Das Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) hat den offiziellen Startschuss für die Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der Klassifizierungs- und Kompostierungsanlage im Umweltkomplex Zurita gegeben. Mit der Unterzeichnung der sogenannten Acta de Replanteo beginnt nach jahrelangen Verzögerungen die zweite Phase eines Projekts, das als zentral für die Verbesserung der Abfallbehandlung auf der Insel gilt.
Wiederaufnahme eines lange geforderten Projekts
Die Bauarbeiten an der Anlage im Umweltkomplex Zurita werden unter der Verantwortung der kanarischen Regionalregierung umgesetzt und waren seit langer Zeit eine zentrale Forderung der Regierung von Fuerteventura. Die Präsidentin des Cabildo, Lola García, bezeichnete die Wiederaufnahme der Arbeiten als überfällig und notwendig für die Modernisierung der bestehenden Anlagen sowie für eine deutliche Verbesserung der Abfallbehandlung auf der Insel. Nach ihren Angaben sei es nach langem Drängen gelungen, die Zusage des kanarischen Regierung für den Start der zweiten Bauphase zu erhalten.
Mehr Recycling und weniger Deponieabfälle
Auch der für Abfallwirtschaft zuständige Inselrat Enrique Pérez hob die Bedeutung des Projekts hervor. Er verwies darauf, dass Fuerteventura von allen Kanarischen Inseln beim Recycling in den vergangenen Jahren die größten Fortschritte erzielt habe. Die neue Anlage ermögliche es, Abfälle zu trennen, die bislang direkt auf der Deponie landeten. In Kombination mit einer wachsenden Sensibilisierung der Bevölkerung könne so rund die Hälfte der Abfälle vermieden werden, die derzeit noch im Deponiebereich entsorgt werden müssen. Dies sei ein wichtiger Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft.
Weitere Investitionen in die Infrastruktur
Parallel zu diesem Projekt arbeitet die Inselregierung an weiteren Investitionen, um die Abfallbehandlung weiter zu verbessern. Dazu zählen die geplante Modernisierung der Anlagen in Zurita mit einem Volumen von rund drei Millionen Euro sowie Maßnahmen an den über die Insel verteilten Umladestationen. Ziel sei es, die gesamte Entsorgungsstruktur an aktuelle gesetzliche Vorgaben und an den Abfallplan von Fuerteventura anzupassen.
Bedeutung für die Kreislaufwirtschaft
Der kanarische Regionalminister für ökologische Transformation und Energie, Mariano Hernández Zapata, betonte, dass eine effiziente Abfallwirtschaft entscheidend für die Zukunft Fuerteventuras sei. Mit dem nun gestarteten Bau der Klassifizierungs- und Kompostierungsanlage werde ein wichtiger Teil der Strategie zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft realisiert. Das Projekt war über Jahre hinweg blockiert und gilt als historisches Anliegen der Inselregierung.
Klassifizierung und Kompostierung als Schlüssel
Das Gesamtprojekt verfügt über ein Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro. Geplant sind zwei zentrale Anlagenteile, eine Klassifizierungsanlage zur Trennung und Verwertung von recycelbaren Abfällen, die nicht bereits an der Quelle getrennt werden, sowie eine Anlage zur Kompostierung. Letztere soll die organischen Abfälle in nutzbaren Kompost für landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und landschaftsgestalterische Zwecke umwandeln.
Diese neuen Einrichtungen gelten als entscheidend, damit Fuerteventura die für 2026 festgelegten Ziele in den Bereichen Recycling und Kreislaufwirtschaft erreichen kann.
Einordnung in bestehende Maßnahmen
Erst vor ein paar Tagen hat die Fuerteventura Zeitung über die Fertigstellung einer neuen, vierten Deponiezelle im Abfallkomplex Zurita berichtet. Würde weniger Müll anfallen, der nicht recycelt werden kann, sondern letztlich in diesen Deponiezellen untergebracht werden muss, wäre das ein großer Vorteil.
Mit der nun begonnenen Bauphase rückt das Ziel einer zeitgemäßen und nachhaltigeren Abfallwirtschaft auf Fuerteventura ein Stück näher.
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link: