Die Fuerteventura-Zeitung hat schon mehrfach über die teilweise unzumutbaren Arbeitsbedingungen in den Justizeinrichtungen auf Fuerteventura berichtet, die unter anderem die Staatsanwaltschaft betreffen. So mussten z.B. die Justizangestellten im Sommer bei großer Hitze in nicht klimatisierten Räumen bei Temperaturen weit jenseits der 30°C ihre Arbeit verrichten.
Nun hat der Verband für Bürgerdienstleistungen (Federación de Servicios a la Ciudadanía) der Gewerkschaft „Comisiones Obreras Canarias“ (FSC-CCOO) den Einsturz eines Teils der abgehängten Decke in der Staatsanwaltschaft von Puerto del Rosario angezeigt. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Gewerkschaft am 12.01.2026 nachts und verursachte keine Personenschäden. Wäre die Decke während der Arbeitszeit heruntergekommen, hätte durchaus jemand verletzt werden können.

Nach Darstellung von FSC-CCOO lösten sich Teile der Deckenverkleidung über Arbeitsbereichen und beschädigten Büroausstattung. Aus Sicht der Gewerkschaft macht dies deutlich, welchem Risiko das Personal über längere Zeit ausgesetzt gewesen sei. Comisiones Obreras warnt, der Vorfall vom 12.01.2026 belege einen „anhaltenden Mangel an Instandhaltung“ und erinnert an verschiedene Mängel des Gebäudes.
Warnungen wegen schlechtem Zustand des Gebäudes schon in 2024
FSC-CCOO betont, der Einsturz könne „weder als isoliert noch als unvorhersehbar“ bewertet werden. Bereits im Jahr 2024 habe die Gewerkschaft ein formelles Schreiben bei der Verwaltung eingereicht, in dem vor „sehr gravierenden Mängeln“ der Immobilie gewarnt worden sei. Dennoch, so die Gewerkschaft, seien keine wirksamen Korrekturmaßnahmen umgesetzt worden, und der Betrieb sei bis zum Vorfall normal weitergelaufen.
Zu den von FSC-CCOO genannten Problemen zählen eine „extremer Mangel an Platz“, eine „fast vollständige fehlende Belüftung“ sowie das Fehlen von natürlichem Licht. Zudem habe es bei Regenereignissen Überschwemmungen mit Fäkalwasser gegeben, was „unerträgliche“ Gerüche verursacht habe. Die Gewerkschaft spricht in diesem Zusammenhang von einer „gesundheitsgefährdenden“ Situation, die mit einem Arbeitsplatz nicht vereinbar sei.
Im Bereich Sicherheit kritisierte CCOO außerdem, dass der Zugang keine Mindestmaßnahmen wie einen Metalldetektor oder einen Sicherheitsbogen aufweise.
Hinzu komme der schlechte Zustand wichtiger Geräte, die nicht repariert würden, etwa defekte Drucker. Dadurch müssten Ressourcen geteilt werden, was wiederum Verzögerungen im Arbeitsablauf verursache.
Gewerkschaft fordert das Ende von provisorischen Lösungen
Nach dem Einsturz wurden die Beschäftigten vorübergehend in die Justizeinrichtungen im Stadtteil Majada Marcial verlegt. FSC-CCOO hält diese Lösung jedoch für „klar unzureichend“ und befürchtet, dass sie dauerhaft werden könnte, obwohl der Raum nach Einschätzung der Gewerkschaft keine angemessenen Bedingungen für die Arbeit der Staatsanwaltschaft bietet.
Die Gewerkschaft weist darauf hin, dass ein Umzug in einen geeigneten neuen Sitz seit Jahren ausstehe, und spricht von einer „ungerechtfertigten Verzögerung“ bei der Umsetzung. Zwar komme ein technischer Bericht der Verwaltung zu dem Ergebnis, dass es sich nicht um ein strukturelles Problem handle, veröffentlichte Bilder zeigten jedoch einen stark beschädigten Deckenbereich mit gelösten Platten, offenen Stellen und Trümmern auf dem Boden.
FSC-CCOO Canarias fordert deshalb „reale und sofortige Sicherheitsgarantien“, den Verzicht auf provisorische Lösungen ohne ausreichende Absicherung, die Inbetriebnahme neuer Räumlichkeiten und eine Übernahme von Verantwortung durch die Verwaltung, weil sie über Jahre hinweg „formelle und dokumentierte Warnungen“ ignoriert habe. Abschließend betont die Gewerkschaft, Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz seien „nicht verhandelbar“, und der Vorfall in der Staatsanwaltschaft von Puerto del Rosario „wäre vermeidbar gewesen“.
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