Fuerteventura liegt bei der Nutzung erneuerbarer Energien weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Obwohl Sonne und Wind im Überfluss vorhanden sind, stammten auf Fuerteventura im Jahr 2024 (letzte verfügbare Daten im Energiereport der kanarischen Regierung) lediglich 27,5% der ins Stromnetz eingespeisten Energiemenge aus Solar- und Windkraftanlagen. Auch Batteriespeicher gab es im Jahr 2024 auf Fuerteventura nicht. Die installierte Leistung von Windkraftanlagen blieb im Jahr 2024 unverändert, während die Kapazität von Solaranlagen immerhin um 42,5% wuchs.
Die nationalistische Koalition aus Asamblea Majorera und Coalición Canaria Fuerteventura hat im Rahmen der FEAGA 2026 den Schutz des Territoriums vor externem Druck und Interessen multinationaler Energiekonzerne gefordert. Die Partei stellt diese Debatte in den Mittelpunkt der aktuellen politischen Diskussion auf Fuerteventura.
Der Abgeordnete im kanarischen Parlament, Mario Cabrera, erklärte, die Entwicklung der Insel müsse „von eigenen Entscheidungen und nachhaltigem Wachstum geprägt sein“. Weiter betonte er, „Fuerteventura muss in dem Tempo wachsen, das wir selbst festlegen, nicht in dem Tempo, das externes Kapital vorgibt“.
Landwirtschaftlicher Boden als strategische Ressource
Cabrera warnte vor den Risiken einer Nutzung von Flächen, insbesondere landwirtschaftlicher Böden, für fremde Interessen. „Mit landwirtschaftlichem Boden darf nicht improvisiert werden. Dieser Boden ist strategisch, er ist Identität und Zukunft. Heute mag er ungenutzt sein, morgen kann er entscheidend sein, um die Versorgung zu sichern und unsere Landschaft zu erhalten“, so der Politiker.
Er hob hervor, dass die Energiewende mit Planung und „gesundem Menschenverstand“ umgesetzt werden müsse. Dabei solle die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen vermieden und stattdessen auf Alternativen wie Gebäudedächer oder bereits anthropisierte Flächen gesetzt werden. „Es darf nicht sein, dass unter dem Deckmantel der ökologischen Transformation Spekulation mit dem Territorium entsteht“, erklärte Cabrera.
Bürgerbeteiligung und wirtschaftliches Modell
Nach Ansicht der Partei müsse die Energiewende die Bevölkerung aktiveinbinden, die Abhängigkeit vom Ausland verringern und sicherstellen, dass die Vorteile erneuerbarer Energien bei den Verbrauchern ankommen. Vorgeschlagen wird ein Modell der öffentlich privaten Zusammenarbeit, das eine Konzentration der Kontrolle in den Händen großer Unternehmen verhindert.
Cabrera stellte zudem einen Zusammenhang zwischen dem Schutz des Bodens und dem wirtschaftlichen und sozialen Modell der Insel her. „Wir müssen nicht weiter Territorium besetzen oder unbegrenzt wachsen. Es geht darum, das Bestehende zu festigen, die Qualität zu verbessern und Dienstleistungen entsprechend der aktuellen Bevölkerung sicherzustellen“, erklärte er.
Grenzen für Wachstum und Rolle des Primärsektors
In diesem Zusammenhang betonte er die Notwendigkeit, Wachstumsgrenzen festzulegen und die Belastungsgrenze von Fuerteventura zu berücksichtigen. Als mögliche Maßnahmen nannte er ein Wohnsitzgesetz sowie Einschränkungen beim Immobilienkauf durch mitteleuropäische Bürger.
Die Raumplanung müsse sich an einem klar definierten Inselmodell orientieren. „Das Inselmodell bestimmt Gegenwart und Zukunft. Infrastruktur, Energie, Tourismus und Bodennutzung müssen darauf abgestimmt sein“, so Cabrera.
Im Kontext der FEAGA hob er zudem die Bedeutung des Primärsektors hervor. „Der Primärsektor ist nicht nur Wirtschaft, sondern auch Landschaft, Biodiversität und Identität. Wer die Landwirtschaft verteidigt, verteidigt auch das Territorium“, betonte er.
Kritik an Thunfischfang mit Ringwaden
Darüber hinaus sprach sich Cabrera gegen die Einführung des Ringwadenfangs für Thunfische auf den Kanarischen Inseln aus. Der Sektor der handwerklichen Fischerei lehne diese Methode ab, da er ein traditionelles, selektives und nachhaltiges Modell bewahren wolle. „Wir können nicht zulassen, dass externe Interessen einem Sektor aufgezwungen werden, der ein Symbol für Verwurzelung und Identität ist“, erklärte er.
Die Asamblea Majorera–Coalición Canaria bekräftigte abschließend ihr Engagement für eine eine nachhaltige Politik, den Schutz des Bodens und die Unterstützung des Primärsektors auf Fuerteventura.
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