Grabenkämpfe im Parque Natural de Jandía

Das Mitglied im Gemeinderat von Pájara, Alejandro Jorge von der Partei Nueva Canarias hat die zahlreichen Erdbewegungen, die die Inselverwaltung im Naturpark von Jandia in den letzten Wochen und Monaten durchgeführt hat, heftig kritisiert.  Das Cabildo hatte mit schweren Baumaschinen Gräben und Erdwälle aufgeschüttet sowie die harten Oberfläche von diversen Pisten aufgelockert, um so zu verhindern, dass Fahrzeuge auf nicht erlaubten Strecken fahren und in verbotene Gebiete eindringen.

Jorge Alejandro sieht in den Maßnahmen des Cabildos eine schwere Beeinträchtigung der Landschaft und eine Gefährdung von Flora und Fauna, zumal viele Arten in den betroffenen Gebieten in ihrem Bestand bedroht seien.

Als Lösung schlägt Jorge Alexandro vor, die Überwachung der geschützten Gebiete zu intensivieren, Informationstafeln in verschiedenen Sprachen aufzustellen, die über die möglichen Strafen informieren, und bei Verstößen die teils drastischen  Bußgelder konsequenter durchzusetzen. Wer im Naturpark eine geschützte Tier- oder Pflanzenart schädigt, z.B. weil er querfeldein fährt, muss im schlimmsten Fall mit einem Bußgeld im 6-stelligen Bereich rechnen.

Die Idee, durch Gräben und Erdwälle Autofahrer daran zu hindern, in die geschützten Gebiete zu fahren, erscheint tatsächlich sehr kurzsichtig und in der Praxis sogar kontraproduktiv. Natürlich werden sich anfangs die Fahrer von nicht-allradgetriebenen Kleinwagen angesichts eines Grabens und eines Erdwalls davon abhalten lassen, auf der Piste weiterzufahren. Der Fahrer eines Allradlers wird sich allerdings angesichts eines unerwarteten Hindernisses wohl eher motiviert fühlen, die Geländegängigkeit seines Vehikels auszutesten. Also zuschaltbaren Allrad rein, Geländeuntersetzung aktiviert und Differential gesperrt, und dann einfach vorbei am Graben. Dass er dazu die bereits vorhandene Piste verlassen und unberührtes, mit möglicherweise seltenen Pflanzen besiedeltes Gebiet durchfahren muss, spielt dann sicher keine Rolle, vor allem wenn ein unaufgeklärter Tourist -oder aber auch Einheimischer- in den scheinbar vertrockneten Büschen ohnehin nur störendes Gestrüpp sieht. Dem ersten Offroader folgt sicher ein zweiter, dann ein dritter und spätestens nach dem zehnten ist der Weg geebnet für den Opel-Corsa-Fahrer, der nun auch einfach auf dem so neu entstandenen Weg am vermeintlichen Hindernis vorbeizieht. Damit passiert genau das Gegenteil von dem, was das Cabildo mit den Gräben und Erdwällen erreichen will:  es entstehen neue Pisten und die Vegetation geht weiter zurück.

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