LIDL Spanien ruft Oregano wegen Vergiftungsgefahr zurück

Oregano-LiDL

LIDL Spanien hat den Verkauf von Oregano der Eigenmarke Kania gestoppt und die Kunden aufgefordert, die Kräuter nicht weiter zu verzehren, sondern umzutauschen. Auch auf Fuerteventura und anderen Kanareninseln gibt es LIDL-Supermärkte.

Betroffen ist „orégano molido“ im Glas mit 7,5 Gramm Inhalt der Chargen L91832 und LC91834 mit Mindesthaltbarkeitsdatum Juli 2022 des Herstellers WEIAND GmbH.

Der Umtausch kann auch ohne Kassenbon vorgenommen werden.

Auch in Deutschland hatte LIDL dieses Produkt bereits zurückgerufen. In Deutschland waren jedoch andere Chargennummern und auch andere Marken von anderen Handelsketten betroffen (weitere Infos auf der webseite von www.produktwarnung.eu).

Leberschädigende Inhaltsstoffe im LIDL-Oregano entdeckt

Bei internen Qualitätskontrollen wurden erhöhte Werte von Pyrrolizidinalkaloiden festgestellt. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, die in über 6.000 verschiedenen Arten von Blütenpflanzen vorkommen. Die Pflanzen bilden diese Stoffe, um sich durch deren bitteren Geschmack vor Fressfeinden zu schützen.

Für Säugetiere und Menschen sind die Abbauprodukte bei der Verstoffwechselung von Pyrrolizidinalkaloiden lebertoxisch. Manche Insekten können sich diese Substanzen dagegen zunutze machen, um sich ihrerseits vor Fressfeinden zu schützen.

Die Giftstoffe können bei der Ernte von Gewürzen in das Endprodukt gelangen, wenn die alkaloidhaltigen Blütenpflanzen auf demselben Feld wachsen, was praktisch unvermeidbar ist.

Auch bei Rucola und Kräutertees sind solche Verunreinigungen bereits aufgetreten. Auch in Honig, insbesondere bei Importware, wurden schon höhere Mengen der leberschädigenden Substanz nachgewiesen.

Allerdings gibt es für Lebensmittel weder Vorschriften zu Kontrollen noch zu Höchstwerten. Dennoch rät das Bundesamt für Risikobewertung wegen der Toxizität von pyrrolizidalkaloidhaltigen Lebensmitteln von deren regelmäßigem Verzehr in größeren Mengen ab.

Offenbar hat der Gewürzhersteller WEIAND also die Kontrollen durchgeführt, ohne dazu gesetzlich verpflichtet zu sein.

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