Auswilderung des in Gefangenschaft geschlüpften Schmutzgeiers „Tiscamanita“

Schmutzgeier Freilassung

Der Fuerteventura-Schmutzgeier (Neophron percnopterus majorensis) ist eine Unterart des Schmutzgeiers, die nur auf Fuerteventura und Lanzarote vorkommt. Sie ist in der „Spanischen Liste der vom Aussterben bedrohten Arten“ und im „Kanarischen Katalog der geschützten Arten“ aufgeführt. In 2006 wurde ein Arterhaltungsprogramm gestartet, dass es geschafft hat, die größten Bedrohungen für das Überleben der Art zu minimieren und seitdem eine durchschnittliche Bestandserhöhung um 6% pro Jahr zu erreichen.

Zehn Jahre später, in 2016 konnten 297 Exemplare, davon 134 sich fortpflanzende, gezählt werden. Auf Fuerteventura konnten in 2017 insgesamt 61 Nistgebiete ausgemacht werden, 2 mehr als in 2016. Auf Lanzarote fand man in 2017 insgesamt 6 Nistplätze.

Bei der geringen Zahl von Exemplaren kommt es buchstäblich auf jedes einzelne Tier an. Deshalb ist es ein besonderes Ereignis, wenn zu den 28 in der laufenden Brutsaison in freier Wildbahn gezählten Küken noch ein weiteres hinzukommt, dass in Gefangenschaft geschlüpft und aufgepeppelt wurde. „Tiscamanita“ ist als Nachwuchs von zwei Elterntieren, die nicht mehr ausgewildert werden können, am 19.05.2017 aus dem Ei geschlüpft, wobei es nach 45 Tagen Inkubationszeit etwas Starthilfe zur Befreiung aus der Schale durch die Tierpfleger benötigte. Nach dem Schlüpfen brachte es das Küken gerade einmal auf 63,5 Gramm. Doch dank bester Pflege erreichte es in der dritten Juliwoche stattliche 2,125kg, erfreut sich bester Gesundheit und nimmt problemlos Nahrung auf, womit alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Auswilderung gegeben sind.

Ende Juli war es dann soweit. Tiscamanita wurde mit einem GPS-Sender ausgestattet und der Auswilderungsprozess konnte beginnen. Die Daten sollen den Forschern weitere Erkenntnisse über die Lebensweise der seltenen Tiere geben.

Bereits im letzten Jahr konnte mit „Sirdo“ das erste in Gefangenschaft geschlüpfte „Guirre“-Weibchen in die Freiheit entlassen werden.

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