90% der tödlichen Badeunfälle auf den Kanaren ereignen sich während aktiver Wetterwarnungen

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Wer Wetterwarnungen auf Fuerteventura oder den übrigen Kanarischen Inseln nicht beachtet, könnte diesen Fehler mit seinem Leben bezahlen. Das zeigen die neuesten Zahlen des Vereins zur Vermeidung von Badeunfällen „Canarias, 1500 Km de Costa“ („Kanaren, 1500km Küsten“) eindrucksvoll.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 sind laut Verein auf den Kanarischen Inseln insgesamt 20 Menschen durch Ertrinken ums Leben gekommen. Damit liegt die Zahl über dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025, als 19 Todesfälle registriert wurden.

Im Monat April 2026 wurde ein Todesopfer verzeichnet. Zusätzlich zu diesem Todesfall wurden im April 2026 vier Personen in kritischem Zustand gemeldet, drei schwer Verletzte, zwei mittelschwer Verletzte. Außerdem wurden zwei Personen unverletzt gerettet.

Deutlicher Anstieg der Gesamtzahlen

Die Gesamtzahl der Betroffenen bei Wasserunfällen beläuft sich im bisherigen Jahresverlauf 2026 auf 62 Personen. Das entspricht einem Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr mit 49 Betroffenen.

Auffällig ist, dass 90 Prozent der bislang ertrunkenen Personen während aktiver Vorwarnungen oder Warnungen der kanarischen Regierung ins Meer gegangen waren. Diese Warnungen wurden aufgrund widriger Küstenbedingungen ausgegeben.

Neben den Todesfällen wurden insgesamt 30 weitere Betroffene registriert, darunter sieben Personen in kritischem Zustand, acht schwer Verletzte, sieben mittelschwer Verletzte und acht leicht Verletzte. Zudem konnten zwölf Badende unverletzt gerettet werden.

Merkmale der Opfer und Nationalitäten

Von den Verstorbenen waren neun Erwachsene, bei sieben Personen ist das Alter unbekannt. Drei Opfer waren älter als 60 Jahre, ein Opfer war minderjährig. Insgesamt handelte es sich um 14 Männer und sechs Frauen.

Unter den identifizierten Opfern waren neun Ausländer, darunter zwei Deutsche, ein US-Amerikaner, ein Venezolaner, ein Belgier und ein Norweger. Drei Personen konnten keiner Nationalität eindeutig zugeordnet werden, drei Opfer waren Spanier. In acht Fällen liegen keine Angaben zur Herkunft vor.

Umstände der Unfälle

Sieben der tödlichen Unfälle ereigneten sich in der Kategorie „sonstige“, etwa durch Stürze infolge starken Wellengangs oder Ausrutschen an Hafenanlagen, Klippen oder Promenaden sowie bei Aktivitäten wie Gleitschirmfliegen oder auf Booten. Sechs Opfer waren Badende, zwei Taucher und zwei Angler. Bei drei Fällen sind die Umstände ungeklärt.

Fuerteventura im Inselvergleich

Im Vergleich der Inseln führt Teneriffa mit neun Todesfällen. Gran Canaria, Fuerteventura und El Hierro folgen mit jeweils drei Todesopfern. Lanzarote und La Gomera verzeichneten jeweils einen Todesfall, während auf La Palma und La Graciosa keine Todesfälle gemeldet wurden.

Wann und wo die meisten Unfälle passieren

Die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignete sich am Nachmittag, 20 Prozent am Vormittag und fünf Prozent in der Nacht. In 25 Prozent der Fälle liegen keine Zeitangaben vor.

Strände bleiben mit 57 Prozent der häufigste Unfallort, gefolgt von Häfen und Küstenbereichen mit 26 Prozent. Natürliche Schwimmbecken machen elf Prozent aus, klassische Pools sechs Prozent.

Datengrundlage und Unterstützer

Die Studie von „Canarias, 1500 Km de Costa“ basiert auf offiziellen Daten von Notfalldiensten, insbesondere des Notrufsystems 112 Canarias, sowie von Guardia Civil, Policía Nacional, Seenotrettung, Gemeindepolizei, Feuerwehr und Zivilschutz.

Unterstützt wird die Initiative unter anderem vom Cabildo von Gran Canaria, dem Museo Elder de la Ciencia y la Tecnología sowie verschiedenen Behörden der kanarischen Regierung und lokalen Einrichtungen.

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