Migrantenboot mit 33 Personen vor Lanzarote gerettet und nach Fuerteventura geschleppt

Konflikt-Marokko-Spanien

Kurz vor Mitternacht in der Nacht zum 28.05.2021 lieft das Rettungsboot Guardamar Concepción Arenal aus dem Hafen von Puerto del Rosario aus.

Ein Handelsschiff hatte kurz zuvor die Sichtung einer sogenannten „Patera“, eines Migrantenbootes, rund 216 km nordöstlich von Fuerteventura bzw. rund 25 Seemeilen nordöstlich von Lanzarote gemeldet.

Der Seenotrettungskreuzer Guardamar erreichte das Migrantenboot schließlich rund 185km nordöstlich vor der Küste Fuerteventuras, wo es die 30 Männer und 3 Frauen aus Nordafrika an Bord nahm und sich auf den Rückweg nach Puerto del Rosario machte. Die Ankunft im Hafen von Puerto del Rosario wird gegen 10:40h am 28.05.2021 erwartet.

Nach ersten Informationen sind die Personen an Board in gutem Gesundheitszustand.

Warum man der Patera von Fuerteventura und nicht von Lanzarote aus zur Hilfe geeilt ist, ist unklar. Das Onlinemedium NoticiasFuerteventura.com erklärte dies unter Berufung auf „konsultierte Quellen“ mit „Anlegemanövern im Hafen“ und weil die „Migranten nach 72 Stunden sowieso in Zentrum von El Matorral auf Fuerteventura“ verlegt würden“.

Ruhige See und wenig Wind könnten zu verstärkten Migrationsbewegungen führen

Am Morgen des 28.05.2021 gegen 6:45h wurde ein sogenanntes „Cayuco“, wie die etwas größeren Migrantenboote genannt werden, mit 48 Personen aus Subsahara-Afrika rund 4 Kilometer vor der Küste von Teneriffa bei Los Cristianos gesichtet.

Das Rettungsboot Salvamar Alpheratz eskortierte das Cayuco in den Hafen von Los Cristianos, wo es gegen 8:16h einlief.

Das Boot soll einige Tage zuvor aus dem Hafen von Nuakchot in Mauretanien gestartet sein.

Die derzeit relativ ruhige See und der schwache Wind könnten die Migrationsbewegungen von Afrika zu den Kanaren in den nächsten Tagen verstärken.

Kanarische Politiker in Sorge vor Eskalation des Konfliktes zwischen Marokko und Spanien

Nach Beginn der diplomatischen Krise zwischen Marokko und Spanien hatten kanarische Politiker befürchtet, dass die marokkanischen Behörden einfach „weggucken“ könnten, wenn Migranten sich auf den Weg zu den Kanaren machen wollen.

Am 17.05.2021 waren zwischen 5.000 und 8.000 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta eingedrungen, was vermutlich ohne die Passivität oder gar ohne die aktive Unterstützung der marokkanischen Grenzbeamten gar nicht möglich gewesen wäre. Viele spanische Medien sprachen in diesem Zusammenhang von einer „Invasion spanischen Territoriums“.

Hintergrund der Spannungen ist der Westsaharakonflikt. Die spanische Regierung hatte kürzlich dem Führer der Frente Polisario, Brahim Ghali, die Einreise nach Spanien unter falschem Namen ermöglicht, um ihn in einem spanischen Krankenhaus wegen einer schweren Coronaerkrankung und eines Krebsleidens zu behandeln. Trotz strengster Geheimhaltung ist die Aktion der spanischen Regierung aufgeflogen, was zu einer heftigen Verstimmung Marokkos geführt hat.

Gegen Ghali liegt in Spanien eine Strafanzeige wegen Genozids und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Während seines Krankenhausaufenthaltes wurde ihm eine Ladung zur Vernehmung vor Gericht am 01.06.2021 zugestellt. Die beantragte Einziehung des Reisepasses hatte der Richter dagegen abgelehnt. Sollte er aufgrund seines Gesundheitszustands nicht in der Lage sein, vor Gericht zu erscheinen, soll eine telematische Vernehmung erfolgen.

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9 Kommentare

  1. Ich finde es eher schlecht wenn Kommentare nicht veröffentlicht werden. Genau an dieser Stelle trennt sich eine demokratische Meinungsfreiheit zum Meinungsdiktat.

    Voraussetzung ist: man hört dem anderen auch dann zu, wenn er eine andere Meinung hat, und versucht diese zu verstehen!

    Wozu ein ignorantes Verhalten gegenüber anderen Meinungen führt, sehen wir in den Debatten vom Bundestag. Schaut es euch an … am besten ohne Ton! Dieses gegenseitig überhebliche Arrogante Verhalten soll ein Dialog der von uns gewählten Vertretern (mit unterschiedlichen Meinungen) sein?

    Ich hoffe auf Fuerteventura finden alle Einigkeit und den Frieden den wir uns alle Wünschen

  2. Das Titelbild ist allererste Sahne, Chapeau. Zum Rest äußere ich mich nicht da meine Meinung zu dem Thema nicht veröffentlicht werden dürfte. Jeder der mich kennt kennt sie eh. d(-_-)b Holli

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