Die Guardia Civil hat auf Fuerteventura einen Mitarbeiter eines Unternehmens wegen des Verdachts der fortgesetzten Unterschlagung, des Betrugs und der Urkundenfälschung festgenommen. Nach Angaben der Ermittler soll der Mann über einen längeren Zeitraum hochwertiges Hydraulikmaterial von seinem Arbeitgeber veruntreut und dabei einen wirtschaftlichen Schaden von 153.825,67 Euro verursacht haben.
Inventur brachte erhebliche Fehlbestände ans Licht
Die Festnahme erfolgte am 17. Juli 2026 durch Beamte der Guardia Civil der Kommandantur Las Palmas in der Gemeinde Tuineje. Dem Mann wird ein fortgesetztes Delikt der Unterschlagung, des Betrugs sowie der Urkundenfälschung zur Last gelegt.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Anzeige, die bei der Guardia Civil in Gran Tarajal einging. Das betroffene Unternehmen meldete das Verschwinden einer großen Menge hochwertigen Hydraulikmaterials mit erheblichem Marktwert. Erst eine von einem externen Unternehmen durchgeführte Inventur brachte das tatsächliche Ausmaß der Fehlbestände ans Licht. Dabei wurde ein wirtschaftlicher Schaden von 153.825,67 Euro festgestellt. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll der festgenommene Mitarbeiter für die Verluste verantwortlich sein.
Verdacht entstand während krankheitsbedingter Abwesenheit
Die Unregelmäßigkeiten wurden entdeckt, als eine Mitarbeiterin der Verwaltung des Unternehmens, dessen Hauptsitz sich auf einer anderen Kanareninsel befindet, während der krankheitsbedingten Abwesenheit des später Festgenommenen das Lager auf Fuerteventura übernahm.
Bei der Überprüfung stellte sie fest, dass die im Computersystem erfassten Warenbestände nicht mit den tatsächlich vorhandenen Produkten übereinstimmten. Zahlreiche Artikel, die laut System noch zum Verkauf verfügbar sein sollten, waren nicht mehr vorhanden.
Produkte weit unter dem offiziellen Preis verkauft
Nach Angaben der Guardia Civil missbrauchte der Beschuldigte das Vertrauen der Eigentümer des Unternehmens. Sein mutmaßliches Vorgehen bestand darin, Garantiescheine, Rechnungen und Lieferscheine zu fälschen, um die Produkte weit unter dem offiziellen Verkaufspreis zu veräußern. Den Kaufpreis soll er jeweils in bar kassiert haben.
Durch diese Vorgehensweise konnten die Verkäufe zunächst verschleiert werden, während sich die Lagerbestände nach und nach verringerten.
Kamerabilder ausgewertet und Kunden vernommen
Im Zuge der Ermittlungen wertete die Guardia Civil Aufnahmen der Überwachungskameras, umfangreiche Geschäftsunterlagen und wirtschaftliche Dokumente aus. Darüber hinaus analysierten die Beamten Nachrichten aus Instant Messaging Diensten und nahmen die Aussagen mehrerer Kunden auf.
Die Ermittlungen führten schließlich zur Festnahme des mutmaßlichen Täters. Anschließend wurde er der Bereitschaftsabteilung des Ermittlungsrichters am Gericht erster Instanz in Puerto del Rosario vorgeführt.
Möglicher Strafrahmen nach spanischem Recht
Nach dem spanischen Strafgesetzbuch kann schwerer Betrug, wenn wie in diesem Fall ein hoher Vermögensschaden entstanden ist, mit einer Freiheitsstrafe von einem bis sechs Jahren sowie einer Geldstrafe geahndet werden. Für eine nachgewiesene Urkundenfälschung können zusätzlich weitere Freiheitsstrafen verhängt werden. Welche Strafe im konkreten Fall ausgesprochen wird, hängt vom Ergebnis des Strafverfahrens und der rechtlichen Bewertung aller Tatvorwürfe durch das zuständige Gericht ab. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.
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