Ryanair streicht Flüge von Berlin nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote

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Schlechte Nachrichten für den Tourismus auf Fuerteventura und den anderen Kanarischen Inseln: Ryanair streicht im Winterflugplan 2026/2027 zahlreiche Verbindungen ab Berlin. Betroffen sind auch die Direktflüge nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote. Insgesamt reduziert die irische Billigfluggesellschaft ihre Kapazitäten in Deutschland um rund 700.000 Sitzplätze.

Wie Ryanair in einer Pressemitteilung vom 08.10.2026 bekannt gab, wird die Fluggesellschaft ihre Basis am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zum 24.10.2026 schließen. Die dort stationierten sieben Flugzeuge werden auf andere europäische Flughäfen verlagert, an denen nach Angaben des Unternehmens günstigere wirtschaftliche Rahmenbedingungen herrschen.

In Berlin reduziert Ryanair sein Sitzplatzangebot im Winterflugplan 2026/2027 um 50 Prozent. Insgesamt werden zwölf Strecken gestrichen, darunter die Verbindungen nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote. Außerdem entfallen Flüge nach Bologna, Marseille, Palermo, Pisa, Reggio Calabria, Tallinn, Thessaloniki, Triest und Vilnius.

Fuerteventura verliert eine wichtige Direktverbindung nach Deutschland

Für Fuerteventura bedeutet die Entscheidung den Wegfall einer Direktverbindung mit der deutschen Hauptstadt. Gerade in den Wintermonaten ist Deutschland einer der wichtigsten Herkunftsmärkte für den Tourismus auf der Insel.

Die Verbindung zwischen Berlin und Fuerteventura ist insbesondere für Urlauber aus Berlin, Brandenburg und den angrenzenden Bundesländern interessant. Mit der Streichung verlieren Reisende aus dieser Region eine direkte Anreisemöglichkeit mit Ryanair.

Wer seinen Winterurlaub auf Fuerteventura verbringen möchte, muss künftig auf andere Fluggesellschaften, Abflughäfen oder Umsteigeverbindungen ausweichen, sofern keine entsprechenden Direktflüge anderer Anbieter verfügbar sind.

Der Wegfall einer Flugverbindung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass die Zahl der deutschen Urlauber auf Fuerteventura im gleichen Umfang zurückgeht. Entscheidend ist, ob andere Fluggesellschaften die wegfallenden Kapazitäten ersetzen können und wie sich die Flugpreise entwickeln.

Auch Gran Canaria und Lanzarote betroffen

Neben Fuerteventura verlieren auch Gran Canaria und Lanzarote ihre Ryanair-Direktverbindungen mit Berlin.

Damit sind drei der wichtigsten Urlaubsinseln der Kanaren von der Entscheidung betroffen. Gerade während der europäischen Wintermonate profitieren diese Inseln von ihrer Bedeutung als Sonnenziele für deutsche Urlauber.

Die Streichungen könnten sich insbesondere dann negativ auf den Tourismus auswirken, wenn das reduzierte Flugangebot zu höheren Ticketpreisen führt oder Urlauber auf andere Reiseziele ausweichen.

Für die kanarische Tourismuswirtschaft ist die Entwicklung deshalb von besonderer Bedeutung. Die Erreichbarkeit der Inseln hängt fast vollständig vom Flugverkehr ab. Veränderungen im Angebot großer Fluggesellschaften können sich unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit der Reiseziele auswirken.

Wie viele Sitzplätze auf den einzelnen Kanarenstrecken tatsächlich wegfallen, geht aus der Pressemitteilung von Ryanair nicht hervor. Auch lässt sich daraus nicht ableiten, wie viele zusätzliche Passagiere andere Fluggesellschaften möglicherweise befördern werden.

Ryanair macht hohe Kosten in Deutschland verantwortlich

Ryanair begründet die umfangreichen Streichungen mit den aus Sicht des Unternehmens überhöhten Kosten des deutschen Luftverkehrsmarktes.

Dazu zählt die Fluggesellschaft insbesondere die deutsche Luftverkehrsteuer sowie hohe Gebühren für Flughäfen, Sicherheitskontrollen und Flugsicherung.

Nach Angaben von Ryanair sind die Gebühren am Flughafen Berlin seit 2019 um mehr als 50 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sei die Zahl der Passagiere von 36 Millionen im Jahr 2019 auf rund 26 Millionen im Jahr 2025 zurückgegangen.

Diese Entwicklung wertet das Unternehmen als Beleg für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Auch am Flughafen Hamburg reduziert Ryanair seine Kapazitäten um fünf Prozent. Dagegen plant die Fluggesellschaft ein Wachstum in Memmingen um zwölf Prozent und in Köln um zehn Prozent. In Friedrichshafen und Saarbrücken will Ryanair erstmals im Winter Flüge anbieten.

Ryanair fordert Abschaffung der Luftverkehrsteuer

Ryanair-Chef Eddie Wilson kritisierte die deutsche Luftverkehrspolitik scharf. Deutschland sei der große europäische Luftverkehrsmarkt mit der schwächsten Erholung.

Während Ryanair in anderen europäischen Ländern wachse, werde das Sitzplatzangebot in Deutschland im Winter 2026/2027 um zehn Prozent reduziert.

Berlin sei dabei der größte Verlierer. Die Schließung der Basis, der Wegfall von zwölf Strecken und die Reduzierung der verbleibenden Verbindungen würden nach Einschätzung des Unternehmens zu weniger Auswahl und höheren Flugpreisen führen.

Ryanair fordert deshalb von der Bundesregierung, die Luftverkehrsteuer vollständig abzuschaffen und die übrigen Zugangskosten zum Luftverkehr deutlich zu senken.

Die sieben bislang in Berlin stationierten Flugzeuge sollen stattdessen an Flughäfen in anderen EU-Staaten eingesetzt werden, die nach Darstellung von Ryanair günstigere Bedingungen bieten.

Auswirkungen auf den Kanarentourismus noch nicht absehbar

Für Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote stellt der Rückzug von Ryanair aus mehreren Berliner Verbindungen einen Verlust an direkter Erreichbarkeit aus Deutschland dar.

Ob daraus ein spürbarer Rückgang der deutschen Urlauberzahlen entsteht, hängt wesentlich davon ab, wie andere Fluggesellschaften auf die frei werdende Nachfrage reagieren.

Die von Ryanair angekündigten 700.000 wegfallenden Sitzplätze beziehen sich auf den gesamten deutschen Markt und nicht ausschließlich auf die Kanarischen Inseln. Eine konkrete Zahl für die gestrichenen Kapazitäten nach Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote nennt das Unternehmen nicht.

Fest steht jedoch, dass die drei Kanareninseln im Winterflugplan 2026/2027 eine direkte Ryanair-Anbindung an die deutsche Hauptstadt verlieren. Damit wird das Angebot an Flugverbindungen zwischen Deutschland und den Kanaren zumindest auf diesen Strecken eingeschränkt.

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