Die Fischereigenossenschaft „Cofradía de Pescadores de Corralejo“ und der Verein der Nautik-Unternehmen „Asociación de Empresarios Náuticos de Fuerteventura“ haben am 02.03.2026 ein formelles Schreiben bei der Hafenbehörde Puertos Canarios eingereicht. Darin fordern die beiden Organisationen den dringenden Bau eines Gegendamms, der die Zonen für die Fischerboote und Sportboote im Hafen von Corralejo besser vor Unwetter schützen und die Sicherheit der Steganlagen und Boote gewährleisten soll.
Nach Angaben der Verbände ist die bestehende Hafeninfrastruktur seit einem schweren Sturm im Dezember 2022 unzureichend geschützt. Das Unwetter verursachte damals erhebliche Schäden im Hafenbereich. Seitdem sei der Hafen den Auswirkungen ungünstiger Wetterlagen weiterhin ausgesetzt, insbesondere Stürmen aus östlicher Richtung.
Die Vertreter der Fischerei und der nautischen Unternehmen warnen, dass diese Situation sowohl die Sicherheit der Boote als auch die der im Hafen arbeitenden Fachkräfte gefährde. Außerdem könne auch die Infrastruktur selbst beschädigt werden. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, dass die Steganlagen und Boote bei neuen Sturmereignissen weiterhin einem hohen Risiko ausgesetzt seien.
Sorge um Sicherheit und Image von Corralejo
Darüber hinaus weisen die Organisationen auf mögliche Auswirkungen auf das Image der Bucht von Corralejo hin. Der Küstenbereich ist ein wichtiger touristischer Standort der Gemeinde La Oliva. Neue, sichtbare Schäden im Hafen könnten nach Ansicht der Unterzeichner auch negative Folgen für die Wahrnehmung des Ortes haben. Aus diesem Grund dürfe der Schutz der Stege für Fischer- und Sportboote nicht als “optionale Maßnahme” betrachtet werden.
Die Verbände erkennen gleichzeitig an, dass der wichtigste Hafen im Norden von Fuerteventura in den vergangenen Jahren verschiedene Verbesserungen und Anpassungsarbeiten erhalten hat. Dennoch halten sie diese Maßnahmen für unzureichend, insbesondere angesichts des hohen Verkehrsaufkommens im Hafen und der Einnahmen, die die Anlage für die kanarische Hafenverwaltung „Puertos Canarios“ generiert.
Mehrere wichtige Projekte weiterhin ausstehend
Nach Angaben der Organisationen sind mehrere wichtige Maßnahmen immer noch nicht umgesetzt worden. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung eines speziellen Bereichs für das Be- und Entladen der gewerblichen Fischerboote. Ebenfalls fehlt bislang eine Tankstelle für Boote. Derzeit müssen Treibstoffe teilweise noch in Kanistern transportiert werden.
Weitere ausstehende Projekte betreffen die Aufstellung von kleinen Servicehäuschen für die Betreuung von Touristen, die Ausstattung der Strandpromenade mit Toiletten und ergänzenden Serviceeinrichtungen sowie die Neuordnung von Parkplätzen für beruflich genutzte Fahrzeuge. Dabei soll es reservierte Stellplätze für Fischer und Unternehmen geben, die Ausflüge mit Booten anbieten.
Beteiligung der Branchenvertreter gefordert
Im Zusammenhang mit Ankündigungen über ein neues Projekt zur Erweiterung des Hafens von Corralejo, die über verschiedene Medien verbreitet wurden und unter anderem vom Bürgermeister der Gemeinde La Oliva, Isaí Blanco, sowie von Vertretern der Partei Coalición Canaria erwähnt wurden, äußern sich die Verbände grundsätzlich positiv zu jeder Initiative zur Verbesserung der Hafeninfrastruktur.
Gleichzeitig fordern sie jedoch, dass das Projekt öffentlich vorgestellt wird und die Fachleute aus dem maritimen Sektor von Beginn an in die Planungsprozesse einbezogen werden. Dazu schlagen sie die Einrichtung von Mechanismen für Beteiligung und technische Zusammenarbeit vor.
Die unterzeichnenden Organisationen verlangen daher den sofortigen Bau des Schutzdamms für die Stege für Fischerboote und Sportboote, die Umsetzung der wichtigsten noch ausstehenden Projekte, die Veröffentlichung eines konkreten Zeitplans für die Arbeiten sowie die direkte Beteiligung der betroffenen Berufsgruppen an den zukünftigen Entwicklungen des Hafens im Norden von Fuerteventura.
Das Schreiben wurde von Juan Francisco Gonzáles, Vertreter der Cofradía de Pescadores de Corralejo, sowie von Kristof Callewaert, Präsident der Asociación de Empresarios Náuticos de Fuerteventura, unterzeichnet.
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link: