Flüchtlingsboot mit 57 Afrikanern erreicht Fuerteventura bei Gran Tarajal

Flüchtlinge-Gran-Tarajal

Am Abend des 19.11.2019 ist am Strand von Gran Tarajal ein Flüchtlingsboot angelandet. Es handelte sich um ein großes Schlauchboot mit insgesamt 57 Personen, offenbar aus Subsahara-Afrika, an Bord.

Das Boot erreichte den Strand auf der nördlichen Seite der Bucht auf Höhe des Kulturgebäudes von Gran Tarajal. Es soll ersten Erkenntnissen zufolge von El Aaiún aus gestartet sein.

Unter den 57 Immigranten befanden sich 47 Männer, 7 Frauen und 3 Minderjährige. Sie wurden von Mitarbeitern des Roten Kreuzes untersucht. Sie befanden sich alle in einem guten Gesundheitszustand.

Schlauchboot blieb vom Radarsystem auf Fuerteventura unentdeckt

Auf Fuerteventura und Lanzarote sind, genauso wie an den Küsten im Süden Spaniens, sogenannte SIVEs installiert. Diese „Integrierten Systeme zur Überwachung der Außengrenzen“ (Sistemas Integradas de Vigilancia Exterior) sollen illegale Aktivitäten wie Grenzübertritte und Drogenhandel frühzeitig erkennen.

Da Fuerteventura von allen Kanarischen Inseln am dichtesten an Afrika liegt, ist die Insel oft das im wahrsten Sinne des Wortes „naheliegendste“ Ziel für Flüchtlinge oder Drogenschmuggler.

Die Systeme bestehen aus diversen Sensoren, darunter Radarsysteme, Wärmebildkameras und sogar Schalldetektoren. Diese sind entweder fest an Land, auf mobilen Einsatzfahrzeugen oder sogar auf Satelliten installiert. Sie liefern ihre Daten an die Einsatzzentrale der jeweiligen SIVE-Kommandantur. Eine solche ist auf Fuerteventura stationiert.

Der Einsatz des SIVE ist einer der vielen Aufgabenbereiche der Guardia Civil. Wenn auffällige Bewegungen auf dem Meer entdeckt werden, entsendet die Einsatzzentrale entweder Patroullienboote oder Hubschrauber, um die Flüchtlings- oder Drogenboote abzufangen.

Warum das Flüchtlingsboote im vorliegenden Fall unentdeckt blieb, wurde nicht bekannt gegeben.

Was passiert mit den Flüchtlingen, die nach Fuerteventura kommen?

Volljährige Immigranten werden in der Regel nach ihrer Ankunft vom Roten Kreuz medizinisch untersucht, erhalten Wasser, Nahrung, trockene Kleidung, Decken und Hygieneartikel. Bei schlechten Gesundheitszustand werden sie gegebenenfalls ins Krankenhaus eingewiesen.

Danach werden sie von der Nationalpolizei festgenommen und zur Identifizierung in Polizeigewahrsam genommen. Dort können sie bis zu 72 Stunden festgehalten werden.

Die Nationalpolizei eröffnet ein Abschiebungsverfahren, wenn die Betroffenen kein Asyl beantragen. Die volljährigen Personen, die identifiziert werden konnten und die kein Asyl beantragt haben, kommen in ein „Centro de Internamiento de Extranjeros“ (CIE – Internierungzentrum für Ausländer) auf Gran Canaria. Dort können sie maximal 60 Tage verbleiben, während sie auf ihre Abschiebung warten. Wenn die Abschiebung innerhalb von 60 Tagen nicht erfolgen konnte, müssen sie auf freien Fuß gesetzt werden.

Gegen Immigranten, die nicht identifiziert werden können, kann kein Abschiebungsverfahren eingeleitet werden. Folglich können sie nicht in ein CIE eingewiesen werden. Sie können, müssen aber nicht, in einem Flüchtlingsheim einziehen.

Minderjährige Immigranten werden in speziellen Unterkünften untergebracht.

Grundsätzlich ist auch in Spanien der Anteil der Immigranten ohne Recht auf Asyl, die in ihr Heimatland abgeschoben werden, sehr gering.

Aufnahmen von der Ankunft eines Flüchtlingsbootes auf Fuerteventura im Dezember 2018

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