Erster 24-Stunden-Flug eines Pseudosatelliten in Spanien auf Fuerteventura

Pseudosatellit-Fuerteventura-24-Stunden-Flug

Auf Fuerteventura ist erstmals in Spanien ein sogenannter Pseudosatellit mehr als 24 Stunden lang in der Luft geblieben. Der unbemannte und mit Solarenergie betriebene APUS NEO 18 des Unternehmens Mira Aerospace absolvierte den Langzeitflug vom kanarischen Stratoport in Puerto del Rosario aus. Der Technologiepark von Fuerteventura (Parque Tecnológico de Fuerteventura), der dem Cabildo von Fuerteventura untersteht, bezeichnet die erfolgreiche Mission als wichtigen Meilenstein.

Der APUS NEO 18 gehört zur Kategorie der sogenannten HAPS (High Altitude Platform Systems). Dabei handelt es sich um unbemannte Flugplattformen, die in großer Höhe operieren und sich unter anderem in der Stratosphäre positionieren können. Aufgrund ihrer Einsatzmöglichkeiten werden solche Systeme auch als Pseudosatelliten bezeichnet.

Start vom Stratoport auf Fuerteventura

Der APUS NEO 18 startete am Abend des 15. September 2026 vom kanarischen Stratoport für HAPS und UAS auf Fuerteventura [UAS steht für Unmanned Air System, also unbemanntes Flugsystem]. Der Start erfolgte zu einer Zeit, in der der Flughafen von Fuerteventura für den regulären Flugbetrieb geschlossen war.

Nach dem Start durchquerte das Fluggerät den Luftraum in der Nähe des Flughafens und flog anschließend in Richtung Osten der Insel. Nach Sonnenaufgang stieg der APUS NEO 18 bis auf eine Höhe von fast 15.000 Fuß. Das entspricht rund 4,6 Kilometern. Nach mehr als 24 Stunden Flugzeit landete das Fluggerät in der Nacht zum 16. September 2026 wieder erfolgreich auf dem Gelände des Stratoports.

Nach Angaben des Technologieparks von Fuerteventura stellt der erste Langzeitflug eines HAPS-Systems einen wichtigen Erfolg beim Nachweis der operativen Fähigkeiten des kanarischen Stratoports dar. Gleichzeitig schaffe der Versuch die Grundlage dafür, auf Fuerteventura weitere Einsätze mit unbemannten Luftfahrtsystemen zu entwickeln.

Zusammenarbeit zahlreicher Einrichtungen

Betrieben wurde die Höhenplattform durch Personal des Zentrums für fortschrittliche Luft und Raumfahrttechnologien (Centro Avanzado de Tecnologías Aeroespaciales, CATEC). Die Leitung lag bei der Unternehmensgemeinschaft von Telespazio Ibérica und Pegasus Aero Group.

Einsatz bei Waldbränden, Notfällen und Umweltschutz

Der Flug ist Teil des Projekts ISSEC. Dieses soll Lösungen entwickeln, bei denen Luftfahrt und Raumfahrttechnologien unter anderem für Sicherheit, Notfälle, Biodiversität und andere öffentliche Dienstleistungen eingesetzt werden.

ISSEC ist wiederum Bestandteil des Programms Kanarische Geo-Innovation 2030 (Canarias Geo Innovation 2030). Mit der gemeinsamen Initiative der kanarischen Regierung und des Cabildo von Fuerteventura sollen Technologien erprobt und validiert werden, die konkrete Probleme und Anforderungen auf den Kanarischen Inseln lösen können.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Bewältigung von Notfällen und Waldbränden sowie die Überwachung und der Schutz der Biodiversität und des Naturerbes. Das Projekt ISSEC ist dem Bereich Biodiversität zugeordnet und wird mit Mitteln der kanarischen Regierung sowie europäischen NextGenerationEU-Mitteln über den Aufbau und Resilienzmechanismus MRR finanziert.

Mit dem mehr als 24 Stunden dauernden Flug des APUS NEO 18 konnte der Stratoport auf Fuerteventura nun erstmals unter realen Bedingungen zeigen, dass von der Insel aus auch Langzeiteinsätze solcher unbemannten Höhenplattformen durchgeführt werden können.

Am 12.12.2025 war Fuerteventura Ausgangspunkt für den ersten Flug eines zivilen Pseudosatelliten in Europa.

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