Verkehrsstraftat auf Fuerteventura vor laufender Kamera

autofahrer Fuerteventura Gefährdung

Wer heutzutage in der Öffentlichkeit eine Straftat begeht, sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass Videokameras allgegenwärtig sind. Das gilt selbstverständlich auch auf Fuerteventura.

Außerdem sollten Autofahrer als reife und mündige Bürger wissen, was erlaubt ist und was nicht. Idealerweise sollten sie auch ein Gefühl dafür haben, wann man sich oder andere in Lebensgefahr bringt.

Ihr mangelndes Wissen oder fehlendes Gefühl oder aber einfach nur ihre ist-mir-egal-Einstellung dürfte eine italienische Autofahrerin auf Fuerteventura nun teuer zu stehen kommen.

Ihr Mietauto wurde während der Fahrt gefilmt, wobei ihr Beifahrer mit dem gesamten Oberkörper aus dem Beifahrerfenster herausragt und auf der Autotür sitzt.

Natürlich wurde dieses Video in den sozialen Medien geteilt und ging viral. Und so landete es früher oder später auf dem Display eines Verkehrspolizisten.

Für die Verkehrspolizei auf Fuerteventura war es relativ einfach, anhand des Videomaterials festzustellen, wann und wo die Verkehrsstraftat begangen wurde. Das Fahren mit einem aus dem Fenster hängenden Beifahrer wird nach spanischem Recht als „strafbare gefährdende Fahrweise“ (conducción temeraria) gewertet. Das ist leicht nachzuvollziehen, wenn man sich die Konsequenzen eines plötzlich erforderlichen Brems- oder Ausweichmanövers vorstellt. Ein solches würde unweigerlich zu schwersten Verletzungen, wenn nicht gar zum Tod des Beifahrers führen.

Folglich ist es auch der Fahrer, der die strafrechtlichen Konsequenzen zu tragen hat. Er ist zwar nicht für die Handlungen des Beifahrers verantwortlich, sehr wohl aber dafür, dass er weiterfährt und nicht bei nächster Gelegenheit anhält, um die lebensgefährliche Situation zu beenden.

Ermittlungen der Guardia Civil de Tráfico

Die Ermittler der Verkehrseinheit der Guardia Civil konnten anhand des Kennzeichens leicht herausfinden, dass es sich um einen Mietwagen handelte. Mietwagenfirmen sind verpflichtet, die Daten ihrer Mieter beim Verdacht auf das Vorliegen einer Straftat herauszugeben.

So konnten die Beamten in der Umgebung der Unterkunft nach dem Auto suchen und dann einfach warten, bis die italienische Mieterin das Auto wieder nutzen wollte. Sie war in Begleitung eines Mannes, dessen Aussehen dem Beifahrer aus dem Video entsprach.

Gegen die Frau wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Die gefährdende Fahrweise wird in Artikel 380 des spanischen Strafgesetzbuches geregelt. Wer durch seine gefährdende Fahrweise das Leben oder die Gesundheit anderer Personen konkret in Gefahr bringt, wird mit einer Freiheitsstrafe zwischen 6 Monaten und 2 Jahren und Fahrverbot zwischen einem und 6 Jahren bestraft.

Bei Ausländern ohne festen Wohnsitz kann das Urteil innerhalb von wenigen Tagen in einem Schnellverfahren fallen.

Es ist kein Einzelfall, dass Autofahrer auf Fuerteventura dank „Videobeweis“ ermittelt und verurteilt wurden. Im April 2019 wurde ein Autofahrer nach einer Fahrt auf der Dünenstraße bei Corralejo wegen eines ähnlichen Delikts zu 6 Monaten Haft verurteilt.

Weitere Fälle auf Fuerteventura mit Videobeweis:

https://www.fuerteventurazeitung.de/2020/07/lkw-fahrer-gefaehrdet-andere-autofahrer-auf-fuerteventura-und-kann-dank-video-ueberfuehrt-werden/

https://www.fuerteventurazeitung.de/2020/07/frau-rast-mit-210-km-h-ueber-fuerteventura-und-postet-video-in-sozialen-medien/

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