Wenn man eine Baufirma auf Fuerteventura benennen müsste, würde vielen wohl als erstes die Marke Cororasa einfallen. In den Jahren des Bau- und Immobilienbooms waren die himmelblauen LKWs mit der knallorangen Aufschrift allgegenwärtig. Schließlich dürften die Jahre vor dem Platzen der Immobilienkrise in 2008 die besten der Unternehmensgeschichte gewesen sein.
Eher weniger bekannt ist die Tatsache, dass sich das Unternehmen seit 2015 in einem Konkursverfahren befand.
Doch wie im Februar 2026 bekannt wurde, hat das Bauunternehmen „Construcciones Rodríguez Ramírez SA“, kurz Cororasa, das Insolvenzverfahren nach rund einem Jahrzehnt abgeschlossen.
Das Unternehmen ist unter anderem an Bauabschnitten der Nord Süd Achse der Insel beteiligt und führt derzeit Arbeiten an der Schnellstraße zwischen La Caldereta und Puerto del Rosario aus.
Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde im April 2015 vom Handelsgericht Nummer eins in Las Palmas beschlossen. Im Jahr 2018 wurde der Vergleichsvorschlag mit den Gläubigern der Baufirma genehmigt. Zu den Gläubigern im Verfahren zählten unter anderem die Sareb, die spanische sogenannte „Bad Bank“, die nach dem Platzen der Immobilienblase problematische Vermögenswerte übernahm, sowie Finanzinstitute wie Banco Sabadell, Banca March und Cajamar.
Deutlicher Einbruch nach Boomjahren
In den Jahren vor der Wirtschaftskrise verzeichnete Cororasa hohe Umsätze. Im Jahr 2005 lagen die Betriebseinnahmen bei mehr als 71 Millionen Euro, im Jahr 2006 bei über 65 Millionen Euro, im Jahr 2007 bei fast 68 Millionen Euro und im Jahr 2008 bei mehr als 52 Millionen Euro, wie aus Handelsregisterdaten hervorgeht.
Im Jahr 2012 brachen die Einnahmen jedoch auf 18 Millionen Euro ein, zugleich wurde ein negatives Jahresergebnis von 24,5 Millionen Euro ausgewiesen. Im Jahr 2015, dem Jahr des Insolvenzantrags, belief sich der Umsatz auf etwas mehr als sechs Millionen Euro, bei Verlusten von fast 1,2 Millionen Euro.
Rückkehr in die Gewinnzone und deutliches Wachstum
In den drei jüngsten Geschäftsjahren, für die im Handelsregister Abschlüsse vorliegen, konnte Cororasa wieder Umsätze von jeweils mehr als 20 Millionen Euro erzielen.
Im Jahr 2022 lagen die Einnahmen bei 21,3 Millionen Euro, im Jahr 2023 bei rund 29,5 Millionen Euro und im Jahr 2024 bei 27,8 Millionen Euro. Die Ergebnisse waren positiv, mit Gewinnen von drei Millionen Euro im Jahr 2022, 4,7 Millionen Euro im Jahr 2023 und 2,7 Millionen Euro im Jahr 2024. In den zuletzt eingereichten Jahresabschlüssen wird eine Belegschaft von 144 Mitarbeitern ausgewiesen.
Bedeutende Infrastrukturprojekte auf Fuerteventura
Im Jahr 2020 erhielt Cororasa den Zuschlag für den Bau des Abschnitts der Schnellstraße zwischen La Caldereta und Puerto del Rosario. Das Projekt war mit einem Budget von mehr als 100 Millionen Euro ausgeschrieben worden. Darüber hinaus realisierte das Unternehmen in den vergangenen Jahren weitere Infrastrukturmaßnahmen, darunter den Anschluss der Nordautobahn an Parque Holandés, die Uferpromenade in Playa Blanca sowie zahlreiche Neu-Asphaltierungen auf verschiedenen Straßenabschnitten der Insel.
Die Entscheidung des Handelsgerichts, das Insolvenzverfahren wegen Erfüllung des Vergleichs mit den Gläubigern zu beenden, wurde bereits im November 2025 getroffen. Bekannt gemacht wurde dieser Schritt jedoch am 11.02.2026 über das Amtsblatt des Handelsregisters (Boletín Oficial del Registro Mercantil).
Damit gilt das Verfahren offiziell als abgeschlossen und Cororasa kann seine Geschäftstätigkeit ohne die Einschränkungen des Insolvenzrechts fortsetzen.
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