Die Forderung der Bevölkerung nach einem fest auf auf Fuerteventura stationierten Rettungshubschrauber ist schon mehr als ein Jahrzehnt alt. Und mit immer weiter wachsenden Einwohner- und Touristenzahlen, wird ein Hubschrauber, der rund um die Uhr auf Fuerteventura zur Verfügung steht, immer wichtiger.
Doch die letzten Versuche der kanarischen Regierung, den Flugdienst für die Rettungshubschrauber neu auszuschreiben und um ein drittes Fluggerät zu erweitern, ist in den letzten Jahren mehrfach gescheitert. Genug Haushaltsgeld und der Wille waren zwar da, doch nach dem Beginn des Ukrainekrieges waren zuletzt am Markt keine Hubschrauber für zivile Zwecke verfügbar.
Doch der lang erwartete dritte medizinisch ausgestattete Rettungshubschrauber der Kanaren soll nach Angaben der kanarischen Gesundheitsministerin Esther Monzón im März 2026 endgültig auf Fuerteventura stationiert werden. Die Regierungsrätin in der kanarischen Regierung informierte am 24.02.2026 im Plenum des kanarischen Parlaments darüber, dass dieses neue Luftrettungsmittel einen sehr wichtigen Schritt zur Stärkung des medizinischen Notfalltransports auf den Inseln darstellt.
Die Stationierung wurde durch den kürzlich vergebenen neuen Vertrag für den Luftrettungsdienst ermöglicht, der eine Gesamtinvestition von 39 Millionen Euro vorsieht. Neben dem dritten Hubschrauber umfasst der Vertrag auch eine Erweiterung der medizinischen Ausstattung der gesamten Luftflotte.
Zu den vorgesehenen Verbesserungen gehören unter anderem Hochfluss-Sauerstofftherapie für Kinder und Neugeborene, tragbare Geräte für Blutanalysen an Bord sowie Perfusionspumpen. Dadurch sollen die Versorgungszeiten verkürzt und die Behandlungsmöglichkeiten während des Transports verbessert werden.
Der Hubschrauber soll rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit sein.
Als Basis wurde Fuerteventura gewählt, weil das hiesige Krankenhaus bereits über einen Hubschrauberlandeplatz verfügt. Von dort aus soll die Luftrettung für Fuerteventura und auch Lanzarote verbessert werden, insbesondere bei komplexen medizinischen Notfällen und dringenden Einsätzen, bei denen ein schneller Transport entscheidend ist. Natürlich kann der Hubschrauber bei Bedarf auch auf Gran Canaria eingesetzt werden, so wie der dort eingesetzte Hubschrauber zurzeit auch Fuerteventura und Lanzarote bedient.
Die Besatzung besteht aus einem Kommandanten, einem Piloten sowie einem medizinischen Team, das sich aus einem Arzt und einer Pflegekraft mit Notfallausbildung zusammensetzt. Zusammen mit den bereits vorhandenen Hubschraubern mit erweiterter Lebenserhaltung auf Teneriffa und Gran Canaria sowie dem medizinischen Flugzeug soll das neue Gerät die Reaktionsfähigkeit des Gesundheitsdienstes im gesamten Archipel erhöhen.
Betreiber Pegasus sucht noch Rettungskräfte für die Luftrettung
Während die Stationierung des Hubschraubers angekündigt ist, läuft parallel offenbar noch die Personalsuche. Das Unternehmen Pegasus Aviación, das den Zuschlag für den Betrieb der Hubschrauber erhalten hat, sucht derzeit noch Rettungskräfte für den Dienst in der GES (Grupo de Emergencias y Salvamento) der kanarischen Regierung.
Gesucht werden insbesondere sogenannte Helikopter-Rettungsspezialisten („Rescatador Helitransportado“).
Voraussetzung ist unter anderem eine Ausbildung als Techniker für medizinische Notfälle oder die Möglichkeit, diesen Abschluss kurzfristig zu erwerben. Zudem müssen Kenntnisse im vertikalen Selbstretten und in Seiltechnik sowie im Wasserrettungsdienst in natürlicher Umgebung nachgewiesen werden.
Auch Erfahrung bei Rettungseinsätzen zu Wasser und an Land, Kurse wie HUET (Helicopter Underwater Escape), eine Rettungsschwimmer-Ausbildung sowie aktuelle Schulungen in Basis-Reanimation und halbautomatischer Defibrillation werden positiv bewertet. Ebenso erforderlich sind ein gültiger Führerschein und die Bereitschaft, zwischen den Inseln zu reisen.
Den ausgewählten Bewerbern wird laut Stellenausschreibung die Teilnahme an einem speziellen Land- und Seerettungskurses des Betreibers Pegasus Aviación angeboten. Nach erfolgreichem Abschluss könnten sie offene Stellen im Dienst besetzen.
Ohne ausreichend qualifizierte Rettungskräfte könnte sich der praktische Start des Hubschrauberdienstes verzögern, da für den Betrieb neben Piloten vor allem spezialisierte Rettungs- und Sanitätskräfte benötigt werden.
Damit zeigt sich, dass der neue Rettungshubschrauber zwar im März 2026 auf Fuerteventura vorgesehen ist, der vollständige Aufbau des Dienstes jedoch auch davon abhängt, dass genügend Personal rechtzeitig gefunden und ausgebildet wird.
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