
Die Partei „Partido Popular“ (PP), Oppositionspartei im Gemeinderat von Tuineje, hat der Gemeinderegierung von Tuineje vorgeworfen, erneut fast 30.000 Euro an öffentlichen Zuschüssen verloren zu haben, weil vorgeschriebene Nachweise nicht fristgerecht eingereicht worden seien. Nach Angaben der Opposition sei dies ein Beleg für erhebliche Defizite in der Verwaltung der von Coalición Canaria und PSOE geführten Gemeinderegierung.
Wie die PP-Sprecherin in der Gemeinde Tuineje, Esther Hernández, am 11. Mai 2026 erklärte, zeige der Fall „fehlende Planung und Kontrolle in der Gemeindeverwaltung“. Hernández kritisierte außerdem, dass sich trotz des Wechsels des Bürgermeisters an der „Nachlässigkeit“ innerhalb der Gemeinderegierung nichts geändert habe. Der fortlaufende Verlust öffentlicher Gelder sei für jede Verwaltung untragbar.
Rückforderungen durch das Cabildo von Fuerteventura
Laut offizieller Unterlagen der Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) hat die Inselregierung mehrere Rückforderungsverfahren gegen die Gemeinde Tuineje eingeleitet beziehungsweise diese bereits abgeschlossen. Grund dafür seien fehlende oder unzureichende Belege zur ordnunsgemäßen Verwendung verschiedener Zuschüsse gewesen, die unter anderem für Handwerksveranstaltungen, Maßnahmen zur Belebung des Handels sowie Jugendaktivitäten bewilligt worden waren.
Einer der Vorgänge betrifft einen Zuschuss in Höhe von 3.350 Euro für den Messestand der Gemeinde auf der Inselhandwerksmesse „Feria Insular de Artesanía“ 2025 in Antigua. Nach Angaben des Cabildo wurden die erforderlichen Unterlagen weder innerhalb der vorgesehenen Fristen noch nach einer weiteren Aufforderung eingereicht. Neben der vollständigen Rückzahlung der Beihilfe muss die Gemeinde zusätzlich 52,95 Euro an Verzugszinsen zahlen.
Hinzu kommt ein bereits abgeschlossenes Rückforderungsverfahren über 10.500 Euro sowie zusätzliche Verzugszinsen in Höhe von 195,17 Euro. Dieser Zuschuss war für Aktivitäten zur Förderung und Belebung des Handelssektors vorgesehen. Auch hier sei laut Akte die fehlende ordnungsgemäße Abrechnung der öffentlichen Mittel ausschlaggebend gewesen.
Kritik auch wegen Jugendwoche in Gran Tarajal
Die Gemeinderätin Nélida Padilla erklärte zudem, die Situation verschärfe sich durch ein drittes Verfahren, bei dem die Gemeinde selbst eingeräumt habe, die Maßnahme weder umgesetzt noch abgerechnet zu haben. Dabei handelt es sich um einen Zuschuss über 16.000 Euro für die Durchführung der „50ª Semana de la Juventud“, der 50. Jugendwoche in Gran Tarajal.
Obwohl sich sämtliche Zuschüsse auf Veranstaltungen und Aktivitäten des Jahres 2025 bezogen, sahen die jeweiligen Vereinbarungen und Verwaltungsbeschlüsse vor, dass die Abrechnungen erst im Jahr 2026 vorzulegen waren.
Padilla erklärte, die Verfahren machten einen „besorgniserregenden Mangel an Planung, Nachverfolgung und Kontrolle öffentlicher Gelder“ innerhalb der Gemeinderegierung von CC und PSOE deutlich. Der Verlust von Zuschüssen, Rückzahlungen und zusätzlichen Zinsen schade nicht nur den Gemeindefinanzen, sondern auch dem institutionellen Ansehen von Tuineje gegenüber anderen Verwaltungen.
Besonders schwerwiegend sei aus ihrer Sicht, dass die Gemeinde trotz offizieller Aufforderungen des Cabildo die Fristen habe verstreichen lassen, obwohl die Fördermittel wichtigen Bereichen wie Handwerk, Jugend sowie der wirtschaftlichen und kommerziellen Förderung dienten.
Esther Hernández erklärte abschließend, eine verantwortungsvolle Verwaltung öffentlicher Mittel erfordere „administrative Sorgfalt, Transparenz und Fähigkeit zur Umsetzung“. Die Vorgänge zeigten deutliche Mängel in der Gemeindeverwaltung von CC und PSOE in Tuineje.
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