
Die Gewerkschaft der Fluglotsen (Unión Sindical de Controladores Aéreos/ USCA und die Gewerkschaft Comisiones Obreras (CCOO) haben einen unbefristeten Streik der Fluglotsen in den Kontrolltürmen angekündigt, die vom Unternehmen SAERCO betrieben werden. Dazu gehören auch die Kontrolltürme der Flughäfen von Fuerteventura und Lanzarote. Der Streik soll am 17. April 2026 um 00.00 Uhr beginnen.
Nach Angaben der Gewerkschaften ist der Ausstand eine Reaktion auf Personalmangel, eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und die möglichen Auswirkungen dieser Situation auf die operative Sicherheit im Luftverkehr.
Kritik an Personalmangel und Arbeitsbelastung
USCA und CCOO erklären, dass der Konflikt „struktureller Natur“ sei, verursacht durch die Reduzierung des Personals über längere Zeit, eine steigende Arbeitsbelastung der bestehenden Belegschaft und Probleme bei der Einhaltung von Ruhezeiten sowie bei der Organisation des Dienstplans.
Nach Angaben der Gewerkschaften wurde am 6. April 2026 eine offizielle Streikankündigung eingereicht. Darin wird erklärt, dass das Unternehmen Personal reduziert habe, ohne ausscheidende Mitarbeiter ausreichend zu ersetzen. Dadurch müsse die bestehende Belegschaft den Betrieb unter Bedingungen aufrechterhalten, die nach Ansicht der Gewerkschaften zunehmend prekär seien.
Zu den Gründen für den Streik zählen laut USCA und CCOO unter anderem die Stornierung bereits genehmigter Urlaubszeiten, der häufige Einsatz von Bereitschaften, kurzfristig mitgeteilte Schichtänderungen sowie mangelnde Klarheit in den Dienstplänen über vorgeschriebene Ruhezeiten. Außerdem kritisieren die Gewerkschaften organisatorische Praktiken, die sie in mehreren Einrichtungen als irregulär bezeichnen.
Warnung vor Risiken für die Flugsicherheit
Nach Ansicht der Gewerkschaften erfordert die Sicherheit im Luftverkehr Arbeitsbedingungen, bei denen gewährleistet ist, dass die Mitarbeiter ihre Konzentration aufrecht erhalten können. Sie warnen davor, dass Müdigkeit und Stress infolge der aktuellen Situation die Qualität der Arbeit beeinträchtigen könnten.
Die Gewerkschaften erklärten zudem, dass sie vor der Ausrufung des Streiks versucht hätten, Verhandlungen mit dem Unternehmen aufzunehmen. Mehrere geplante Treffen seien jedoch verschoben oder abgesagt worden. Fortschritte habe es weder bei der Personalplanung noch bei der Vertretung von Ausfällen, beim Arbeitsschutz oder bei Maßnahmen zur Vermeidung von Übermüdung gegeben.
Forderung nach mehr Personal und klaren Regeln
Mit dem Streik fordern die Gewerkschaften ausreichende Personalstärken, die Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhezeiten im Luftverkehr, garantierte Urlaubszeiten sowie Arbeitsbedingungen, die mit der Sicherheit des Flugbetriebs vereinbar sind.
Die Streikankündigung beinhaltet außerdem einen Antrag auf Vermittlung durch den spanischen Schlichtungsdienst (Servicio Interconfederal de Mediación y Arbitraje/ SIMA). Ziel ist es, über diesen Weg eine Lösung des Konflikts zwischen den Gewerkschaften und dem Betreiber der Kontrolltürme zu erreichen.
Auswirkungen auf den Flugverkehr auf Fuerteventura noch nicht einzuschätzen
Der zurzeit noch aktive Streik des Handlingpersonals hat am Flughafen von Fuerteventura nur geringe Auswirkungen. Grund sind die sogenannten Mindestdienste (servicios mínimos), die vom spanischen Verkehrsministerium festgelegt werden und bestimmen, welcher Prozentsatz der Dienste trotz des Streiks erbracht werden muss.
Auch für den Streik der Fluglotsen wird das Verkehrsministerium Mindestdienste festlegen. Erst dann ist abzusehen, wie sehr Passagiere den Streik am Flughafen von Fuerteventura spüren werden.
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