AGONANE warnt vor Umweltschäden durch neue Promenade in Corralejo im Norden von Fuerteventura

LKW-Promenade-Corralejo

Die Umweltschutzorganisation „Agonane, Ecologistas en Acción“ hat die Umweltauswirkungen angeprangert, die nach ihrer Einschätzung durch den Bau der neuen Strandpromenade von Corralejo entstehen, besonders am Strand La Goleta, der auch als Waikiki-Strand bekannt ist.

Die Umweltschützer sind der Ansicht, dass die Arbeiten einen „einzigartigen Küstenabschnitt“ auf Fuerteventura beschädigen, und bezeichnet den Einsatz von Lastwagen, die in dem Bereich Sand und schwarzen Kies abladen, als „ökologische Abscheulichkeit“.

Nach Angaben der Organisation handelt es sich um ein Gebiet mit hohem Naturwert und besonderer Bedeutung für die Tierwelt. Dort seien Arten zu beobachten wie Rochen und der Engelshai, eine der weltweit am stärksten bedrohten Haiarten, sowie Vogelarten wie der Steinwälzer und der Brachvogel. Agonane fordert, dass die Unterlagen und der Name des Verfassers der Umweltverträglichkeitsstudie veröffentlicht werden.

Zudem stellt die Umweltorganisation den Einsatz öffentlicher Mittel für diese Maßnahme in Frage. Ihrer Meinung nach würden dadurch diejenigen begünstigt, die „seit Jahren den Strand illegal ausbeuten, um sich zu bereichern“. Nach Darstellung des Kollektivs wurde wiederholt die Besetzung des maritim terrestrischen öffentlichen Küstenbereichs mit Terrassen, Tischen und Stühlen „fast bis ans Wasser“ angezeigt. Kritisiert wird außerdem, dass einige dieser Anlagen zwar von der Küstendirektion versiegelt worden seien, später jedoch „auf unregelmäßige Weise wieder geöffnet“ wurden.

Agonane sieht Verstoß gegen EU-Recht

Agonane warnt vor den ökologischen Folgen der Bauarbeiten am Strand La Goleta und prangert an, dass das Projekt gegen europäische Vorschriften verstoße. In diesem Zusammenhang erinnert die Organisation daran, dass der Strand La Goleta im Jahr 2022 wegen der Einleitung von Abwasser, die mit diesen Betrieben in Verbindung gebracht wurden, die „Schwarze Flagge“ von Ecologistas en Acción erhalten habe.

Vor diesem Hintergrund kritisieren die Umweltschützer, dass nun „die Verwaltung selbst“, gemeint ist die Gemeinde von La Oliva, unter Bürgermeister Isaí Blanco von der Coalición Canaria, sowie das Bauressort unter Gemeinderat Luis Alba von der PSOE, „einen einzigartigen Lebensraum im eigen Ortes zerstört“.
Ebenso lehnt das Kollektiv ab, dass das Projekt über die Consejería de Turismo der kanarischen Regierung finanziert wird, die von Jéssica de León von der Partido Popular geführt wird. Agonane hält es für unvereinbar, „die natürlichen Werte der Gemeinde auf Tourismusmessen zu bewerben, während gleichzeitig die Umgebung zerstört wird“.

Als weiteres Argument verweist die Organisation darauf, dass der Eingriff gegen die Verordnung (EU) 2024/1991 des Europäischen Parlaments zur Wiederherstellung der Natur verstoßen könnte, die in den Mitgliedstaaten unmittelbar gilt. Begründet wird dies damit, dass es sich um ein Umfeld handelt, das innerhalb eines marinen Fauna-Flora-Habitat-Gebiets des Netzes „Natura 2000“ liegt.

Agonane erinnert außerdem an den eigenen historischen Widerstand gegen ähnliche Maßnahmen. Vor fast drei Jahrzehnten habe sich die Gruppe bereits gegen die Entfernung von Tamarisken (Tamarix canariensis) an diesem Strand durch einen damaligen kommunalen Verantwortlichen gestellt, ein Eingriff, der nach ihrer Darstellung dazu gedient habe, die Fläche für die Liegenvermietung zu vergrößern.

Abschließend bedauert Agonane die städtebauliche Entwicklung von Corralejo. Diese habe nach Aussage der Organisation die lokale Bevölkerung verdrängt und die Identität des Ortes tiefgreifend verändert.

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