel besonders empfindlich sind und viele der Spuren der Ureinwohner über Jahrhunderte im offenen Gelände erhalten geblieben sind. Schon kleine Eingriffe können deshalb Schäden verursachen, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen.
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link:







