Kultur pur: Historischer Rundgang durch „La Ampuyenta“

Nach einer liebevollen Restaurierung des Ortskerns von La Ampuyenta, erstrahlt die kleine Ortschaft in der Mitte der Insel wieder in ihrem ganz eigenen Charme. Das historische Städtchen samt der malerischen Kirche und dem ehemaligen Wohnhaus des geliebten kanarischen Arztes Tomás Mena, wurde für insgesamt 800.000 Euro erneuert und zu einer Art Kulturzentrum für die Inselbesucher umgestaltet. Die Investition war dank der Zusammenarbeit der Kanarischen Regierung und dem Bistum der Kanarischen Inseln möglich. Am Abend des 24. Oktober eröffnete das Museumsdörfchen mit gut 50 Schauspielern und Musikern, die den zahlreich erschienenen Zuschauern einen ersten historischen Rundgang durch die interessanten Gebäude präsentierten.

Ab dem 28. Oktober sollen diese theatralisch unterstützten und unterhaltsamen Touren jeden Dienstag und Samstag von 10:00-18:00 Uhr für Besuchergruppen kostenlos angeboten werden. Eine gute Dreiviertelstunde können interessierte Teilnehmer sich von den Schauspiel- und Tanzgruppen durch verschiedene Stationen von La Ampuyenta führen lassen.

Um jeweils 10:30, 12:30, 14:30 und 16:30 Uhr beginnt die Route vom Platz der Zisterne und führt vorbei an interessanten Sehenswürdigkeiten, die nur wenige Meter voneinander entfernt liegen. Zu Beginn der Führung präsentiert sich die kleine Kirche „San Pedro de Alcántara“ aus dem 17. Jahrhundert zusammen mit ihrer Besonderheit – dem seitlich angebrachten Glockengiebel. Den Kirchenraum zieren 16 verschiedene Gemälde, die größtenteils Darstellungen des heiligen San Pedro zeigen. Weiter geht es durch das Geburtshaus von Fray Andresito, allgemein bekannt als Andrés García Acosta, der 1833 nach Amerika auswanderte und Mitglied der franziskanischen Ordensgemeinschaft wurde. Sein soziales und wohltätiges Engagement brachte ihm große Beliebtheit in seiner Wahlheimat Chile sowie auch auf Fuerteventura ein. Die dritte Station führt die Besucher zum einstigen Wohnhaus des 1802 geborenen Arztes Tomás Mena y Mesa, das nach seinem Erwerb durch das Cabildo im Jahre 1999 zu einem Museumshaus eingerichtet wurde. Hier kann man einige originale Möbelstücke des anerkannten Chirurgen bewundern, der in La Habana (Cuba) Medizin studierte und anschließend um die ganze Welt reiste, um seine Kenntnisse zu vertiefen. Nachdem er 1846 von der Universität in Cádiz zum Ehrenmitglied ernannt wurde, kehrte er nach Fuerteventura zurück und verbrachte sein restliches Leben in La Ampuyenta, wo er für seine große Hilfsbereitschaft immer geliebt und geschätzt wurde. Dort richtete er außerdem das Krankenhaus von San Conrado und San Gaspar ein, das auch als „Hospitalito“ von La Ampuyenta bekannt ist. Als solches kam es jedoch nie wirklich zum Einsatz, da Mena kurz nach Fertigstellung des Gebäudes starb. Bei dem Rundgang kann man darin die vorübergehende Ausstellung über die „andas de las ermitas“, also die Tragbahren der Heiligen, mit vielen restaurierten Originalteilen bewundern. Außer dem Haus von Fray Andresito, werden alle Gebäude speziell für den Besuch während der Führung geöffnet und danach wieder geschlossen, sodass die Innenräume nur in Begleitung der Führer besichtigt werden können.

Wie das Cabildo erklärte, wolle man den Touristen, die so zahlreich nach Fuerteventura kommen, neben den Strand- und Küstenbereichen auch das Inselinnere nahebringen und sie mit unterhaltsamen und kulturell wertvollen Angeboten darauf aufmerksam machen. Hipólito Cabrera, Generalvikar der kanarischen Diözese, ist davon überzeugt, dass es all die Mühe wert war, La Ampuyenta in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, weil das Ergebnis überragend sei. Es sei eine tolle Art und Weise die Insel und ihre Geschichte näher kennenzulernen.

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