Auf den Kanaren und auch auf Fuerteventura wurde in den letzten Jahren immer häufiger über die Auswirkungen des Massentourismus diskutiert. In diesem Zusammenhang wurden auch immer wieder spezielle Gebühren oder Übernachtungssteuern ähnlich einer Kurtaxe ins Gespräch gebracht.
Die kanarische Regierung hat sich klar gegen eine gesamtkanarische Übernachtungssteuer positioniert und bevorzugt eine Finanzierung über die kanarische Mehrwertsteuer IGIC. Das Hauptproblem einer solchen Übernachtungssteuer wäre ihrer Ansicht nach, dass die Einnahmen in den allgemeinen Haushalt einflössen und die gewünschte Zweckbindung für Investitionen in eine Verbesserung der touristischen Infrastruktur nicht gewährleistet wäre.
Anders wäre dies bei Gebühren, die von den kanarischen Gemeinden oder Inselregierungen (Cabildos) erhoben würden. In diesem Fall könnten und müssen die Gebühren zweckgebunden sein und zur Erreichung des Zwecks geeignet sein.
Präsidentin der Inselregierung von Fuerteventura bekräftigt Pläne zur Erhebung von Touristen-Gebühren
In einem Interview gegenüber dem lokalen Medium DiariodeFuerteventura hat Lola García, Präsidentin der Inselregierung von Fuerteventura bekräftigt, dass man „sehr ernsthaft“ an der Einführung von Gebühren für den Besuch von Naturschutzgebieten auf Fuerteventura arbeite. Dabei habe die Insel Lobos Priorität. „Wir wollen, dass die Einnahmen für die Erhaltung des jeweiligen Gebietes verwendet werden“, führt sie weiter aus.
„Außerdem untersuchen wir die Möglichkeit, etwas Ähnliches in Cofete zu machen. Die Kontrolle dieser Naturbereiche untersteht dem Cabildo. Das ist uns sehr bewusst; es ist unsere Verantwortung.“
Nach eigenen Angaben untersucht das Cabildo zurzeit die Höher eines möglichen Eintrittsgeldes für die Isla de Lobos. Konkrete Beträge wurden jedoch noch nicht genannt.
„Wir bitten die anderen Verwaltungen darum, sich zuerst mit uns zusammenzusetzen, wenn sie etwas derartigen vorhaben. Wir sind alle Erwachsen und wissen, was wir tun müssen, um unser Territorium zu schützen. Wir reden von sensiblen Zonen, die ein verantwortungsvolles Management benötigen und keine Alleingänge.
Andere Inseln als Vorbilder
Auf Lanzarote zahlen Besucher schon lange Eintrittsgelder für Sehenswürdigkeiten wie die „Feuerberge“ (Montañas del Fuego).
Auf Teneriffa werden ab 2026 ebenfalls Gebühren für die Nutzung der Wanderwege in der Umgebung des Pico de Teide erhoben.
Die Gemeinde Mogán auf Gran Canaria ist die erste Gemeinde in Spanien, die in 2025 eine Übernachtungsgebühr von 15 Cent eingeführt hat. Zwar müssen noch die Gerichte entscheiden, ob diese Kurtaxe rechtmäßig ist. Laut Angabe der Bürgermeisterin von Mogán haben sich schon andere kanarische Gemeinden für das Modell interessiert, darunter La Oliva und Puerto del Rosario auf Fuerteventura.
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