Polizeichef von Pájara wegen Korruptionsverdacht festgenommen

Am 29.03.2011 wurde der Chef der Policia Local von Pájara, Estebán Hernandez von Beamten der Ausländerabteilung der Nationalpolizei festgenommen.

Er steht unter Verdacht, Immigranten bei der illegalen Einwanderung unterstützt zu haben und für deren Legalisierung Geld genommen zu haben.

Am selben Tag nahm die Polizei einen Geschäftsmann sowie zwei Marokkaner fest, die ebenfalls im Verdacht stehen, an den illegalen Geschäften beteiligt zu sein.

In unmittelbarem Zusammenhang mit den Festnahmen durchsuchten Beamte der Ausländerbrigade der Nationalpolizei aus Gran Canaria mit Unterstützung ihrer Kollegen aus Fuerteventura stundenlang die Büros der Lokalpolizei in Morro Jable  und beschlagnahmten Akten, die im Zusammenhang mit der Erteilung von Aufenthaltsgenehmigungen für Ausländer stehen.

Die polizeilichen Ermittlungen im Rahmen der „Operation Araña“ (Spinne) haben bereits in 2009 begonnen, nachdem eine Scheinfirma entdeckt wurde, die dazu diente, die illegale Einwanderung zu begünstigen und den Immigranten eine Aufenthaltsgenehmigung zu verschaffen. Die Ermittlungen führten daraufhin bereits zu 10 Festnahmen und auf eine Spur nach Fuerteventura. Die Scheinfirma fiel auf, als sie mehrere Anträge zur Legalisierung von Einwanderern stellte und 20 irreguläre Arbeitsverträge entdeckt wurden. Weitere Nachforschungen ergaben, dass die Firma keinerlei wirtschaftliche Aktivität entwickelte und Arbiter nur einstellte, um Aufenthaltsgenehmigungen zu erwirken.

Die Scheinfirma unterhielt offenbar Kontakte zu Geschäftsleuten und Mittelsmännern auf Fuerteventura. Letztere waren dafür Zuständig, den Kontakt zu den „Hilfe suchenden“ Ausländern herzustellen.

Die Rolle des Polizeichefs von Pájara könnte möglicherweise darin bestanden haben, Berichte über den Aufenthalt von Immigranten gefälscht zu haben, die von diesen beantragt wurden, um nachzuweisen, dass sie sich mehr als drei Jahre im Land aufgehalten haben und dass sie bei der Gemeinde gemeldet sind. Dieser Bericht der Lokalpolizei ist Voraussetzung für die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung.

Einen Tag nach der Festnahme des Polizeichefs wurden zwei weitere Tatverdächtige festgenommen, darunter ein weiterer Ausländer und der Generalsekretär der Gemeinde von Pájara, Antonio Muñecas. Muñecas wurde noch am selben Abend wieder freigelassen, muss aber Presseberichten zufolge damit rechnen, als Beschuldigter zur Vernehmung vorgeladen zu werden. Infolge der neuen Festnahmen gab es auch weitere Durchsuchungen in den Büros der Lokalpolizei in Costa Calma und Morro Jable.

Der Polizeichef wurde am 31.03.2011 vom Richter als Beschuldigter vernommen und danach ohne Kaution vorläufig freigelassen. Er muss sich jedoch bis zum Prozess alle 15 Tage bei Gericht melden. Ihm werden Bestechlichkeit und Urkundenfälschung vorgeworfen.

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