Die autochthonen Palmenbestände auf Fuerteventura gelten als besonders anfällig für eingeschleppte Schädlinge und drastische Umweltveränderungen. Vor diesem Hintergrund setzt die Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) seine Strategie zum Erhalt dieser charakteristischen Ökosysteme fort und beteiligt sich nun am Projekt „Palmac“. Ziel dieses Vorhabens ist es, die Palmenhaine der makaronesischen Inseln an veränderte klimatische Bedingungen anzupassen und ihre langfristige Existenz zu sichern.
Das Projekt „Palmac“ ist Teil des europäischen Förderprogramms Interreg Mac der Europäischen Union und untersucht die genetischen Eigenschaften der kanarischen und kapverdischen Palmenarten Phoenix canariensis und Phoenix atlántica. Auf dieser Grundlage sollen Überlebensstrategien gegen Schädlinge, langanhaltende Trockenperioden und die Folgen des Klimawandels entwickelt werden. Neben dem Cabildo de Fuerteventura sind auch das Cabildo von Gran Canaria, das Argarinstitut der Kapverden, das öffentliche Unternehmen Gesplan sowie die Universität von Las Palmas de Gran Canaria an dem Projekt beteiligt.
Die Regierungsrätin für das Biosphärenreservat im Cabildo von Fuerteventura, Marlene Figueroa, hob die Bedeutung des Beitritts der Insel zu diesem Projekt hervor. Sie verwies darauf, dass Palmac auf den Erfahrungen aus früheren Arbeiten auf La Gomera aufbaut, jener Insel mit der höchsten Anzahl an Exemplaren der kanarischen Dattelpalme Phoenix canariensis.
Nach Angaben von Marlene Figueroa gibt es auf den Kanarischen Inseln rund 300.000 autochthone [einheimische] Palmen, die jedoch zunehmend unkontrollierbaren und immer häufiger auftretenden Risiken wie langen Dürreperioden ausgesetzt sind. Besonders die kanarische Palme sei gefährdet, da sie bevorzugt dort wachse, wo sich Grundwasser befinde. Sinkt der Grundwasserspiegel, sterben die Pflanzen ab.
An einer Koordinierungssitzung am 12. Januar 2026 nahm auch Regierungsrat Enrique Pérez im Cabildo teil. Er betonte die Problematik der Palmen als vulnerable Art und verwies auf die verschiedenen Maßnahmen, die vom Cabildo und weiteren Institutionen zu ihrem Schutz ergriffen werden. Das Projekt „Palmac“ sei dabei ein zentrales Instrument, um wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Schutzstrategien umzusetzen.
Im Rahmen des Projekts werden die Palmenbestände vor Ort untersucht, ebenso die Grundwasserverhältnisse, also Beschaffenheit und Tiefe der unterirdischen Wasservorkommen. Damit konzentriert sich Palmac auf eines der Elemente der Ökosysteme, die besonders stark und negativ vom Klimawandel betroffen sind. Zusätzlich ist die Einrichtung eines öffentlich zugänglichen Online Portals vorgesehen. Dieses soll mithilfe eines geografischen Informationssystems Auskunft über die Verbreitung der Palmen und Palmenhaine, ihren Zustand sowie ihre zeitliche Entwicklung geben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf genomischen und genetischen Analysen. Ziel ist es, genetische Veränderungen zu identifizieren, die kanarische und kapverdische Endemiten im Zuge ihrer Anpassung an veränderte klimatische Bedingungen durchlaufen. Die gewonnenen Daten sollen helfen, gezielte Erhaltungs- und Anpassungsmaßnahmen zu entwickeln.
Das Programm Interreg Mac ist das spezielle Kooperationsprogramm der Europäischen Union für Madeira, die Azoren und die Kanarischen Inseln. Es wurde von der Europäischen Kommission am 21. September 2022 genehmigt und bildet den finanziellen und organisatorischen Rahmen für Projekte wie „Palmac“, die auf eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz einzigartiger Naturressourcen in der makaronesischen Region abzielen.
Forschung ist gut, aber Sofortmaßnahmen auf Fuerteventura sind dringend erforderlich
Es ist positiv zu bewerten, dass sich das Cabildo de Fuerteventura verstärkt der Forschung zu, Schutz der einheimischen Palmen widmen will. Doch z.B. im Fall des Palmenhains von Costa Calma liegen die Ergebnisse über den verheerenden Zustand schon lange auf dem Tisch.
Während das Cabildo sich in den letzten Monaten bereits zwei Mal der Pflege der Palmen an der Zufahrtsstraße nach Gran Tarajal gewidmet hat, gib der Palmenwald von Costa Calma noch immer ein trostloses Bild ab. Die Gemeinde Pájara, die eigentlich zuständig ist, kommt ihrer Pflicht immer noch nicht nach und verweist immer wieder auf eine millionenschwere Ausschreibung. Doch warum kann das Cabildo in Gran Tarajal einspringen, obwohl dort doch eigentlich die Gemeinde Tuineje zuständig sein müsste, und in Costa Calma nicht!?
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