Unerwarteter Frühjahrsputz in La Pared

Seit Mitte Januar 2014 herrscht ein reges Treiben in der Urbanisation von La Pared. Große und kleine LKWs und Bagger, begleitet von rund 20 Arbeitern haben mit einer groß angelegten Reinigungsaktion begonnen, die voraussichtlich bis Ende Februar andauern soll. Schon nach wenigen Tagen war La Pared kaum wiederzuerkennen.

Die Aktion, die nicht nur in La Pared, sondern in diversen Ortschaften auf der ganzen Insel stattfindet, wird unter dem Motto „te ponemos bonita“ („Wir machen Dich schön“) vom Cabildo de Fuerteventura und den jeweiligen Gemeinden durchgeführt.

Die Urbanisation La Pared, einst das Juwel unter den Ortschaften im Süden Fuerteventuras, war in den letzten Jahren immer weiter heruntergekommen. Die üppigen Grünanlagen vertrockneten, an manchen Ecken häufte sich der Unrat und der Ort verlor seinen einstigen Glanz.

Eigentlich sind weder die Gemeinde Pájara noch die Inselverwaltung für die Pflege und den Unterhalt einer privaten Urbanisation zuständig, solange diese nicht vollständig fertiggestellt und an die Gemeinde übergeben worden ist, sondern die Eigentümer der Grundstücke. Doch in den vergangenen Jahren ist es den Eigentümern in La Pared nicht gelungen, sich zusammenzuraufen und an einem gemeinsamen Strang zu ziehen. Verhärtete Fronten zwischen Nachbarschaftsgruppierungen, diverse Gerichtsverfahren und vor allem die Unfähigkeit der Gemeinde Pájara, innerhalb von mehreren Legislaturperioden einen gültigen Bebauungsplan zu beschließen, haben es bisher unmöglich gemacht, den Gordischen Knoten der Probleme von La Pared und anderen betroffenen Urbanisationen zu lösen.

Die fehlende Rechtssicherheit hat letztlich dazu geführt, dass die große Mehrheit der Anwohner von La Pared nicht mehr bereit ist, sich an den Kosten zur Erhaltung der gemeinschaftlichen Elemente der Urbanisation zu beteiligen.

Es gab in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen einiger engagierter Anwohner, in Eigenregie Reinigungsaktionen durchzuführen, ohne jedoch Zugriff auf einen so großen Maschinenpark zu haben, wie ihn die Inselverwaltung nun einsetzt.

Immerhin haben Cabildo und Gemeinde erkannt, dass der heruntergekommene Eindruck, den La Pared zweifelsfrei auf die vielen Besucher machte, auch ein Imageproblem für den Tourismus im Allgemeinen darstellte. Genau dies hat die Inselverwaltung in einer Pressemitteilung zu der Reinigungsaktion zum Ausdruck gebracht.

Wenn La Pared nun nach Abschluss der Reinigungsaktion in neuem Glanz erstrahlt, wird sich Anwohnern und Besuchern ein völlig anderes und attraktives Bild bieten. Allerdings lassen sich die Probleme von La Pared, die den Zustand des Verfalls erst herbeigeführt haben, nicht durch oberflächliche Kosmetik lösen.

Zum einen müssen die gesäuberten und neu hergerichteten Grünzonen auch in Zukunft gepflegt und vor allem auch bewässert werden, ansonsten wird es bald wieder ähnlich aussehen, wie vor der Aktion.

Zum anderen brauchen die Grundstückseigentümer von La Pared Hilfe zur Selbsthilfe. Ohne einen rechtskräftigen Bebauungsplan wird kein Investor Geld in die Hand nehmen, um hier etwas zu bewegen. Zu Zeiten des Immobilienbooms und noch viele Jahre vor dem Beginn der Wirtschaftskrise beabsichtigte ein spanisches Großunternehmen, in La Pared zu investieren, mit Golfplatz, Villen und auch sonst großen Plänen. Und schon vor mittlerweile fast 10 Jahren waren es die fehlenden Bebauungspläne, die diese Investition verhinderten und somit auch die Lösung der Probleme von La Pared.

Also liebe Politiker: Bravo für die Reinigungsaktion! Aber bitte löst endlich auch die Probleme, die nur Ihr lösen könnt: gebt der Gemeinde Pájara endlich einen Bebauungsplan!

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