Die Reederei Baleària hat zugesagt, die tägliche Fährverbindung zwischen Morro Jable auf Fuerteventura und Las Palmas auf Gran Canaria wieder aufzunehmen. Diese tägliche Verbindung war zuvor von der Reederei Naviera Armas Trasmediterránea eingestellt worden. Armas bediente diese Route nur noch an den Wochenende. Die Zusage steht im Zusammenhang mit der Übernahme von Naviera Armas Trasmediterránea durch Baleària.
Baleària ist nun gemeinsam mit einer Gruppe kanarischer Unternehmen und Investoren Eigentümer von Naviera Armas Trasmediterránea. Diese Investorengruppe stellt sicher, dass sich mindestens 30 Prozent der Anteile weiterhin in kanarischem Besitz befinden.
Die spanische Wettbewerbsbehörde („Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia“ CNMC) hat die Übernahme grundsätzlich genehmigt. Nach Angaben der Behörde gibt es keine Hinweise auf eine unzulässige Konzentration im regelmäßigen Seeverkehr für rollende Fracht und Passagiere zwischen den Inseln sowie zwischen dem spanischen Festland und den Kanaren.
Entscheidung noch nicht endgültig
Trotz der Zustimmung der CNMC ist die Genehmigung noch nicht endgültig. Die Entscheidung wird dem Minister für Wirtschaft, Handel und Unternehmen vorgelegt. Dieser entscheidet, ob der Vorgang dem spanischen Ministerrat zur abschließenden Bewertung vorgelegt wird. Der Ministerrat kann die Operation unter Gesichtspunkten des allgemeinen Interesses prüfen, die über den reinen Wettbewerbsschutz hinausgehen.
Die CNMC, die dem spanischen Wirtschaftsministerium untersteht, hatte während der Prüfung mögliche Risiken für den Wettbewerb festgestellt. Deshalb verlangte die Behörde von der Käuferseite mehrere Verpflichtungen.
Verpflichtungen von Baleària
Nach Abschluss einer vertieften Untersuchung kam die CNMC zu dem Ergebnis, dass die von Baleària vorgeschlagenen Maßnahmen geeignet, ausreichend und verhältnismäßig sind, um mögliche Wettbewerbsprobleme im Zusammenhang mit der Übernahme zu lösen.
Zu den wichtigsten Verpflichtungen gehört die Wiederaufnahme der Fährverbindung zwischen Morro Jable und Las Palmas, um den Wettbewerb im interinsularen Seeverkehr zu stärken.
Darüber hinaus verpflichtete sich Baleària unter anderem zu folgenden Maßnahmen:
Die Auflösung der gemeinsamen Gesellschaft, über die Baleària zusammen mit der Reederei Fred Olsen die Route Huelva–Kanaren betrieben hatte. Außerdem darf Baleària keine vergleichbaren Vereinbarungen mit anderen Reedereien schließen, die eine ähnliche Wirkung auf der Route Huelva–Kanaren hätten.
Darüber hinaus verpflichtet sich das Unternehmen, die derzeitigen Kapazitäten und Frequenzen auf den Verbindungen zwischen dem spanischen Festland und den Kanaren beizubehalten, soweit diese über die im öffentlichen Dienstleistungsauftrag vorgesehenen Mindestleistungen hinausgehen.
Baleària plant außerdem Investitionen von rund 25 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren, um die von Naviera Armas übernommenen Schiffe zu modernisieren und zu verbessern.
Verbesserungen für Passagiere und Umwelt
Das Unternehmen kündigte zudem Maßnahmen zur Verbesserung der Servicequalität an. Dazu gehören eine verbesserte Internetverbindung an Bord der Schiffe, Verbesserungen bei Reservierung und Einschiffung sowie ein erweitertes Unterhaltungsangebot für Passagiere.
Darüber hinaus soll die ökologische Nachhaltigkeit verbessert und die Energiewende im Flottenbetrieb vorangetrieben werden, indem die übernommenen Schiffe an die Umweltstandards von Baleària angepasst werden.
Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Unternehmenskultur. Dafür will Baleària ein internes Programm zur Einhaltung der Wettbewerbsregeln einführen.
Außerdem verpflichtete sich das Unternehmen zu Investitionen auf lokaler Ebene. Dazu gehört der Erhalt der gesamten von Naviera Armas übernommenen Belegschaft sowie die Beibehaltung der Zulassung der Schiffe unter spanischer Flagge. Zusätzlich sollen die von Baleària angewandten Preisniveaus regelmäßig überwacht werden.
Diese Verpflichtungen gelten für einen Zeitraum von drei Jahren. Während dieser Zeit überwacht die CNMC die Einhaltung der Maßnahmen. Baleària muss der Wettbewerbsbehörde regelmäßig Berichte über die Umsetzung vorlegen.
Kanarisches Beteiligungskapital
Die Genehmigung für Baleària, deren Eigentümer der valencianische Unternehmer Adolfo Utor ist, ermöglicht es einer Investorengruppe von Unternehmern von den Kanarischen Inseln, ein Aktienpaket zu erwerben, das mindestens 30 Prozent der Anteile umfasst. Der Umfang dieser Beteiligung wird auf etwa 25 Millionen Euro geschätzt.
Adolfo Utor verhandelt seit mehr als einem Jahr mit kanarischen Unternehmen über diese Beteiligung. Die Gespräche werden über die Gesellschaft „Socios Inversores Canarios“ geführt, deren Stammkapital 100.000 Euro beträgt. An dieser Gesellschaft sind unter anderem die Unternehmen Positivo Expansión, Dinosol, Alisios Canarias Inversiones, Acosta Matos und Fund Grube beteiligt.
Mit der geplanten Wiederaufnahme der Verbindung Morro Jable–Las Palmas könnte sich die maritime Anbindung von Fuerteventura innerhalb der Kanaren wieder deutlich verbessern. Die Route gilt seit vielen Jahren als wichtige Verbindung für Passagiere, Fahrzeuge und Güter zwischen Fuerteventura und Gran Canaria.
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