Im Oasis Wildlife Fuerteventura sind erstmals in der Geschichte der Kanarischen Inseln Rote Riesenkängurus, wissenschaftlich Macropus rufus, geboren worden. Es handelt sich um die erste dokumentierte Nachzucht dieser australischen Art auf dem Archipel in menschlicher Obhut. Der Erfolg ist Teil eines koordinierten europäischen Zuchtprogramms und unterstreicht die Rolle des Parks als spezialisierte Einrichtung für die Haltung und Reproduktion exotischer Tierarten.
Die Roten Riesenkängurus leben nicht frei auf Fuerteventura, sondern ausschließlich im geschützten Umfeld des Tierparks. Die Nachzucht ist Bestandteil eines internationalen Erhaltungsmanagements.
Teil des Europäischen Erhaltungsprogramms
Die Ansiedlung der Tiere im Oasis Wildlife Fuerteventura erfolgte erst im April 2025 im Rahmen eines Projekts der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA), innerhalb des Europäischen Programms für gefährdete Arten. Dieses Netzwerk koordiniert europaweit das genetische Management, Zuchtstrategien und langfristige Erhaltungspläne für Tierarten mit besonderer Bedeutung.
Die Geburten zeigen, wie gut sich die oft scheuen Tiere im eigens für sie geschaffenen Areal „El Dominio del Rojo“ (Das Reich des Roten) entwickelt haben, ein Umgebungskonzept im Park, das dem natürlichen Habitat der Tiere in Australien nachempfunden ist.
Nachwuchs von Xancho, Adassa und Brisa
Die Jungtiere stammen vom Männchen Xancho und den Weibchen Adassa und Brisa. Erstmals sichtbar wurden sie am 22. Januar 2026 sowie am 26. Januar 2026, als sie aus dem Beutel ihrer Mütter herausschauten. Anhand dieser Beobachtungen lässt sich der Zeitpunkt der Geburt, entsprechend dem typischen Fortpflanzungszyklus großer australischer Beuteltiere, eingrenzen.
Nach einer Tragzeit von rund 33 Tagen kommen die Jungtiere mit einer Größe von nur wenigen Zentimetern zur Welt. Ihre weitere Entwicklung erfolgt über etwa acht Monate im Beutel der Mutter, wo sie geschützt sind und ausschließlich mit Muttermilch versorgt werden.

Weitere Nachzuchten bei Bennett Kängurus
Neben den Roten Riesenkängurus wurden auch vier Bennett Kängurus, wissenschaftlich Macropus rufogriseus, geboren. Diese Art gehört ebenfalls zu den australischen Beuteltieren und ist bereits seit Längerem im Bestand des Parks vertreten.
Auch bei dieser Art verbringen die Jungtiere die ersten Monate vollständig im Beutel. Im Alter von etwa fünf bis sechs Monaten beginnen sie, diesen schrittweise zu verlassen.
Betreuung durch Spezialisten
Während der sensiblen Aufzuchtphase greift das Fachteam des Parks, bestehend aus Tierärzten und Tierpflegern, nicht direkt in die Entwicklung der Jungtiere ein. Die Kontrolle erfolgt durch tägliche Beobachtung sowie durch medizinisches Training mit positiver Verstärkung bei den Muttertieren. Ziel ist es, Stress zu vermeiden und eine möglichst natürliche Entwicklung innerhalb der Haltungsbedingungen zu gewährleisten.
Die Muttertiere erhalten eine angepasste und ausgewogene Ernährung, die ihren erhöhten Energiebedarf während der Säugezeit berücksichtigt und eine gesunde Entwicklung der Jungtiere unterstützt.
Nach Angaben des Parks entwickeln sich alle Jungtiere gut. Eine Geschlechtsbestimmung ist bislang nicht erfolgt, da sich die Jungtiere weiterhin im Beutel befinden. Welches Geschlecht sie haben, wird sich also erst zeigen, wenn die Kleinen die schützenden Beutel ihrer Mütter verlassen.
Wer mehr über die “großen Roten”, wie das größte Beuteltier der Welt auch genannt wird erfahren will, kann im Artikel über die Ankunft der Tiere auf Fuerteventura nachlesen.
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