Die kanarische Regierung hat Mitglieder des Naturschutzdienstes SEPRONA der Guardia Civil geschult, um den Schutz wildlebender Tiere auf Fuerteventura und den übrigen Kanarischen Inseln zu verbessern. Im Mittelpunkt standen die Arbeitsweise und die Einsatzprotokolle des Kanarischen Netzwerks zur Gesundheitsüberwachung wildlebender Tiere (Red Canaria de Vigilancia Sanitaria de Fauna Silvestre), kurz Red Vigía Canarias.
Die Schulung wurde von der Generaldirektion für Naturschutz (Dirección General del Medio Natural) des kanarischen Ministeriums (consejería) für ökologischen Wandel und Energie organisiert. Sie fand im September 2026 in der Kommandantur der Guardia Civil in Las Palmas de Gran Canaria statt.
Bessere Zusammenarbeit bei Funden von Wildtieren
Ziel der Schulung war es, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen zu verbessern, die an der Entdeckung, Bergung, Untersuchung und Registrierung von Exemplaren wildlebender Tiere beteiligt sind.
Der Regierungsrat für ökologischen Wandel und Energie in der kanarischen Regierung, Mariano H. Zapata, betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden und Einsatzkräften.
„Die Koordination mit dem SEPRONA ist von grundlegender Bedeutung, um Bedrohungen für unsere Fauna schnell zu erkennen und diese Informationen in wirksame Maßnahmen zum Schutz unserer biologischen Vielfalt umzusetzen“, erklärte Zapata.
Nach seinen Angaben spielen die Beamten der Guardia Civil eine wesentliche Rolle bei der Überwachung und Gewinnung von Informationen. Gut ausgebildete Einsatzkräfte könnten den gesamten Prozess verbessern, von der Entdeckung eines Tieres über dessen Untersuchung bis zur Aufnahme der Ergebnisse in eine gemeinsame Datenbank. Je mehr hochwertige Informationen gesammelt würden, desto besser könnten Risiken frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
Von der Bergung bis zur Untersuchung im Labor
Während der Schulung wurden die Ziele, die Struktur und die Einsatzprotokolle von Red Vigía Canarias erläutert. Außerdem ging es um die digitale Plattform des Netzwerks und die korrekte Erfassung und Verwaltung der gewonnenen Daten.
Dieser Teil wurde von Miguel Ángel Cabrera Pérez geleitet, Biologe beim Biodiversitätsdienst der Generaldirektion für Naturschutz und technischer Leiter von Red Vigía Canarias.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Kriterien und Protokollen für den Versand von Tierkadavern an das Universitätsinstitut für Tiergesundheit (Instituto Universitario de Sanidad Animal, IUSA) der Universität Las Palmas de Gran Canaria.
Darüber hinaus lernten die Teilnehmer das Verfahren zur Übermittlung von Proben an den Toxikologischen Dienst der Universität Las Palmas de Gran Canaria (Servicio de Toxicología, SERTOX) kennen.
Praktische Arbeit mit der digitalen Plattform
Auch die praktische Ausbildung spielte eine wichtige Rolle. In einer eigenen Einheit übten die Teilnehmer die Registrierung von Fällen und das Hochladen von Informationen auf die digitale Plattform von Red Vigía Canarias.
Dadurch sollten die SEPRONA-Beamten den gesamten Ablauf kennenlernen, mit dem Informationen aus Funden vor Ort erfasst, zusammengeführt und systematisch für spätere Untersuchungen verfügbar gemacht werden.
Zum Schulungsteam gehörten neben Miguel Ángel Cabrera Pérez auch Lucía Marrero Ponce, Tierärztin und Verantwortliche für Red Vigía Canarias am IUSA, Octavio Pérez Luzardo, Professor für Toxikologie an der Universität Las Palmas de Gran Canaria und Leiter des SERTOX, sowie Ayose Melián Melián, promovierter Tierarzt und Verantwortlicher für Red Vigía Canarias bei Gesplan.
Todesursachen wildlebender Tiere systematisch untersuchen
Das Kanarische Netzwerk zur Gesundheitsüberwachung wildlebender Tiere ist eine Initiative der kanarischen Regierung und nach deren Angaben ein Vorreiterprojekt in Spanien. Ziel ist es, die Ursachen für das Sterben wildlebender Tiere auf den Kanarischen Inseln zu identifizieren und wissenschaftlich zu untersuchen.
Dabei werden sowohl natürliche als auch nicht natürliche Todesursachen analysiert. Dazu gehören unter anderem Infektionskrankheiten, Vergiftungen und Stromschläge.
Die gewonnenen wissenschaftlichen Daten sollen dabei helfen, Gefahren für die Tierwelt frühzeitig zu erkennen und geeignete Schutzmaßnahmen einzuleiten.
Red Vigía Canarias führt außerdem Informationen verschiedener Einrichtungen und spezialisierter Zentren zusammen, die unter anderem pathologische und toxikologische Untersuchungen durchführen. Das Netzwerk dient damit zugleich als Datenbank für Entscheidungen im Naturschutz. Anhand der gesammelten Daten können Muster und Risiken analysiert und wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt auf Fuerteventura und den übrigen Kanarischen Inseln umgesetzt werden.
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