Die kanarische Gesundheitsbehörde (Consejería de Sanidad) hat am 19. Oktober 2026 die saisonale Impfkampagne gegen Atemwegsinfektionen für die Saison 2026/2027 in den Gesundheitszentren der Kanarischen Inseln gestartet. Angeboten werden Impfungen gegen Grippe, Covid-19 und das Respiratorische Synzytialvirus (RSV), das insbesondere bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen schwere Atemwegserkrankungen verursachen kann.
Für die Grippeimpfungen hat der Kanarische Gesundheitsdienst (Servicio Canario de la Salud, SCS) insgesamt 281.263 Impfdosen verschiedener Impfstofftypen für rund 2,83 Millionen Euro beschafft. Das entspricht einer Steigerung um 5,4 Prozent gegenüber der Saison 2025/2026, in der 267.000 Dosen eingekauft wurden.
Termine für Impfungen vereinbaren
Wer sich gegen Grippe, Covid-19 oder RSV impfen lassen möchte, kann telefonisch einen Termin vereinbaren. Dafür stehen die Rufnummer 012 sowie die beiden Nummern ohne zusätzliche Sondertarife 922 470 012 und 928 301 012 zur Verfügung.
Die Impfungen werden in den Gesundheitszentren auf Fuerteventura und den übrigen Kanarischen Inseln angeboten.
Grippeimpfung für Risikogruppen und Kinder
Die Grippeimpfung wird insbesondere folgenden Personengruppen empfohlen:
- Menschen ab 60 Jahren
- Kindern zwischen sechs Monaten und sechs Jahren
- Schwangeren und Frauen im Wochenbett
- Menschen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem
- Bewohnern von Pflegeeinrichtungen
- Medizinischem Personal und Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen
- Angehörigen von Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz
- Personen, die mit besonders gefährdeten Menschen zusammenleben oder diese betreuen, einschließlich Haushaltsangehörigen von Säuglingen unter sechs Monaten
- Beschäftigten in Kindertagesstätten und Vorschuleinrichtungen
- Personen mit beruflichem Kontakt zu Tieren, beispielsweise Tierärzten und Landwirten
- Rauchern und Menschen mit anderen gesundheitlichen Risikofaktoren
Für die Saison 2026/2027 stehen vier verschiedene Grippeimpfstoffe zur Verfügung, die auf die jeweiligen Zielgruppen abgestimmt sind.
Die reguläre Grippeimpfkampagne endet am 31. Dezember 2026. Abhängig von der epidemiologischen Entwicklung kann sie bis zum 31. März 2027 verlängert werden.
Impfungen in Schulen bereits am 5. Oktober 2026 gestartet
Bereits am 5. Oktober 2026 begann die erste Phase der Impfkampagne für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen, Bewohner von Pflegeeinrichtungen und medizinisches Personal.
Ebenfalls am 5. Oktober 2026 starteten Grippeimpfungen für drei-, vier- und fünfjährige Kinder in öffentlichen, staatlich geförderten und privaten Vorschuleinrichtungen auf den Kanarischen Inseln.
Dabei wird ein Impfstoff verwendet, der über die Nase verabreicht wird und keine Spritze erfordert.
Nach Angaben der Gesundheitsbehörde soll die Impfung in den Schulen nicht nur die Kinder selbst schützen, sondern auch ihre Familien. Gleichzeitig sollen krankheitsbedingte Fehlzeiten in Schulen und am Arbeitsplatz reduziert werden.
Die Gesundheitsbehörde weist darauf hin, dass die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Grippe bei Kindern unter sechs Jahren mit derjenigen von Menschen zwischen 65 und 75 Jahren vergleichbar ist.
Die Möglichkeit, den nasalen Grippeimpfstoff auch bei gefährdeten Minderjährigen unter 18 Jahren einzusetzen, soll die Impfquote in dieser Bevölkerungsgruppe erhöhen.
RSV-Impfung auf weitere Risikogruppen ausgeweitet
Eine wichtige Neuerung der Saison 2026/2027 ist die Ausweitung der Immunisierung gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) auf besonders gefährdete Erwachsene.
Das Virus kann nicht nur bei Säuglingen, sondern auch bei älteren Menschen und Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen schwere Atemwegsinfektionen verursachen.
Die RSV-Immunisierung wird folgenden Personengruppen angeboten:
- Bewohnern sozialmedizinischer Einrichtungen ab 70 Jahren
- Jüngeren Bewohnern solcher Einrichtungen mit schweren Herz- oder Atemwegserkrankungen
- Patienten mit bestimmten Blutkrebserkrankungen
- Empfängern von Lungentransplantaten oder Blutstammzelltransplantationen
Bei den beiden letztgenannten Gruppen erfolgt die Immunisierung über die zuständigen Krankenhausabteilungen.
Die Impfungen sollen insbesondere während der Hauptverbreitungszeit des Virus zwischen Oktober und März erfolgen.
Für Säuglinge gibt es bereits seit der Saison 2023/2024 ein eigenes Immunisierungsprogramm. Es richtet sich an Babys, die zu Beginn der RSV-Saison jünger als sechs Monate sind, an alle während der Saison geborenen Kinder sowie an bestimmte besonders gefährdete Kinder unter 24 Monaten.
Covid-19-Impfung unabhängig von der Grippesaison
Während Grippe- und Covid-19-Impfungen seit der Saison 2021/2022 gemeinsam empfohlen wurden, gibt die Gesundheitsbehörde seit der Saison 2025/2026 getrennte Empfehlungen heraus. Hintergrund sind unterschiedliche Voraussetzungen für die jeweiligen Impfungen.
Da das Coronavirus SARS-CoV-2 bislang kein eindeutig saisonales Verbreitungsmuster zeigt, kann die Covid-19-Impfung für entsprechend gefährdete Personen auch außerhalb der klassischen Grippesaison angeboten werden.
Wenn beide Impfungen angezeigt sind, können sie gleichzeitig verabreicht werden. Bei der Covid-19-Impfung muss jedoch ein Mindestabstand von drei Monaten zur letzten Impfdosis oder einer bestätigten Infektion eingehalten werden.
Die Gesundheitsbehörde betont, dass die Covid-19-Impfung im Unterschied zur Grippeimpfung keine nachgewiesene Verringerung der Übertragung auf andere Personen bewirkt. Deshalb wird sie Angehörigen, Betreuungspersonen und medizinischem Personal als individuelle Schutzmaßnahme angeboten.
Schwere Krankheitsverläufe und Krankenhausaufenthalte verhindern
Das wichtigste Ziel der Impfkampagne ist die Vermeidung schwerer Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle, insbesondere bei Menschen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko.
Gleichzeitig soll die Belastung des kanarischen Gesundheitssystems reduziert werden. Dazu gehört vor allem, eine Überlastung der Notaufnahmen, Krankenhausstationen und Intensivstationen während der saisonalen Ausbreitung von Atemwegsinfektionen zu vermeiden.
Nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörde sind Impfungen die wirksamste Maßnahme, um das Risiko schwerer Komplikationen bei besonders gefährdeten Personen zu verringern.
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