Vitamin-D-Mangel bei kanarischen Frauen

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Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für den Calcium-Spiegel des Menschen und ist daher maßgeblich am Aufbau der Knochen beteiligt. Ein Mangel kann folglich die Ursache vieler gesundheitlicher Probleme und Krankheiten sein. Sogar ein erhöhtes Darmkrebsrisiko soll damit in Verbindung stehen.
Wie Forscher nun bekannt gaben, bilden Frauen auf den Kanaren v.a. während der Menopause eine solche Risikogruppe. Ein Defizit an Vitamin D als auch fehlende Hormontherapien gehören zu den wichtigsten Faktoren zur Begünstigung der typischen Wechseljahr-Probleme sowie diverser altersbezogener Krankheiten. Dies gaben Experten während des 15. Nationalen Kongresses der spanischen Vereinigung für das Studium der Menopause (AEEM) bekannt. Über 500 Experten kamen dabei im Auditorium Alfredo Kraus in Las Palmas de Gran Canaria zusammen.

Wichtigste und natürlichste Vitamin-D-Quelle ist die Sonne

Maßgeblich dafür ist die Intensität der im Sonnenlicht enthaltenen UV-B-Strahlung, die auch für die Bräunung der Haut verantwortlich ist. Ideal ist ein Level von 30 Nanogramm pro Milliliter Blut. Das Paradoxe: In Europa sei der Mangel nicht etwa wie vermutet in Skandinavien am größten und in den südlichen Ländern am geringsten. Tätsächlich sei es genau umgekehrt. So wiesen z.B. die Medizinstudenten der Uni Las Palmas (ULPGC) sehr niedrige Vitamin-D-Werte auf, weil sie den Großteil des Tages hinter verschlossenen Türen verbringen. Menschen in Norwegen, Island, Finnland, Dänemark oder Schweden hingegen, wüssten genau, dass sie nicht viel Sonne haben und würden sich daher über ihre Lebensmittel versorgen. In vielen nordischen Ländern wird Milchprodukten und Cerealien Vitamin D zugesetzt.

Studie der Universität Las Palmas

Eine aktuelle Studie der ULPGC untersucht den Vitamin-D-Spiegel bei Frauen in der Menopause im Zusammenhang mit ihrer körperlichen Aktivität. Man will zeigen, dass Bewegung draußen zu besseren Werten führt. Die Studie wurde zwar noch nicht veröffentlicht, hielt aber bereits vorläufige Ergebnisse in einem Bericht fest. Demnach ist bei postmenopausalen Frauen und Patientinnen mit nicht behandelter Osteoporose besonders oft ein Defizit zu erkennen. Der Mangel ist dabei umso höher, je weniger sich die Personen der Sonne aussetzen.
Für einen gesunden Vitamin-D-Spiegel im Körper müsse man nicht gleich zu Tabletten greifen. Ein zehnminütiger Spaziergang in der Sonne reiche völlig aus. Dieser sollte möglichst außerhalb der Mittagszeit – idealerweise vor 11:00 Uhr und nach 17:00 Uhr – stattfinden. Natürlich sei auch eine ausgewogene Ernährung wichtig.

Unverzichtbar sei laut den Experten des Kongresses auch die Unterstützung durch Hormontherapien, um den häufigsten Symptome der Menopause – darunter Hitzewallungen und Schlaflosigkeit – entgegenzuwirken. Seit letzem Jahr hat das spanische Gesundheitssystem die Behandlung offiziell in seine Gesundheitspolitik aufgenommen. Falsch sei auch die Abneigung vieler Ärzte, die den Frauen ein falsches Bild vermitteln würden. Die Angst vor möglichen Nebenwirkungen einer Hormontherapie seien unbegründet. Mit der richtigen Ernährung und ausreichend Bewegung müsse auch niemand Angst vor einer Gewichtszunahme haben. Betroffenen Frauen müsse klar gemacht werden, dass die Symptome der Wechseljahre sehr gut behandelt werden können. Die meisten seien über diese Möglichkeit schlecht oder gar nicht informiert. Aktuelle Zahlen zeigen, dass nur knapp 5% der spanischen Frauen während der Menopause zu einer Hormontherapie greifen, auf den Kanaren sogar nur 3%. Mit den Ergebnissen der Konvention erhoffe man sich einen Wendepunkt bei dieser Entwicklung zu erreichen.

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