Baby stirbt bei Geburt auf Flüchtlingsboot vor Lanzarote

Patera-Todesfall

Am Mittwoch, 08.01.2020, hat sich auf einem Flüchtlingsboot rund 15 Meilen westlich von Lanzarote eine menschliche Tragödie ereignet.

Die Kanarische Notrufzentrale 112 wurde von einer Nichtregierungsorganisation darüber informiert, dass ein Flüchtlingsboot seit Sonntag auf dem Weg zu den Kanaren verschollen sei und dass sich an Bord eine hochschwangere Frau befinde, die möglicherweise auf dem Weg entbunden habe.

Die Flüchtlinge sollen sich schreiend und weinend bei der Flüchtlingsorganisation „Caminando Fronteras“ per Mobiltelefon gemeldet haben. Ihnen war das Benzin ausgegangen und eine Frau hatte auf dem Boot ein Baby zur Welt gebracht.

Die Rettungszentrale entsendete ein SAR-Flugzeug, das das Boot ausfinding machen konnte, das Rettungsboot Altair, das die Menschen von dem Boot rettete, und einen Hubschrauber für den Fall, dass eine Evakuierung auf dem Luftweg nötig sein sollte.

Das Boot war von der marokkanischen Küste vom Ort Tan-Tan aus in Richtung der Kanarischen Inseln gestartet. Der Vater des verstorbenen Kindes befand sich offenbar nicht an Bord. Er soll von Marokko aus mit der Flüchtlingsorganisation telefoniert haben.

An Bord der Patera sollen sich 25 Männer, 11 Frauen, 5 Minderjährige und das verstorbene Neugeborene befunden haben. Sie sollen aus Subsahara-Afrika stammen.

Es ist zurzeit unklar, ob das Kind vor, während oder nach der Geburt gestorben ist.

Bei ihrer Ankunft im Hafen von Arrecife wurden die Flüchtlinge von Mitarbeitern des Roten Kreuzes untersucht. Die Mutter des verstorbenen Babys, eine weitere Schwangere und ein 12-jähriges Kind mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die restlichen Menschen befanden sich, zumindest körperlich, einem guten Gesundheitszustand.

Bereits der zweite Todesfall innerhalb der ersten 8 Tage des neuen Jahres 2020

In den ersten 8 Tagen des neuen Jahres haben bereits 7 Flüchtlingsboote mit 231 Personen an Bord die Kanarischen Inseln erreicht oder wurden in kanarischen Gewässern gerettet. Zwei davon sind verstorben. Vor dem Baby ist ein Mann auf einer Patera verstorben, die am 05.01.2020 im Süden Gran Canarias mit 60 Personen an Bord entdeckt worden war.

Nur einen Monat zuvor, am 05.12.2019 hatte sich vor der Küste Mauretaniens ein schreckliches Unglück ereignet. Ein Boot, das mit rund 150 Menschen an Bord am 27.11.2019 von Gambia mit Ziel Kanaren gestartet war, kenterte nahe der Stadt Nuadibú. Dabei sind mindestens 58 Menschen ums Leben gekommen. Die Überlebenden konnten die Küste schwimmend erreichen.

Mindestens 150 Tote beim Versuch, die Kanaren zu erreichen

In 2019 haben mindestens 150 Menschen beim Versuch, die Kanarischen Inseln auf einen Flüchtlingsboot zu erreichen, ihr Leben verloren.

Mindestens weitere 350 Menschen haben ihr Leben auf dem Weg über das Mittelmeer nach Spanien gelassen.

1 Kommentar

  1. Das ein junger Mensch kurz nach der Geburt gestorben ist,ist sehr schrecklich!
    Wieso war der angebliche Vater nicht mit an Bord?
    Wie kommt ein Mann aus Subsahara an die Telefonnummer einer NGO?
    Fazit meinerseits wäre es unter Umständen möglich,das die NGO’s die Schuld am Tod dieses Säuglings haben.
    Legal hätten diese Menschen eine Chance gehabt.

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten