Umweltdesaster in Gran Tararal: weitere Schiffe gesunken

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  • gesunken GT Rettungsboot

Die kritische Situation im Hafen von Gran Tarajal hat sich Verlauf des 28.02.2018 weiter verschärft. Wegen des Sturms Emma” hatten sich im Hafen festgemachte Lastkähne teilweise losgerissen. Die Wellen waren so heftig, dass die Schiffe ganz oder teilweise versanken oder auf die Hafenrampe getrieben wurden.

Das Schiff, dass am dichtesten vor der Hafeneinfahrt lag, war als erstes vollgelaufen und vollständig gesunken. Im weiteren Tagesverlauf sind weitere 2 Schiffe vollständig gesunken. Nur eines der insgesamt 9 festgemachte Boote konnte dem Unwetter bislang standhalten. Die übrigen sind entweder vollständig oder teilweise abgesoffen, bzw. auf die Hafenrampe getrieben.

150.000 Liter Treibstoff in den Tanks

Der erste gesunkene Lastkahn ist rund 20 Meter lang und hat 50 Tonnen Treibstoff an Bord. Ein weiteres gesunkenes, 60 Meter langes Schiff soll 40 Tonnen Treibstoff gebunkert haben.

Insgesamt hatten die Schiffe nach laut einer Pressemitteilung des Krisenstabs der Kanarischen Regierung rund 150.000 Liter Treibstoff in ihren Tanks.

Die Lastkähne hatten Baumaschinen wie Kräne, Bagger und LKWs geladen. Auch ein LKW mit einer Betonpumpe war mit dabei. Die Ladung ist ebenfalls vollständig im Hafenbecken versunken.

Unter den teilweise gesunkenen Schiffen befindet sich auch ein Schlepper.

Erster Bergungsversuch gescheitert

Am Vormittag hatten zwei Schlepper vergeblich versucht, in den Hafen einzulaufen. Sie wollten die Schiffe, die sich losgerissen hatten, sichern. Aufgrund des Sturms und der Wellen, die direkt in die Hafeneinfahrt rollten, mussten sie das Manöver jedoch abbrechen.

Letztlich waren die Sicherheitskräfte dazu verdonnert, tatenlos zuzusehen, wie die Situation sich verschlechterte. Ein Eingreifen wäre ohne Gefahr für Menschenleben nicht möglich gewesen.

Erst am frühen Abend hatte das Meer sich soweit beruhigt, dass man in einigen Bereichen des Hafens eine schwimmende Ölbarriere ausbringen konnte. Allerdings waren die Wellen immer noch zu heftig, um auch die Hafeneinfahrt abzusperren. Einige hundert Meter Ölbarrieren werden extra von Teneriffa aus angeschleppt.

Kleiner Ölteppich hat sich bereits aufgelöst

Es soll bereits eine unbekannte Menge Treibstoff ausgelaufen sein. Allerdings laufe kein Treibstoff mehr nach. Auch außerhalb des Hafens wurden Ölflecken auf dem Wasser gesichtet, die sich aber mittlerweile aufgelöst haben sollen.

Helikopter sollen weitere Flüge absolvieren, um das Ausmaß einer eventuellen Ölverschmutzung zu erkennen. Die Gesungheitsbehörde will ebenfalls Wasserproben an den Stränden von Gran Tarajal und Aceitún nehmen. In deren Nähe befindet sich auch die Meerwasserentsalzungsanlage von Gran Tarajal. Bereits kleinste Ölmengen könnten die Membranen der Anlage zerstören.

Wenn es gelingt, die Hafenzufahrt rechtzeitig mit Ölbarrieren zu schließen, besteht die Hoffnung, dass kein Treibstoff mehr ins offen Meer fließt. Möglicherweise beschränkt sich die Verschmutzung dann auf den Bereich des Hafens. Das wäre dann noch Glück im Unglück.

Experten aus Deutschland und Großbritannien sollen beim Bergen helfen

Am Freitag, den 02.03.2018 sollen laut Angaben der Versicherung der Reederei Experten aus Großbritannien und Deutschland anreisen. Sie sollen gemeinsam mit Technikern der Hafenbehörde den Treibstoff aus den Schiffen abpumpen und die Bergung durchführen.

Kritik an “schwimmenden Schrotthaufen”

Die hässlichen Lastkähne, die im Hafen von Gran Tarajal festgemacht waren, mussten schon vor dem Unglück reichlich Kritik einstecken. Sie wurden als “schwimmende Schrotthaufen” bezeichnet. Manch einer regte sich darüber auf, dass man den Hafen von Gran Tarajal als Kreuzfahrthafen etablieren wolle, auf der anderen Seite zulasse, dass Lastschiffe auf dem Weg nach Afrika dort für so lange Zeit parkten. Die Fischer aus Gran Tarajal behaupten gar, dass ein solches Unglück absehbar war.

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