Das Internationale Clownfestival Tran Tran (Festival Internacional de Payasos y Payasas Tran Tran) in Gran Tarajal findet im Jahr 2026 nicht statt. Der Freiwilligenverein Equipo Chanita hat die Absage der Veranstaltung bestätigt. Gleichzeitig kündigen die Organisatoren an, dass das Festival im Jahr 2027 zurückkehren soll.
In einer Mitteilung erklärt der Verein, dass die Entscheidung keineswegs leicht gefallen sei. Ihr seien monatelange Arbeit, Besprechungen und Bemühungen vorausgegangen, um das Festival aufrechtzuerhalten.
„Wir haben bei jedem Schritt Zeit, Herz, Energie und Begeisterung investiert, aber es gibt Entscheidungen und Umstände, die sich dieses Mal unserer Kontrolle entziehen“, heißt es in der Mitteilung. Man habe es „bis zum Schluss versucht“. Konkrete Gründe für die Absage nennt Equipo Chanita nicht.
Eines der größten Kulturereignisse in Gran Tarajal fällt aus
Das Tran Tran hat sich während seiner bisherigen 15 Ausgaben zu einem der bekanntesten Kulturereignisse auf Fuerteventura entwickelt. Straßen, Plätze und die Strandpromenade von Gran Tarajal verwandelten sich während des Festivals in eine große Freilichtbühne.
Clowns und Straßenkünstler aus verschiedenen Ländern präsentierten Zirkus, Zauberei, Puppentheater und Jonglage. Zum Programm gehörten außerdem der große Straßenumzug und die inzwischen traditionelle Tortenschlacht. In besonders erfolgreichen Ausgaben kamen an einem Wochenende Tausende Besucher nach Gran Tarajal. Teilweise standen mehr als 100 Veranstaltungen mit über 150 Künstlern auf dem Programm.
Besonders für Kinder und Familien bedeutet die Absage den Wegfall eines kostenlosen Kulturangebots im öffentlichen Raum. Aus dem Umfeld des Tran Tran entstand zudem Hospitran, eine Initiative, die Clowns und Unterhaltung in Krankenhäuser und Tageszentren bringt.
Die Gemeinde Tuineje hatte außerdem die Anerkennung des Festivals als Veranstaltung von lokalem touristischem Interesse unterstützt. Neben seiner kulturellen Bedeutung bringt das Tran Tran zahlreiche Besucher nach Gran Tarajal und sorgt damit auch für zusätzliche Umsätze in Geschäften und Gastronomiebetrieben.
Finanzielle Probleme bereits beim Tran Tran 2025
Die Absage folgt auf eine längere Phase mit Schwierigkeiten. Bereits die Ausgabe 2025 stand wegen ausstehender Zahlungen aus dem Vorjahr bis zuletzt auf der Kippe. Schließlich konnte das Festival in kleinerem Umfang stattfinden, auch dank des Engagements zahlreicher Einwohner.
Im Juli 2026 ordnete ein Verwaltungsgericht in Las Palmas de Gran Canaria an, dass die Gemeinde Tuineje unverzüglich mehr als 131.000 Euro aus noch offenen Rechnungen der 14. Ausgabe des Festivals zahlen müsse.
Equipo Chanita macht in seiner Mitteilung zur Absage 2026 allerdings keine konkreten Angaben dazu, ob und in welchem Umfang die finanziellen oder administrativen Probleme für die Entscheidung ausschlaggebend waren.
PP macht CC und PSOE für Situation verantwortlich
Die Partido Popular (PP) von Tuineje reagierte am 6. Oktober 2026 mit scharfer Kritik an der Gemeinderegierung aus Coalición Canaria (CC) und PSOE. Nach Auffassung der PP seien zwei Jahre mit Problemen, mangelnder Planung und ausstehenden Zahlungen dafür verantwortlich, dass eines der wichtigsten Ereignisse von Gran Tarajal und Tuineje nicht stattfinden könne.
„Das Clownfestival Tran Tran ist nicht einfach irgendeine Veranstaltung, die man nach Belieben aus dem Kalender nehmen oder wieder hineinsetzen kann. Es ist ein Projekt, das von und mit den Bürgern aufgebaut wurde, und die Regierung von CC und PSOE hat die Verpflichtung, es zu schützen“, erklärte die PP-Sprecherin in der Gemeinde Tuineje, Esther Hernández.
Nach Ansicht der PP sei es besonders schwerwiegend, dass das Festival nach zwei Jahren mit wirtschaftlichen und administrativen Problemen in diese Situation geraten sei. Die Partei wertet dies als Beleg dafür, dass die Gemeinderegierung nicht in der Lage gewesen ist, die Stabilität des Festivals zu gewährleisten.
Hernández fordert von CC und PSOE Erklärungen dazu, welche Maßnahmen ergriffen und welche Lösungen gesucht worden sind.
PP warnt vor Verlust wichtiger Veranstaltungen in Tuineje
Der PP fordert von der Gemeinderegierung Verantwortung, Transparenz und Lösungen. Tuineje könne es sich nicht leisten, weitere Veranstaltungen zu verlieren, die Teil der gemeinsamen Identität seien, Besucher anziehen und gleichzeitig wirtschaftliche Aktivität für Handel und Gastronomie schaffen.
Die PP-Gemeinderätin Nélida Padilla erklärte, man wolle nicht, dass das Tran Tran „wie andere Veranstaltungen zur Erinnerung an das wird, was wir einmal aufzubauen in der Lage waren“.
Nach Ansicht von Padilla brauche es Engagement, Planung und politischen Willen, damit das Clownfestival wieder die Straßen von Gran Tarajal füllen könne. Die PP beklagt insgesamt einen Rückgang der Bedeutung Tuinejes als Veranstaltungsort. Die Gemeinde sei über Jahre hinweg eine kulturelle Referenz auf Fuerteventura und den Kanarischen Inseln gewesen, befinde sich inzwischen jedoch nach Auffassung der Partei „im letzten Waggon“.
Equipo Chanita kündigt Rückkehr für 2027 an
Trotz der Absage für 2026 soll das Tran Tran nicht dauerhaft verschwinden. „Dass das Tran Tran in diesem Jahr nicht stattfindet, bedeutet nicht, dass es vorbei ist“, betont Equipo Chanita. Der Verein kündigt an, im Jahr 2027 „mit mehr Kraft, mehr Begeisterung und mehr Lust als je zuvor“ zurückzukehren.
Die Organisatoren betonen zugleich den gemeinschaftlichen Charakter des Festivals: „Wir alle sind das Tran Tran.“ Menschen, die das Festival in den vergangenen Jahren begleitet haben, werden dazu aufgerufen, ihre Tran-Tran-Shirts hervorzuholen und damit auf die Straße zu gehen.
Die Absage solle kein Anlass für einen Tag der Trauer sein, sondern daran erinnern, dass hinter dem Festival eine große Gemeinschaft stehe, die bereit sei, es weiterhin zu verteidigen und zu unterstützen.
„In diesem Jahr werden wir uns nicht beim Festival sehen. Aber wir werden uns auf den Straßen sehen. Und im nächsten Jahr kommen wir zurück“, schließt die Mitteilung von Equipo Chanita. Der Verein verabschiedet sich mit den Worten: „Lang lebe das Tran Tran.“
Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link: