Riesige Heuschreckenschwärme formieren sich 200 km südlich von Fuerteventura in Boujdour

Heuschrecken-Boujdour

Der Winter 2025/2026 war auf Fuerteventura bisher ungewöhnlich regenreich. Außerdem kam der Regen rund 6 Wochen früher, als man ihn normalerweise erwarten würde. Nun sind die Temperaturen nach der „Regenzeit“ sprunghaft angestiegen. Diese Wetterbedingungen haben auf Fuerteventura für ein Pflanzenwachstum gesorgt, die wir hier schon seit vielen Jahren in dieser Form nicht erlebt haben.

Auch an der benachbarten afrikanischen Küste herrschten in den letzten Monaten ähnlich ungewöhnliche Wetterbedingungen, die zu einem extremen Wachstum von Biomasse, allerdings nicht nur in Form von Pflanzen, geführt hat. Auch für Insekten sind die Bedingen zurzeit optimal.

Mögliche Heuschreckenplage in Marokko und Westsahara befürchtet

Marokko steht derzeit wegen einer möglichen Ausbreitung der Wüstenheuschrecke, wissenschaftlich Schistocerca gregaria, unter erhöhter Beobachtung. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, FAO, hat sich die Lage nach einem regionalen Auftreten im Januar 2026 in Mauretanien deutlich zugespitzt.

Die Entwicklung begann in Mauretanien, von wo aus kleinere Schwärme und Gruppen erwachsener Tiere nach Norden wanderten. Ende Januar 2026 und Anfang Februar 2026 erreichten sie Gebiete im Süden Marokkos und Teile der Westsahara.

In Städten und Regionen wie El Aaiún, Dajla, Boujdour und zuletzt Tan Tan wurden größere Schwärme der Insekten festgestellt. Besonders Landwirte und Behörden beobachten die Situation aufmerksam, da die Tiere Ernten und Weideflächen in kurzer Zeit stark schädigen können.

Begünstigt wurde die Ausbreitung durch außergewöhnliche Regenfälle in den vergangenen Monaten. Diese sorgten in den Wüstengebieten für ausreichend Vegetation und damit für ideale Bedingungen zur schnellen Vermehrung der Heuschrecken.

Behörden setzen auf Überwachung und Bekämpfung

Die Wüstenheuschrecke gilt als gefährlichste Wanderplage der Welt. Ein Schwarm von nur einem Quadratkilometer kann zwischen 70 und 80 Millionen Tiere umfassen, die an einem Tag so viel Nahrung aufnehmen wie rund 35.000 Menschen.

Trotz der Warnungen der FAO versichern marokkanische Behörden, die Situation sei derzeit vollständig unter Kontrolle. Es wurden Beobachtungs- und Überwachungsteams eingesetzt sowie umfangreiche personelle und technische Mittel mobilisiert.

Bekämpfungsmaßnahmen umfassen sowohl Einsätze am Boden als auch Sprühaktionen aus der Luft, vor allem im Süden der Westsahara. Bis Mitte Februar 2026 wurden bereits Zehntausende Hektar behandelt, um die Reifung der Tiere zu stoppen und ihre weitere Wanderung nach Norden zu verhindern.

Entwicklung auch für Fuerteventura und die übrigen Kanaren relevant

Ganz ohne Bedeutung ist die Lage auch für Fuerteventura nicht. Die betroffenen Gebiete im Süden Marokkos liegen nur etwa 200 Kilometer südlich der Insel. Sollte sich in den kommenden Tagen der angekündigte Südwind durchsetzen, ist es durchaus möglich, dass einzelne Schwärme oder Gruppen von Heuschrecken auch nach Fuerteventura verdriftet werden.

Dass dies kein rein hypothetisches Szenario ist, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Im Jahr 2004 erreichten zuletzt größere Heuschreckenschwärme Fuerteventura. Damals wurden vielerorts große Mengen der Insekten gesichtet, was auf der Insel für Aufsehen sorgte, auch wenn größere landwirtschaftliche Schäden ausblieben. Die Tiere waren durch die lange Reise schon stark geschwächt und am Ende ihres Lebenszyklus angekommen.
Biologen erklärten, dass steigende Temperaturen und ausreichende Vegetation in den Wüstenregionen dazu führen können, dass die normalerweise einzeln lebenden Tiere ihr Verhalten ändern und sich zu Schwärmen zusammenschließen. Auch wenn derzeit eher von lokaler Brutaktivität als von einer großflächigen Invasion ausgegangen wird, bleibt die Lage in Nordafrika angespannt.

Die Behörden in Marokko setzen deshalb weiterhin auf konsequente Überwachung und schnelle Bekämpfung, um Landwirtschaft und Versorgung der Bevölkerung zu schützen. Auf Fuerteventura wird die Entwicklung ebenfalls aufmerksam verfolgt, vor allem mit Blick auf die Windverhältnisse in den kommenden Tagen.

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