Guardia Civil nimmt auf Fuerteventura 6 Männer mit 3200 Litern Benzin fest und konfisziert 2 Boote

Benzin-für-Drogenschmuggler

Fuerteventura ist nach Ansicht von Insidern aus Polizei und Staatsanwaltschaft eine längst eine wichtige Drehscheibe für den internationalen Drogenhandel. Und wer auf Fuerteventura ein Motorboot besitzt, muss damit rechnen, irgendwann angesprochen zu werden, ob nicht Interesse besteht, durch den Transport von Benzin das große Geld zu verdienen, wie man uns hinter vorgehaltener Hand aus Kreisen des Hafens von Morro Jable berichtet hat.

Bei diesen Angeboten, die man besser nicht annehmen sollte, geht es um das sogenannte „petaqueo“, also eine „Dienstleistung“ für Drogenschmuggler, die daran besteht, größere Mengen Benzin in Kanistern („petacas“) für die Betankung von Drogenbooten aufs Meer hinaus zu transportieren.

Die Guardia Civil der Kommandantur Las Palmas hat am 22. Dezember 2025 einen solchen Fall von „petaqueo“ auf Fuerteventura aufgedeckt und sechs Männer festgenommen. Dabei wurden rund 3.200 Liter Treibstoff sowie zwei Boote sichergestellt.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte fand der Zugriff im Süden der Insel statt, nachdem in einem Küstenabschnitt nahe Morro Jable verdächtige Bewegungen festgestellt worden waren. Es bestand der Verdacht, dass sich mehrere Boote der Küstenlinie mit illegalen Absichten nähern könnten. Daraufhin wurden Streifen der Bürgersicherheit sowie Beamte der Kriminalpolizei aktiviert, die ein Überwachung im Bereich Playa de la Señora einrichteten, wo zuvor Fahrzeuge und Personen mit auffälligem Verhalten beobachtet worden waren.

Zugriff an der Playa de la Señora

Während des Einsatzes stellten die Beamten fest, wie nach der Ankunft eines Bootes an der Küste zwei Personen versuchten, diesem von Land aus Benzinkanister zu übergeben. In diesem Moment wurde einer der Beteiligten festgenommen. Ein weiterer Mann flüchtete zusammen mit einem weiteren Insassen mit dem Boot und ließ zahlreiche Kanister am Strand zurück, die von den Einsatzkräften sichergestellt wurden.

Die Guardia Civil nahm die Verfolgung des Bootes auf und beobachtete, wie dessen Insassen von einem anderen Schiff aufgenommen und zum Hafen von Morro Jable gebracht wurden. Dort erfolgte die Festnahme der drei Besatzungsmitglieder und des Bootsführers dieses Schiffes sowie einer weiteren Person, die mutmaßlich „Schmiere gestanden“ hat.

Die Küstenwache der Guardia Civil stellte das zuvor an der Küste zurückgelassene Boot sicher.

157 Kanister und zwei beschlagnahmte Boote

Im Zuge des Einsatzes wurden insgesamt 157 Kanister mit etwa 3.200 Litern Treibstoff beschlagnahmt. Die sechs festgenommenen Männer werden wegen unerlaubten Besitzes und Transports entzündlicher Stoffe angezeigt, ein Straftatbestand nach Artikel 568 des spanischen Strafgesetzbuches. Die beiden sichergestellten Boote gelten gemäß dem Decreto Ley 16/2018 als verbotene Gegenstände.

Die Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Einsatzes in der Provinz Las Palmas, der in den letzten anderthalb Monaten durchgeführt wurde. In diesem Zeitraum wurden insgesamt elf Personen festgenommen und mehr als 7.500 Liter Treibstoff in verschiedenen Operationen sichergestellt.

Haftstrafe bis zu 5 bzw. 8 Jahren

Das spanische Strafgesetzbuch sieht für den unerlaubten Besitz und Transport von brennbaren Flüssigkeiten Haftstrafen von 4 bis 8 Jahren für die Organisatoren und 3 bis 5 Jahre für die Ausführenden vor.

Privatpersonen dürfen nicht mehr als 60 Liter Benzin in ihrem Fahrzeug transportieren. Bei Diesel liegt die erlaubte Menge bei 240 Litern. Der Treibstoff sollte in einem homologierten Kanister transportiert werden und muss gegen Verrutschen und Auslaufen gesichert sein.

Bestimme den Lohn für unsere Arbeit!

Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link:

3ea29757794943b49a5a33772ba0f862
https://www.fuerteventurazeitung.de/du-bestimmst-den-lohn-fuer-unsere-arbeit/ banner 300x250 Bestimme den Lohn

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura Nachrichten