Rund 100 Menschen auf Fuerteventura obdachlos

Die spanische Wirtschaftskrise hat auch Fuerteventura mit voller Härte eingeschlagen. Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit haben seit dem Konjunktureinbruch im Jahr 2008 vielen Familien den sozialen Abstieg gebracht und viele Menschen an den Rand der Armut, oder auch darüber hinaus, getrieben.

Immer öfter kann man inzwischen auch auf Fuerteventura Menschen beobachten, die von der Armut gezeichnet sind und in Mülltonnen nach etwas Essbarem suchen, etwas was es vor ein paar Jahren kaum gab oder zumindest nicht so aufgefallen ist, wie heute.

Auf Fuerteventura leben nach Schätzungen der Caritas zurzeit rund 100 Menschen ohne ein festes Zuhause. Rund 40 Obdachlose hat die Caritas in der Hauptstadt Puerto del Rosario gezählt, weitere 20 in Corralejo und 14 in Jandia. Laut Caritas gibt es noch weitere Obdachlose, die meist mit Alkoholproblemen zu kämpfen haben, die jedoch keine Unterstützung bei der Caritas gesucht haben und folglich nicht registriert sind.

Die Caritas fordert seit langem von den Behörden die Einrichtung eines Obdachlosenwohnheims.

Den Obdachlosen, die von der Caritas auf Fuerteventura betreut werden, bietet die gemeinnützige Organisation von Montag bis Samstag Frühstück, Mittagessen, die Möglichkeit, zu duschen und Wäsche zu waschen und für den Sonntag eine Tüte mit Lebensmitteln.

Das einzige Obdachlosenwohnheim, das auf Fuerteventura zurzeit existiert wird von der „Misión Cristiana Moderna“, einer evangelischen Kirchengruppierung, betrieben.

Doch Armut fängt nicht erst an, wenn ein Mensch auf der Straße lebt. In diesem Jahr hat die Caritas allein in Puerto del Rosario bisher 232 Personen betreut, von denen 111 ein hohes Risiko tragen, auf der Straße zu landen.

Da viele Menschen infolge der wirtschaftlichen Probleme, die die Krise mit sich gebracht hat, auch psychische Leiden entwickeln, vor allem Depressionen und Angstzustände, bietet die Caritas seit August 2013 auch eine psychologische Beratung an.

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