Das Cabildo de Fuerteventura (Inselregierung) hat ein umfangreiches Projekt zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten abgeschlossen. Seit Dezember 2025 wurden insgesamt 6.934 Exemplare der invasiven Pflanze Calotropis procera entfernt. Darüber hinaus richteten sich die Maßnahmen gegen Schilf und andere gebietsfremde Pflanzenarten, die eine Gefahr für die heimischen Ökosysteme darstellen.
Das Projekt umfasste die Erfassung, Entfernung und Nachkontrolle der Pflanzen sowie die Entsorgung des Pflanzenmaterials und Maßnahmen zur Wiederherstellung der natürlichen Umwelt.
Schwerpunkt auf Pozo Negro und weiteren Gebieten
Die Arbeiten konzentrierten sich auf Gebiete, in denen Calotropis procera besonders stark verbreitet war. Dazu gehörten Straßenränder, Wege, traditionelle landwirtschaftliche Anbauflächen, sogenannte Gavias, aufgegebene Felder, trockene Stauseen und Barrancos.
Zu den vorrangig behandelten Gebieten gehörte zunächst die Umgebung von Pozo Negro. Anschließend wurden die Maßnahmen auf weitere Flächen in den Gemeinden Antigua, Tuineje und Pájara ausgeweitet.
Was ist Calotropis procera?
Calotropis procera, im Deutschen auch Oscher oder Fettblattbaum genannt, stammt ursprünglich aus Afrika und Asien. Die hochgiftige Pflanze ist ein kleiner, immergrüner Baum mit großen, ledrigen Blättern, auffälligen violetten Blüten und aufgeblähten grünen Früchten. Bei Verletzungen tritt ein weißlicher Milchsaft aus.

Der Fettblattbaum ist besonders widerstandsfähig gegen Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung und Wind. Seine Samen werden über große Entfernungen vom Wind verbreitet. Dadurch kann sich die Pflanze auch unter den trockenen Bedingungen auf Fuerteventura gut ausbreiten.
Nach Angaben im spanischen Katalog invasiver Pflanzen soll der Fettblattbaum bereits 1967 auf einer Finca im Tal von Giniginamar angepflanzt worden sein. Von dort aus verbreitete er sich weiter über die Insel. Ursprünglich wurde die Art auch als Zierpflanze genutzt.
Mittlerweile stellt sie eine erhebliche Bedrohung für die heimischen Ökosysteme dar, da sie einheimische Pflanzen verdrängt und die natürliche Regeneration der Vegetation erschwert.
Die Präsidentin des Cabildo, Lola García, und der Regierungsrat für Umwelt im Cabildo, Carlos Rodríguez, betonten die Bedeutung einer konsequenten Bekämpfung invasiver Arten, um deren Ausbreitung zu verhindern und die Erholung der heimischen Vegetation zu fördern.
Aufwendige Entfernung einschließlich der Wurzeln
Mit der Durchführung der Arbeiten hatte das Cabildo das öffentliche Unternehmen GESPLAN beauftragt.
Vor der Entfernung jeder Pflanze kontrollierten die Mitarbeiter, ob Blüten, Früchte oder Samen vorhanden waren. Diese wurden von Hand entfernt und in verschlossenen Säcken gesammelt, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.
Anschließend wurden Äste und Stamm abgeschnitten und nach Möglichkeit auch die Wurzeln vollständig entfernt. Wo dies aufgrund der Bodenverhältnisse nicht möglich war, wurden die Pflanzenreste mit schwarzer Kunststofffolie abgedeckt. Teilweise wurde zusätzlich Salz eingesetzt, um das Austrocknen der verbliebenen Pflanzenteile zu fördern.
Regelmäßige Nachkontrollen dienten dazu, neu gekeimte Pflanzen und erneut ausgetriebene Exemplare zu beseitigen.
Schilfbekämpfung im Saladar de Jandía
Ab Juni 2026 wurde das Projekt um gezielte Maßnahmen gegen das Schilf Phragmites australis im Saladar de Jandía erweitert.
Die Arbeiten erfolgten selektiv, um die Schilfbestände zu reduzieren, ohne die typische Vegetation des Salzgebiets unnötig zu beeinträchtigen. Dazu gehörten maschinelle und manuelle Schnittarbeiten sowie die Entfernung verbliebener Bestände.
Zusätzlich wurden schwarze Kunststofffolien ausgelegt, die durch Lichtentzug die Regenerationsfähigkeit der unterirdischen Rhizome und Wurzeln verringern sollen.
Das anfallende Pflanzenmaterial wurde zerkleinert und zu zugelassenen Entsorgungsanlagen transportiert, hauptsächlich zur Mülldeponie Zurita (Complejo Ambiental de Zurita). Im Rahmen der Arbeiten wurden außerdem Abfälle aus den betroffenen Gebieten entfernt.
Finanzierung durch EU-Fördermittel
Das Projekt ist Bestandteil des kanarischen Förderprogramms „Programa Canarias FEDER 2021–2027“. Die Maßnahmen werden zu 85 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (FEDER) kofinanziert.
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