Großoperation gegen transatlantischen Kokainhandel mit Verbindungen nach Fuerteventura

Nationalpolizei-Geld

Beamte der spanischen Nationalpolizei haben nach eigenen Angaben das größte bisher bekannte Netzwerk von Drogenschmugglern zerschlagen, das den Kokainimport über den Atlantik sowie spanische Flüsse mithilfe von Schnellbooten, sogenannten Narcolanchas, kontrollierte. Das Netzwerk reichte auch nach Fuerteventura.

Im Rahmen der Operation wurden 49 Hausdurchsuchungen durchgeführt und 105 Personen festgenommen, die Teil eines kriminellen Netzwerks waren. Insgesamt konnten 10.400 Kilogramm Kokain sichergestellt werden.

Operation „Sombra Negra“ mit internationaler Beteiligung

Die Operation trug den Namen „Sombra Negra“ („Schwarzer Schatten“) und führte zudem zur Beschlagnahmung von 70 Fahrzeugen, 30 Booten, sechs Immobilien, drei Schusswaffen, mehr als 800.000 Euro Bargeld, zwei Hexakopter-Drohnen, zahlreichen Bankkonten, mehr als 150 Mobiltelefonen, umfangreichem nautischem Material sowie modernen elektronischen Geräten für den Seeverkehr im geschätzten Wert von 2,5 Millionen Euro.

Nach Angaben der Nationalpolizei erfolgte die Operation in Zusammenarbeit mit der britischen National Crime Agency (NCA), der US-amerikanischen Drug Enforcement Administration (DEA), der Generaldirektion für Nationale Sicherheit Marokkos, Europol, dem Maritimen Analyse- und Operationszentrum gegen Drogenhandel (Centro de Análisis y Operaciones Marítimas en materia de Narcotráfico, MAOC-N) sowie Behörden aus Frankreich, Portugal, Kolumbien und Kap Verde.

Mehr als ein Jahr Ermittlungen

Die Ermittlungen dauerten mehr als ein Jahr und standen unter der Leitung des Zentralen Ermittlungsgerichts Nummer 3 sowie der Sonderstaatsanwaltschaft für Drogenkriminalität der Audiencia Nacional. Die operative Phase begann im November 2024. Ziel war eine kriminelle Organisation, die mutmaßlich große Mengen Kokain über Hochgeschwindigkeitsboote nach Spanien brachte.

Routen über Guadalquivir, Kanaren und Atlantik

Die Organisation operierte vom Fluss Guadalquivir sowie von weiteren Flüssen in den Provinzen Cádiz, Huelva und Almería, außerdem von den Kanaren, der marokkanischen Küste und Portugal aus. Von dort aus fuhren die Boote auf den Atlantik, wo sie auf sogenannte Mutterschiffe trafen, um die Drogen zu übernehmen. Anschließend kehrten sie auf die Kanaren und zum südlichen spanischen Festland zurück.

Die eingesetzten Boote erreichten Geschwindigkeiten von über 40 Knoten. Verschlüsselte Kommunikation, Satellitentelefone, schwer rückverfolgbare Mobiltelefone sowie eine codierte Sprache ermöglichten nächtliche Einsätze und erschwerten die Polizeiarbeit erheblich.

Netzwerk bis nach Fuerteventura

Die Struktur der Organisation erstreckte sich laut Polizei von Galicien über Portugal, Huelva, Cádiz, Málaga, Almería, Girona und Ceuta bis nach Marokko sowie auf die Inseln Lanzarote, Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa.

An den Durchsuchungen waren auch Spezialeinheiten wie die Grupo Especial de Operaciones (GEO) und die Grupo Operativo Especial de Seguridad (GOES) beteiligt. Insgesamt fanden 14 Durchsuchungen auf Lanzarote, 14 auf Gran Canaria, zwei auf Fuerteventura, elf in Algeciras, sieben in La Línea de la Concepción und zwei in Jerez statt.

Zentrum für Technik und Geldwäsche im Visier

Nach Angaben der Nationalpolizei wurde dabei auch das größte Verteil- und Geldwäschezentrum im Gebiet Campo de Gibraltar zerschlagen. Von dort aus wurden sichere Kommunikationsgeräte und nautisches Material an einen Großteil der Drogenhändler in Andalusien geliefert.

Wochenlang auf hoher See

Die Ermittler stellten fest, dass die Organisation schwimmende Plattformen betrieb, auf denen die Bootsführer teils mehr als einen Monat auf hoher See blieben und mehrere Transporte nacheinander durchführten. Der Crewwechsel erfolgte direkt auf dem Wasser. Die Plattformen wurden regelmäßig mit Treibstoff, Lebensmitteln, Kommunikationsausrüstung und Kleidung versorgt.

Dabei kamen nachweislich mehr als 100.000 Liter Treibstoff zum Einsatz. Kleinere Boote lieferten Benzin, Vorräte und Ausrüstung sowie die Begleitpersonen, die die Drogen vom Mutterschiff bis nach Spanien begleiteten.

Zusätzlich überwachten Mitglieder der Organisation von festen Beobachtungspunkten aus die Positionen von See- und Luftfahrzeugen der staatlichen Sicherheitskräfte entlang weiter Teile der Küste.

Millionen für Schweigen gezahlt

Die Nationalpolizei teilte außerdem mit, dass die Organisation zwölf Millionen Euro an die Familie eines bei einem Drogentransport ums Leben gekommenen Crewmitglieds gezahlt haben soll, um dessen Schweigen zu sichern und eine Verbindung zu den kriminellen Aktivitäten zu verhindern.

Operation in zwei Phasen

Die erste Phase der Operation endete im Juni 2025. Dabei wurden 48 Personen festgenommen und 29 Durchsuchungen auf Lanzarote, Gran Canaria und Fuerteventura durchgeführt. Sichergestellt wurden rund 100.000 Euro, etwa 3.800 Kilogramm Kokain, 69 Fahrzeuge, darunter 19 Boote und Jetskis, sechs Immobilien, Bankkonten, drei Faustfeuerwaffen, umfangreiche Dokumente sowie Ausrüstung für den maritimen Drogenhandel.

Die zweite Phase wurde im November 2025 abgeschlossen. In der Provinz Cádiz fanden 20 Durchsuchungen statt, elf in Algeciras, sieben in La Línea de la Concepción und zwei in Jerez. Dabei wurden mehr als 700.000 Euro, zwei Hexakopter, nautisches Material und moderne Technik eines kriminellen Netzwerks im Campo de Gibraltar beschlagnahmt.

57.000 Kilo Kokain für Europa

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die Organisation im letzten Jahr für die Einschleusung von 57.000 Kilogramm Kokain nach Europa verantwortlich gewesen sein soll. Koordinatoren in Marokko, Cádiz und auf den Kanaren organisierten die Annahme und Verteilung der Drogen aus Kolumbien und Brasilien. Portugiesische Behörden stellten dabei 6.600 Kilogramm Kokain auf einem halbtauchfähigen Schiff sicher.

Abschließend erklärte die Nationalpolizei, dass die Operation mit Unterstützung von Europol und weiteren internationalen Behörden durchgeführt wurde und auf Finanzierungsinstrumenten der Europäischen Union beruhte. Ziel sei es, die Sicherheit in Europa langfristig zu stärken, neuen Bedrohungen zu begegnen, Bürger vor Terrorismus und organisierter Kriminalität zu schützen und ein stabiles europäisches Sicherheitsnetz aufzubauen.

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