Cabildo half 2025 täglich im Schnitt zwei Wildtieren auf Fuerteventura

Wildtierrettungen_2025

Fuerteventura verzeichnete im Jahr 2025 eine hohe Zahl an Einsätzen zum Schutz der heimischen Tierwelt. Die Umweltabteilung des Cabildo führte im Jahresverlauf insgesamt 647 Maßnahmen im Zusammenhang mit Wildtieren durch. Damit kam es im Durchschnitt zu fast zwei Einsätzen pro Tag, bei denen verletzte Tiere gerettet oder verendete Exemplare geborgen wurden, um Risiken für Mensch und Natur zu vermindern. Im Vergleich zum Jahr 2023, in dem über 840 Einsätze gefahren wurden, ist diese Zahl deutlich zurück gegangen.

Einsatz für den Schutz der Ökosysteme

Die Fachkräfte des Umweltdezernats des Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) leisten nach Angaben von Umweltdezernent Carlos Rodríguez einen wichtigen Beitrag zum Erhalt stabiler Ökosysteme auf der Insel. Verletzte Tiere werden nach ihrer Sicherstellung in der Biologischen Station von La Oliva  (Estación Biológica de La Oliva) versorgt, medizinisch betreut und möglichst auf eine Wiederauswilderung vorbereitet. Verendete Tiere werden geborgen, um mögliche Gesundheitsrisiken zu reduzieren, insbesondere dann, wenn Todesursachen unklar sind oder es sich um Verkehrsunfälle handelt, die Auswirkungen auf die Nahrungskette haben könnten.

Mehr als 450 Tiere lebend geborgen

Von den insgesamt 647 Einsätzen im Jahr 2025 entfielen 454 auf lebende Wildtiere, die aufgenommen und behandelt wurden. In weiteren 193 Fällen handelte es sich um bereits verendete Tiere. Zusätzlich betreute die Umweltabteilung auch einzelne Wildtiere, die lebend von anderen Inseln nach Fuerteventura gelangten, darunter zwei Tiere aus Lanzarote sowie vier aus Gran Canaria.

Nach Angaben des Cabildo ist das funktionierende Meldesystem ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Maßnahmen. Durch Hinweise aus der Bevölkerung und das schnelle Eingreifen der Umweltagenten konnten viele Tiere rechtzeitig versorgt und in zahlreichen Fällen später wieder in ihr natürliches Lebensumfeld zurückgeführt werden.

La Oliva und Pájara mit den meisten Einsätzen

Die meisten Einsätze wurden in der Gemeinde La Oliva registriert, auf die 33 Prozent aller Maßnahmen entfielen. Es folgt die Gemeinde Pájara mit 31 Prozent. An dritter Stelle lag Puerto del Rosario mit 20 Prozent. Weitere Einsätze verteilten sich auf Tuineje mit 8 Prozent, Antigua mit 6 Prozent sowie Betancuria mit 1 Prozent. Da Pájara die flächenmäßig größte Gemeinde ist, der La Oliva direkt folgt, ist es nicht verwunderlich, dass in diesen beiden Gemeinden auch die meisten Einsätze stattfanden. Die Einsätze in den anderen Gemeinden gehen konform mit der Reihenfolge der flächenmäßigen Größe der jeweiligen Gemeinden.

85 Tierarten betroffen

Die 647 Einsätze betrafen insgesamt 85 verschiedene Tierarten, was die große Vielfalt der Wildfauna auf Fuerteventura widerspiegelt. Besonders häufig betroffen waren Sepiasturmtaucher (spanisch: Pardela cenicienta), bei denen 183 Maßnahmen durchgeführt wurden. Es folgten die Gelbfußmöwe mit 44 Einsätzen, die Unechte Karettschildkröte mit 40 sowie die Türkentaube mit 30 Fällen.

Darüber hinaus wurden unter anderem 24 Einsätze im Zusammenhang mit Grünen Leguanen, 22 mit Bulwersturmvögeln, 20 mit Turmfalken, 17 mit Rostgänsen, 16 mit Kolkraben und 15 mit Kuhreihern registriert. Diese Arten machen einen erheblichen Anteil der Gesamtzahlen aus, was auf eine erhöhte Anfälligkeit hindeuten kann. Als mögliche Ursachen gelten artspezifische Verhaltensweisen, Bestandsdichte sowie die Nähe zum Menschen.

Deutliche Häufung im Herbst

Auffällig ist die zeitliche Konzentration der Einsätze in den Monaten Oktober und November. In diesem Zeitraum wurden 244 Maßnahmen verzeichnet. Dies fällt mit dem Ausfliegen der Jungtiere des Sepiasturmtauchers (früher auch „Atlantischer Gelbschnabelsturmtaucher“ genannt) zusammen, einer Phase, in der es erfahrungsgemäß trotz erhöhter Schutzmaßnahmen vermehrt zu Unfällen kommt. Die Zahlen verdeutlichen die Bedeutung der kontinuierlichen Arbeit der Umweltabteilung, die sowohl dem Schutz einzelner Tiere als auch der langfristigen Stabilität der Ökosysteme auf Fuerteventura dient.

Was kann ich tun, wenn ich ein verletztes oder totes Wildtier auf Fuerteventura finde?

Einfach die Notrufnummer 112 wählen und möglichst genau beschreiben, wo der Standort des Tieres ist. Unter der Notrufnummer werden alle Arten von Notrufen koordiniert, man muss sich also nicht scheuen, diese Nummer auch für Tiere zu wählen.
Des Weiteren wird unter der 112 nicht nur spanisch, sondern auch englisch, deutsch, italienisch und französisch gesprochen, sowie weitere Sprachen mit Unterstützung von Übersetzungsprogrammen.

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