Brand auf Autofähre bei der Überfahrt von Teneriffa nach La Gomera

Am Freitagnachmittag, den 25.04.2014 fing ein Kühl-LKW im Frachtraum der Fähre „Volcán de Taburiente“ der Reederei „Naviera Armas“ Feuer, als das Schiff bei seiner Routinestrecke von Teneriffa nach La Palma gerade auf seinen Zwischenstopp in La Gomera zusteuerte. Das schnelle und korrekte Handeln der Besatzung wurde in Südkorea als Beispiel genommen, wie sich die Verantwortlichen eines Schiffes in Gefahrensituationen verhalten müssen.

Spätestens als die hohe Rauchentwicklung auf der Fähre sichtbar wurde, war klar, dass es sich bei dem ausgelösten Feueralarm um einen Ernstfall handelte. Allem Anschein nach hatte ein Kurzschluss im Motorraum eines Kühllastwagens zu dem Brand geführt, der innerhalb kürzester Zeit auf weitere Fahrzeuge umschlug. Als die Besatzung das Feuer an Bord bemerkte, wurden sofort die nötigen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, sodass bei diesem Vorfall glücklicherweise niemand verletzt wurde. Vorsichtshalber wurde die Fähre zusätzlich von einem Hubschrauber, Rettungsbooten und einer Fähre von Fred Olsen, dem zweiten Unternehmen, das reguläre Verbindungen zwischen den Kanarischen Inseln anbietet, zurück in den Hafen von Teneriffa begleitet. Die Passagiere der Fähre wurden unverzüglich informiert, auf dem Deck versammelt und mit Rettungswesten ausgestattet. Das Armas-Schiff nahm angesichts der Gefahrensituation wieder Kurs zurück nach Teneriffa, wo das Feuer schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Außer 13 Passagieren, die wegen der hohen Rauchentwicklung mit leichten Beschwerden ins Krankenhaus gebracht wurden, kamen alle Reisenden unbeschadet zurück und auch die Sachschäden konzentrierten sich hauptsächlich nur auf den LKW, in dem das Feuer ausbrach.

Dieser Vorfall hatte auch etwas Positives. In der südkoreanischen Presse fanden sich daraufhin Meldungen, die das Verhalten der Besatzung als Beispiel für die Vorgehensweise bei solchen Gefahrensituationen nahm. Denn gerade in Korea kamen erst im April 2014 über 260 Passagiere auf der koreanischen Fähre „Sewol“ ums Leben, als das Fährschiff auf Höhe der Insel Jindo im Gelben Meer kenterte. Bei dieser Tragödie wurden besonders Kapitän und Besatzungsmitglieder für die hohe Opferzahl verantwortlich gemacht, da bei der Evakuierung der Passagiere nachlässig gehandelt wurde. Aufgerüttelt durch dieses Unglück, suchte das asiatische Land nach vorbildlichen Beispielen, wie Notfallsituationen an Bord eines Schiffes gehandhabt werden müssen und reagierte respektvoll gegenüber dem glücklichen Ausgang des kürzlichen Fährenbrandes auf den Kanaren. Die Tageszeitung „Chosun Ilbo“, die dort zu Lande mit einer Tagesauflage von mehr als zwei Millionen Ausgaben zu den bekanntesten Medien zählt, berichtete über den Brand auf dem „Volcán de Taburiente“ und das vorbildliche Handeln der Besatzungsmannschaft, die ohne zu zögern zum Notfallplan überging und sich zu allererst um die Sicherheit der an Bord befindlichen Personen kümmerte. Kapitän Alexander Balsa zeigte sich nicht sonderlich überrascht über die internationale Resonanz, da für ihn klar ist, dass zwei Notfälle auf See, die in so kurzer Zeit auftraten und einen völlig gegensätzlichen Ausgang verzeichneten, miteinander verglichen werden. Zudem betonte er, dass die wöchentlichen Routineübungen für verschiedene Gefahrensituationen das A und O einer guten Vorbereitung für Notfälle seien.

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