Auf den Kanarischen Inseln sind zwischen Januar und Juli 2026 insgesamt 39 Menschen durch Ertrinken ums Leben gekommen. Das waren 30 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Jahres 2025, als 30 Todesopfer registriert wurden. Fuerteventura verzeichnete neun Tote durch Ertrinkung und lag damit im Inselvergleich an zweiter Stelle.
Das geht aus Daten des Vereins zur Prävention von Wasserunfällen „Kanaren, 1.500 Kilometer Küste“ (Asociación para la prevención de accidentes acuáticos „Canarias, 1500 Km de Costa“) hervor.
Insgesamt 129 Betroffene bei Wasserunfällen
In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 waren 129 Menschen von Unfällen an den Küsten des Archipels, Pools oder in anderen Wasseranlagen betroffen. Neben den 39 Todesopfern mussten zwölf Personen in kritischem Zustand versorgt werden. Weitere 17 erlitten schwere, 19 mittelschwere und 19 leichte Verletzungen. 23 Menschen konnten unverletzt gerettet werden.
Die durchschnittliche Zahl der Ertrinkungstoten stieg damit auf rund sechs Menschen pro Monat. Besonders auffällig ist nach Angaben des Vereins, dass sich 51 Prozent der Todesopfer sowie 42 Prozent aller Betroffenen während einer von der kanarischen Regierung ausgerufenen Vorwarnung oder Warnung wegen gefährlicher Küstenphänomene ins Meer begaben.
Dies belege erneut, dass Unvorsichtigkeit weiterhin die Hauptursache für Wasserunfälle auf den Kanarischen Inseln sei, betont der Verein.
Fünf Kinder ums Leben gekommen
Zwischen Januar und Juli 2026 sind fünf Kinder bei Wasserunfällen auf den Kanarischen Inseln gestorben. Zwei dieser Todesfälle ereigneten sich im Juli 2026. Dazu gehörten ein vierjähriges Mädchen französischer Staatsangehörigkeit, das im Pool eines Tourismusbetriebs in Puerto del Carmen auf Lanzarote ertrank, sowie die zwölfjährige Fabiola Mbulito. Sie überlebte nicht, nachdem sie am Strand La Laja in Las Palmas de Gran Canaria von einer Rückströmung ins Meer gezogen worden war.
Insgesamt waren in diesem Zeitraum 19 Minderjährige von Wasserunfällen betroffen. Fünf von ihnen starben, fünf wurden schwer, vier mittelschwer und zwei leicht verletzt. Drei konnten unverletzt gerettet werden.
Juli 2026 mit bislang meisten Unfällen
Allein im Juli 2026 wurden auf den Kanarischen Inseln 32 Wasserunfälle registriert. Acht Menschen kamen dabei ums Leben, vier wurden schwer, neun mittelschwer und sieben leicht verletzt. Vier Personen konnten ohne Verletzungen gerettet werden.
Damit war der Juli 2026 der Monat mit den meisten Wasserunfällen seit Beginn des Jahres 2026. Es folgten der Januar 2026 mit 25 Betroffenen und sieben Todesopfern sowie der Februar 2026 mit insgesamt 15 Betroffenen und ebenfalls sieben Todesopfern.
Männer bilden weiterhin die Mehrheit
Unter den Ertrinkungstoten waren Männer mit einem Anteil von 67 Prozent weiterhin deutlich in der Mehrheit. Frauen machten 33 Prozent beziehungsweise 13 Fälle aus. Nach Angaben des Vereins verändert sich damit das langjährige Verhältnis von etwa 85 Prozent Männern zu 15 Prozent Frauen.
Von den 39 Todesopfern waren 17 ausländische Staatsangehörige aus zehn Ländern. Darunter befanden sich drei Deutsche, zwei Briten sowie jeweils ein Franzose, US-Amerikaner, Venezolaner, Belgier, Norweger, Italiener, Niederländer und Äquatorialguineer. Bei vier weiteren ausländischen Todesopfern wurde die genaue Staatsangehörigkeit nicht angegeben. Drei Opfer waren Spanier. Bei 19 Todesfällen lagen keine Angaben zum Herkunftsland vor.
Badegäste besonders häufig betroffen
56 Prozent der Todesopfer waren Badegäste, insgesamt 22 Menschen. Sieben Opfer, entsprechend 18 Prozent, wurden der Kategorie „Sonstige“ zugeordnet. Dazu zählen Personen, die beispielsweise durch eine Welle oder nach einem Ausrutschen von einer Hafenmole, einer Klippe oder einer Strandpromenade ins Wasser stürzen.
Vier Todesopfer waren Angler, was einem Anteil von zehn Prozent entspricht. Drei Opfer waren Taucher. Bei drei weiteren Fällen gab es keine Angaben zur ausgeübten Aktivität.
56 Prozent der tödlichen Unfälle ereigneten sich am Nachmittag, 21 Prozent am Vormittag und acht Prozent in der Nacht. Bei den übrigen 15 Prozent war die Tageszeit zum Zeitpunkt der Erfassung nicht bekannt. Bei 14 Todesopfern lagen keine Angaben zum Alter vor. 13 Opfer waren Erwachsene, sieben waren älter als 60 Jahre.
Fuerteventura an zweiter Stelle
Teneriffa verzeichnete zwischen Januar und Juli 2026 mit 15 Fällen die meisten Ertrinkungstoten. Dahinter folgte Fuerteventura mit neun Todesopfern. Auf Gran Canaria kamen sechs Menschen ums Leben, auf El Hierro und Lanzarote jeweils drei, auf La Gomera zwei und auf La Palma einer. Auf La Graciosa wurde kein Todesfall registriert.
Strände blieben mit einem Anteil von 63 Prozent der Bereich mit dem höchsten Unfallrisiko. 24 Prozent der Unfälle ereigneten sich in Häfen und Küstenzonen, neun Prozent in Schwimmbecken und acht Prozent in Naturschwimmbecken.
Die Statistik des Vereins „Kanaren, 1.500 Kilometer Küste“ basiert nach eigenen Angaben zu 90 Prozent auf Daten offizieller Stellen. Dazu gehören der kanarische Notruf 112, die Guardia Civil, die Nationalpolizei, die Seenotrettung, die Gemeindepolizeien, die Feuerwehren und der Zivilschutz.
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