Die Hotelvereinigung der Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro (Asociación Hotelera y Extrahotelera de Tenerife, La Palma, La Gomera y El Hierro / Ashotel), hat sich mit einem Schreiben an die Kanarische Gemeindeföderation Fecam (Federación Canaria de Municipios) gewandt und die Schaffung eines gemeinsamen gesetzlichen Rahmens für die Nutzung von Wohnmobilen gefordert, der allen Gemeinden der Kanarischen Inseln als Referenz dienen soll.
Dabei, so betont Ashotel, solle die kommunale Autonomie gewahrt bleiben, gleichzeitig aber eine Reihe kohärenter Kriterien für den Umgang mit Wohnmobilen garantiert werden.
Zentrale Kriterien für die Regulierung
Zu den vorgeschlagenen Leitlinien gehört vor allem die Begrenzung des Parkens und des längeren Verbleibs von Wohnmobilen auf Hauptverkehrsstraßen und strukturellen Achsen der urbanen Mobilität.
Diese Verkehrswege sollen vorrangig für den fließenden Verkehr, den öffentlichen Personennahverkehr, die Rettungsdienste sowie für wirtschaftliche Aktivitäten genutzt werden. Zudem fordert Ashotel eine klare Unterscheidung zwischen gewöhnlichem Parken und Nutzungen, die mit Campen, längerer Übernachtung oder einer intensiven Inanspruchnahme des öffentlichen Raums verbunden sind.
Ebenfalls angeregt wird die Planung spezifischer und regulierter Stellflächen für Wohnmobile, sofern dies als sinnvoll erachtet wird, und zwar außerhalb von Straßen mit hoher Kapazität und zentraler Verkehrsfunktion. Ergänzend dazu soll der Dialog mit Unternehmerverbänden sowie mit Nutzervereinigungen dieser Fahrzeugart intensiviert werden, um Lösungen zu finden, die für alle Beteiligten tragfähig sind und eine Antwort auf die aktuelle Situation bieten.
Zunehmende Probleme auf den Inseln
In den vergangenen Jahren wurde auf vielen Inseln ein deutlicher Anstieg der Zahl von Wohnmobilen festgestellt. Ashotel hatte bereits zuvor den Bedarf an geeigneter Infrastruktur für diese Form der Mobilität und des Tourismus angemahnt. Auch wenn Wohnmobile neue touristische Trends widerspiegeln, führen sie nach Einschätzung der Hotelbranche zunehmend zu Problemen, etwa im Verkehrsfluss, beim kurzfristigen Parken, bei der Erreichbarkeit für Anwohner und Dienstleistungen sowie im alltäglichen Zusammenleben.
Austausch mit Wohnmobilverbänden
Vor diesem Hintergrund traf sich Ashotel mit Vertretern der Campervereinigung ACAT (Asociación de Autocaravanas y Campers Homologados de Canarias), um deren Anliegen anzuhören und gemeinsame Handlungslinien auszuloten.
ACAT stellte dabei eigene Vorschläge für eine mögliche Regulierung vor, die bereits an verschiedene zuständige Verwaltungen herangetragen wurden. Ziel sei es, die Aktivitäten der Wohnmobilnutzer aufzuwerten, im Bewusstsein, dass diese Fahrzeuge den öffentlichen Raum mit anderen Verkehrsteilnehmern teilen müssen und die Anwohner nicht beeinträchtigen dürfen.
Ashotel teilt mit ACAT die Einschätzung, dass spezielle Stellflächen für Wohnmobile und Camper notwendig sind, ebenso wie ein inselübergreifendes Netz von Versorgungsstellen für Trinkwasser und Entsorgungsstellen für Grau- und Schwarzwasser.
Zudem wird eine einheitliche Regelung für alle Inseln gefordert, die die touristische Nutzung von Wohnmobilen ordnet. Die Hotelbranche unterscheidet dabei klar zwischen organisierten Nutzern, die Regeln einhalten, wie sie von ACAT vertreten werden, und einzelnen privaten Nutzern, viele davon aus dem Ausland, die bestehende Vorschriften oft weder kennen noch respektieren.
Fehlende Einheitlichkeit als Kernproblem
Die Situation werde zusätzlich durch die sehr unterschiedliche oder teilweise fehlende Regelungslage in den einzelnen Gemeinden verschärft. Dies führe zu rechtlicher Unsicherheit, zur Verlagerung der Probleme von einer Gemeinde in die nächste und zu erheblichen Schwierigkeiten bei Kontrolle und Überwachung.
Geplante Regelung auf regionaler Ebene
Ashotel erinnert daran, dass die kanarische Regierung für Jahr 2026 die Veröffentlichung einer Verordnung zur Ordnung der touristischen Beherbergungsbetriebe im Freien plant. Diese konzentriert sich vor allem auf Campingplätze, auf denen Wohnmobile campieren dürfen. Die Zahl dieser Einrichtungen sei auf den Kanarischen Inseln im Verhältnis zur bestehenden Nachfrage jedoch deutlich unzureichend.
Zusätzlich hält es die Hotelbranche für sehr sinnvoll, in den wichtigsten Gemeinden Bereiche mit einer Mindestausstattung auszuweisen, in denen Wohnmobile notwendige Dienstleistungen vorfinden. Dies könne zugleich den lokalen Handel stärken.
Forderung nach koordiniertem Vorgehen
Gemeinsame Leitlinien oder eine Musterverordnung würden es den Gemeinden ermöglichen, mit größerer Rechtssicherheit zu handeln, Ungleichbehandlungen zwischen einzelnen Gebieten zu vermeiden und eine ausgewogene Lösung zu finden, die Mobilität, Tourismus und den Schutz des öffentlichen Raums miteinander verbindet.
Deshalb fordert Ashotel, dass die Fecam einen Raum für technischen und juristischen Austausch sowie für Konsensbildung schafft, um koordinierte und wirksame Lösungen für alle kanarischen Gemeinden, auch auf Fuerteventura, zu ermöglichen.
Die Hotelbranche hat ihre Bereitschaft erklärt, sich aktiv an entsprechenden Gesprächsrunden zu beteiligen und auch die Mitarbeit rechtlich anerkannter Wohnmobilvereinigungen einzubeziehen.
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